Szene aus der Vorsaison. Joshua Brenet (TSG 1899 Hoffenheim) schiebt Sebastien Haller (Eintracht Frankfurt) weg. Bild: Marc Schüler
Hoffenheim erwartet beim Saisonauftakt aggressive Frankfurter
TSG Hoffenheim | erstellt am Fr. 16.08.2019
Der neue TSG-Chef-Coach Alfred Schreuder freut sich bereits auf sein Bundesligadebüt: „Natürlich ist es für mich etwas Besonderes. Ich freue mich auf den Start.“
Der 47-jährige Niederländer war schon immer ein Freund der Bundesliga: „Ich habe früher die Bundesliga immer in der Sportschau verfolgt. Manfred Kaltz und Uwe Bein waren meine Lieblingsspieler. Jetzt bin ich selbst Trainer in dieser Bundesliga.“ Als Top-Favoriten sieht er die Bayern und Dortmund, dahinter in der Lauerposition RB Leipzig.
Den ersten Gegner Frankfurt lobt Schreuder als „sehr gute Mannschaft, die im vergangenen Jahr einen sehr guten Job gemacht hat.“ Dabei sieht er die Hessen aufgrund der Europa League-Qualifikation etwas im Vorteil: „Sie haben in dieser Saison schon einige Pflichtspiele bestritten. Sie sind sehr gut organisiert, können aggressiv und gut Fußball spielen. Zudem haben sie mit Adi Hütter einen guten Trainer, der sehr flexibel spielen lässt.“
Gegen die Hessen sind die Kraichgauer seit vier Spielen sieglos, verloren zudem beide Partien in der vergangenen Saison. Im Direktvergleich aus 20 Bundesligaduellen liegt die TSG jedoch immer noch bei 8 Siegen, 5 Niederlagen und 7 Unentschieden vorn. Im Kampf um einen Europapokalplatz in der Saison musste die TSG am letzten Spieltag nach der 2:3-Niederlage in Mainz die Frankfurter ans sich vorbeiziehen lassen. Nach zwei internationalen Spieljahren war somit der Traum von Europa beim Abschiedsspiel von Trainer Nagelsmann schmerzhaft ausgeträumt.
Sehr zur Freude der Hessen, die in den Qualifikationsspielen zur Europa League aktuell gute Chancen haben sich für die Gruppenphase zu qualifizieren. Nach den Erfolgen über FC Flora Tallinn und FC Vaduz steht gegen Racing Straßburg (22. und 29. August) die letzte Hürde bevor.
Nicht zuletzt aufgrund der erfolgreichen vergangenen Runde musste die Eintracht schmerzlich die beiden heiß begehrten Torgaranten Luka Jovic (Real Madrid) und Sebastian Haller (West Ham United) ziehen lassen und sich aktuell personell einem Umbruch unterziehen.
Ishak Belfodil (TSG 1899 Hoffenheim) hat noch Trainingsrückstand. Ein Einsatz ist fraglich. Bild: Marc Schüler.
Ob letztendlich der dritte Top-Torjäger Ante Rebic bleiben wird, ist weiter offen. Das letztjährige Sturm-Trio erzielte wettbewerbsübergreifend 57 von 89 Toren. Als Neuzugänge verpflichtete Sportdirektor Freddy Bobic Stürmer Dejan Joveljic, die Mittelfeldspielern Djibril Sow (Bern) und Dominik Kohr (Leverkusen), Außenverteidiger Erik Durm (Huddersfield) sowie das Rückkehrer-Trio Martin Hinteregger, Sebastian Rode und Kevin Trapp. Der in der Breite aufgestockte Kader ist in der Defensive sicherlich stärker aufgestellt, im Offensivbereich jedoch durch das Wegbrechen der ersten Sturmreihe deutlich schwächer.
Inwieweit beide Mannschaften bereits in Form sind, konnten die Spiele der 1. DFB-Pokalrunde wenig Ausschlag geben. Während die TSG sich mit Mühe im Elfmeterschießen beim Drittligisten Würzburger Kickers durchsetzte, gewann die Eintracht erst in der Schlussphase durch drei Rebic-Tore beim Drittligisten SV Waldhof Mannheim 5:3. Schreuder lobte zwar die Herangehensweise in den ersten 60-65 Minute seiner Mannschaft in Würzburg, sah dann aber noch körperliche Defizite: „Wir haben unnötige Fehler gemacht, dadurch hat der Gegner an Glauben gewonnen und das Publikum war plötzlich da. Erst in der Verlängerung waren wir physisch dann besser.“
Wer alles am Sonntag im Kader stehen wird entscheidet sich erst nach dem Abschlusstraining. Fakt ist, dass Andrej Kramaric noch nicht fit und Christoph Baumgartner noch Gelb-Rot gesperrt ist. Fragezeichen stehen zudem hinter Ishak Belfodil, Leonardo Bittencourt und Florian Grillitsch, die noch Trainingsrückstand haben.
Ob der aktuelle Neuzugang Diadie Samassekou von RB Salzburg bereits im Kader stehen wird, ließ Schreuder völlig offen. Über den 12-Mio.-Transfer sagte der Trainer: „Diadie kann mit dem Ball gut Fußball spielen. Er ist ein sehr interessanter Spieler und wir sind sehr froh, dass er sich für uns entschieden hat.“ Im Vergleich zum letzten Saisonspiel in Mainz stellte der neue Cheftrainer dennoch in den Raum, dass es durchaus möglich sei, dass 6-7 andere Spieler jetzt in der Startelf stehen können.“ Insgesamt 1.200 Hoffe-Fans begleiten die Blau-Weißen in die Bankenmetropole.
{loadmoduleid 374}
zurück