TSG 1899 Hoffenheim - RB Leipzig / Spielszene aus der Saison 2016/2017. Foto: Siegfried Lörz
Hoffenheim empfängt sächsisches Spitzenteam
TSG Hoffenheim | erstellt am Do. 30.11.2017
Während die „Roten Bullen“ aus Sachsen alles daran setzen werden, um am 14. Spieltag den 3-Punkte-Rückstand zum FC Bayern nicht größer werden zu lassen, wollen die Kraichgauer ihre Negativserie am Samstagnachmittag beenden. Bis auf wenige freie Plätze im Gästeblock ist die Sinsheimer Arena bereits ausverkauft.
Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann fand durchweg positive Worte über den kommenden Gegner, den er als Spitzenmannschaft sieht: „RB Leipzig spielt wieder eine herausragende Saison. Sie machen es auch in der Champions League gut und haben zwei, drei Stärken. Dazu gehört eine große Wucht in der Offensive. In der vergangenen Saison waren das zwei fordernde, gute Spiele beider Mannschaften – das erwarte ich auch für Samstag.“
Der Fokus bei den Gastgebern liegt darin, wieder in die Erfolgsspur zurückzukehren. Der TSG-Coach: „Es geht nicht darum, Dinge grau oder fast schwarz zu malen, sondern um eine realistische und reflektierte Einschätzung der eigenen Leistung. Die vergangene, außergewöhnliche Saison zählt nicht mehr – die ist in Koffern verpackt. Wenn wir wieder erfolgreich sein sollen, müssen wir mehr tun als zuletzt. Deshalb hat auch niemand etwas davon, wenn wir über Ziele sprechen. Wir müssen die Dinge, die nötig sind, tun.
Personell gibt es einige Fragezeichen
Defensivspieler Ermin Bicakcic, der zuletzt bei einem Test in der U23 spielte, ist mit seinen Knieproblemen zwar noch nicht bei 100 Prozent, kann aber am Samstag auflaufen. Weniger aussichtsreich ist der Gesundheitszustand bei Benjamin Hübner, der zwar trainiert hat, aber noch nicht beschwerdefrei ist. Ob die beiden Offensivspieler Serge Gnabry (Probleme mit der Oberschenkelmuskulatur) und Sandro Wagner (Adduktorenprobleme) zur Verfügung stehen, entscheidet sich kurzfristig.
Auf die Frage, wie Nagelsmann und sein Trainerteam die zuletzt unübersehbare Abschlussschwäche beenden möchte, sagte der Coach: „Die Eindrücke im Training am Mittwoch waren gut. Wir haben Eins-gegen-Eins-Situationen trainiert und es war richtig Biss und Zug drin. Darauf werden wir für das Spiel gegen Leipzig und die darauf folgenden Spiele aufbauen. Wir haben uns auch in den vergangenen Partien viele Chancen erspielt, aber im entscheidenden Moment hat oft die Ruhe gefehlt. Wir waren zu hektisch und nicht mit dem nötigen Fokus auf den Moment ausgestattet. Daran arbeiten wird. Da hilft Training, da helfen Wiederholungen. Wenn wir uns weiter Möglichkeiten erspielen, klappt es auch irgendwann wieder mit mehr Toren.“
Es wird eine „Jetzt-erst-Recht“-Reaktion erwartet
Es ist, wie schon in den beiden bisherigen Bundesligaduellen, eine intensive und zweikampfbetonte Partie zu erwarten. Nagelsmann glaubt dem sächsischen Power mit zweierlei Möglichkeiten entgegen zu wirken: „Entweder wir überspielen das Pressing der Leipziger oder müssen die Zweikämpfe annehmen und in der Mehrzahl für uns entscheiden.“
Nach der zuletzt berechtigten Kritik mit dem Ausscheiden in der Europa League als Negativhöhepunkt, wollen die Nordbadener mit einer „Jetzt-erst-Recht“-Reaktion in die noch ausstehenden vier Hinrundenpartien gegen Leipzig, Hannover, Stuttgart und Dortmund gehen. Die Nagelsmänner stehen vor einer neuen Bewährungsprobe.
TSG-Stürmer Wagner sieht sein Team nicht so schlecht wie es gemacht wird: „Wenn wir in Hamburg gewonnen hätten, stünden wir jetzt auf Platz vier. Da die Mannschaften tabellarisch sehr dicht beisammen liegen, kann es sehr schnell in beide Richtungen gehen. Ich bin zuversichtlich, dass wir aufgrund unseres großen Potenzials wieder in die Erfolgsspur kommen.“ Das Spiel gegen RB könnte daher einen ganz besonderen richtungsweisenden Charakter haben.
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