Robin Hack gilt als großes Talent. Bild: Siegfried Lörz
Ein weiteres, hoffnungsvolles Talent aus der 1899-Schmiede
TSG Hoffenheim | erstellt am Fr. 06.10.2017
sport-kurier. In der aktuellen Länderspielpause ist es etwas ruhiger geworden auf dem Trainingsgelände der TSG Hoffenheim im Dietmar-Hopp-Sportpark in Zuzenhausen. Aufgrund von Verletzungen und elf Länderspielabstellungen waren zuletzt mit Geiger, Polanski, Schulz, Uth und Vogt nur fünf Feldspieler des Profikaders im Training.
Unter den Abwesenden ist auch Trainer Julian Nagelsmann, der ein paar freie Tage bei seiner Familie in München verbringt. Dass Nagelsmann ausgerechnet jetzt in seiner bayerischen Heimat verweilt, wo Rekordmeister Bayern München gerade an einer Trainerübergangslösung bis hin zur Neuausrichtung bastelt, sorgt natürlich für reichliche Spekulationen. Aufgrund der zuletzt unmissverständlich deutlichen Bekenntnisse des 30-Jährigen in Richtung „Wunschtraum Bayern-Coach“ werden Spekulationen sicherlich noch die ganze Saison andauern.
Solange der gebürtige Landsberger kein klares Bekenntnis zur Vertragserfüllung im Bundesligadorf bis 2021 ausspricht, wird keine mediale Ruhe einkehren. Hoffenheims Verantwortliche reagieren äußerlich entspannt. Sie verweisen auf den bestehenden Kontrakt ihres Ausnahme-Trainer bis 30.06.2021 und weisen ständig darauf hin, dass keinerlei Anfragen aus München vorliegen.
Ein Lichtblick bei der zuletzt 2:3-Derby-Niederlage in Freiburg war Youngster Robin Hack, der vor seinem verletzungsbedingten Ausscheiden in der 39. Minute nach einem Zusammenprall mit Teamkollege Vogt sein gelungenes Profi-Debüt mit einem Torerfolg zur 1:0-Führung krönte. Der 19-Jährige war erst im Sommer aus der eigenen Jugend zu den Profis gestoßen. Im Juni unterschrieb er seinen ersten Profivertrag, ehe er zusammen mit dem weiteren Ausnahmetalent Dennis Geiger bei der U19-Europameisterschaft in Georgien teilnahm.

Julian Nagelsmann wird immer noch mit dem FC Bayern München in Verbindung gebracht. Bild: Siegfried Lörz.
Co-Trainer Matthias Kaltenbach sieht in dem gebürtigen Pforzheimer ein großes Talent heranreifen: „Robin spielt eine Position, die es in Deutschland nicht so oft gibt – er ist ein klassischer Außenstürmer. Er ist dribbelstark und hat ein enormes Tempo, weshalb er in Eins-gegen-Eins-Situationen nur schwer zu halten ist. Er ist frech, probiert viele Dinge. Dabei klappt längst nicht alles, aber man kann schon sehen, was er drauf hat.“ Schon in der Hoffenheimer Jugend machte der Offensivspieler, der bislang alle DFB-Nachwuchsteams von der U16, U17, U19 bis zur U20 durchlief, durch Tore auf sich aufmerksam. So erzielte er 25 Tore in 48 Spielen der U17-Bundesliga und 17 Tore in 24 Partien der U19-Bundesliga.
Dass es im Fußball auch Rückschläge gibt, musste er in jungen Jahren bereits schmerzlichst erfahren. 2015 verpasste er die U17-WM in Chile aufgrund einer schweren Verletzung. In der Junioren-Bundesliga-Partie gegen Ingolstadt brach ihm sein Gegenspieler bei einem rüden Foulspiel das Schien- und Wadenbein. Danach kollabierte Hack auf dem Rasen, kam erst in der Klinik wieder zu sich. Es folgten schwere Wochen und Monate der Reha.
In einem Interview sagte er: „Ich habe gesehen, wie schnell alles vorbei sein kann und viel dabei gelernt. Mir wurde bewusst, dass ich auf meinen Körper achten, noch professioneller sein muss, egal ob Regeneration, Dehnübungen oder Athletik.“
Robin Hack lebt für den Fußball. Mit 14 Jahren verließ er das Elternhaus in Pforzheim, um sich in der Hoffenheimer Akademie professionell fördern zu lassen. Auch wenn der Abschied aus der gewohnten Umgebung sehr schwer fiel, so hatte er den Traum Profifußball immer vor Augen.
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