Mark Uth traf in der Nachspielzeit zum 1:1 gegen die Frankfurter Eintracht. Foto: Siegfried Lörz
Hoffenheim gelingt gegen Frankfurt glücklicher Ausgleichstreffer in der Nachspielzeit
TSG Hoffenheim | erstellt am So. 19.11.2017
In der mit 30.150 Zuschauern ausverkauften Sinsheimer WIRSOL Rhein-Neckar-Arena boten beide Teams durchschnittlichen Bundesligafußball.
Wieder einmal sorgte ein später Last-Minute-Treffer im Spiel der Hoffenheimer für Glücks- und Schmerzgefühle in den Fanlagern. Inzwischen sollte es sich herumgesprochen haben, dass ein vorzeitiges Verlassen des Stadions sehr ärgerlich werden kann. Die Gäste aus Hessen führen durch Kevin-Prince Boateng bis zur 92. Minute, ehe Last-Minute-Torspezialist Mark Uth für die TSG den nicht unverdienten 1:1-Ausgleich erzielt.
In einer allgemein Torchancenarmen Partie brachte Boateng in der 13. Minute die Eintracht mit einem wunderschönen Distanzschuss aus 20 Meter über den etwas weit vor seinem Tor stehenden Keeper Oliver Baumann in Führung. Vorausgegangen war ein fataler Fehlpass von Lukas Rupp, der seinen Fehler im Anschluss auch zugab: „“Wir wollen immer hinten rausspielen. Vor dem Tor der Eintracht war vielleicht ein bisschen zu viel Risiko dabei, aber Boateng trifft den Ball dann auch super. Ich hätte den Ball wahrscheinlich besser nach vorne klären sollen.“
TSG wirkte im Spielaufbau in der 1. Hälfte phasenweise schwerfällig und umständlich
Nachdem die Eintracht durch Stendera und Gacinovic gute Möglichkeiten vergibt, bietet sich Sandro Wagner die große Ausgleichschance kurz vor dem Halbzeitpfiff. Nachdem Frankfurt-Keeper Hradecky Uth den Ball in die Füße spielt, passt dieser in die Mitte zu Wagner, der aus sieben Metern an den rechten Außenpfosten schießt.
In der zweiten Hälfte ziehen sich die Gäste zunehmend zurück und verteidigen leidenschaftlich und geschickt die Führung. Hoffenheim schafft es nicht, final vor das gegnerische Tor zu kommen und sich zwingende Torchancen zu erspielen. Einen der wenigen SG-Konter pariert Baumann reflexartig (79.). Mit der zweiten Heimniederlage in Folge bereits vor Augen, kam es dann zum bereits geschilderten Last-Minute-Torerlebnis durch Uth.
Nadiem Amiri enttäuscht
Nach dem Abpfiff von Schiri Felix Zwayer warf der eingewechselte TSG-Offensivspieler Nadiem Amiri seine Handschuhe aus Wut und Enttäuschung weg. Der U21-Europameister: „Klar will man jedes Spiel gewinnen, deshalb war ich auch zum Schluss sehr enttäuscht. Auf der anderen Seite können wir über den späten Ausgleich glücklich sein, denn es ist besser als zu verlieren. Frankfurt kann hinten sehr eklig spielen und hat vorne gefährliche Spieler. Es hat heute gezeigt, warum sie die drittwenigsten Gegentreffer der Liga bekommen haben.“
Torschütze Uth fand ebenso lobende Worte für den Gegner: „Gegen Frankfurt macht es nie so richtig Spaß. Das ist eine gute Mannschaft, die sehr gut verteidigt. Ich denke, die Partie war vor der Pause ausgeglichen. Der Unterschied war, dass Frankfurt seine Großchance genutzt hat, während wir das verpasst haben.“ Für Hoffenheims Manager Alexander Rosen hatten die Einwechslungen großen Anteil am späten Ausgleich: „Mit unseren Einwechslungen haben wir den Druck erhöht. Es ist ein großer Vorteil personell wieder aus dem Vollen zu schöpfen. Nach acht Spielen in vier Wochen haben wir jetzt wieder die Wechseloptionen. Es wird mehr Frische geben und in den einzelnen Spielen wird es zusätzliche Variationsmöglichkeiten geben. Gegen Frankfurt führte dies schließlich zum verdienten Ausgleich.“
Stimmen der Trainer:
Julian Nagelsmann (Trainer TSG Hoffenheim):
„Zuletzt haben wir in den letzten Minuten oft Punkte aus der Hand gegeben, heute haben wir mal in der Nachspielzeit verdient den Ausgleich erzielt. Die ersten 20 Minuten waren gut, aber nach dem Gegentor haben wir den Faden etwas verloren. Die Partie wurde dann offener. Wir waren nicht mehr so geduldig und haben keine Räume mehr gefunden. Nach der Pause haben wir unsere Grundordnung umgestellt und viel Druck gemacht. Wir hatten viele Situationen, die wir nicht zu Ende gespielt haben. Dennoch hat man immer gesehen, dass wir unbedingt das Tor machen wollten. Ich hatte immer das Gefühl, dass noch etwas gehen kann. Serge Gnabry bereitet mit seinem ´Eins gegen Eins-Duell` das Tor gut vor und Mark macht ihn dann eben rein. Der Punkt ist in Ordnung, mehr war aber heute nicht drin, weil Frankfurt mit viel Personal gut verteidigt hat. Ich kann mit dem Punkt leben.“
Niko Kovac (Trainer Eintracht Frankfurt):
„So kann der Fußball sein. In den vergangenen Wochen hatten wir oft das Glück, dass wir ein Spiel in den letzten Minuten für uns entschieden haben, heute haben wir mal ein spätes Gegentor bekommen. Vor der Pause haben wir ein ordentliches Spiel gemacht, weil wir auch nach vorne immer wieder Nadelstiche setzen konnten. Aber in der zweiten Halbzeit konnten wir vorne keine Bälle mehr festmachen. Dadurch wurde der Druck der Hoffenheimer immer größer. Sie hatten zwar keine großen Chancen, aber waren doch überlegen. Der späte Ausgleich ist ärgerlich, aber wir nehmen den Punkt gerne mit.“