Frankfurts Stürmer Bas Dost erzielt den 2:1 Siegtreffer gegen Hoffenheim. Bild: Marc Schüler

Frankfurts Stürmer Bas Dost erzielt den 2:1 Siegtreffer gegen Hoffenheim. Bild: Marc Schüler

Dank starker 2. Halbzeit bezwingt Eintracht Frankfurt die TSG Hoffenheim mit 2:1 (0:1)

TSG Hoffenheim | erstellt am So. 04.10.2020

Der Tabellenführer aus dem Kraichgau kassierte aufgrund einer schwachen zweiten Spielhälfte eine verdiente 1:2-Auswärtsniederlage in der Bankenmetropole und musste seine Poleposition an den Gegner abtreten.

Während unter Trainer Adi Hütter die Hessen zuletzt alle fünf Duelle gegen die TSG jeweils mit einem Tor Unterschied für sich entscheiden konnten, war es für TSG-Coach Sebastian Hoeneß die erste Niederlage als Profitrainer in der Bundesliga. „Man of the Match“ war Stürmer Bas Dost, der sowohl den Frankfurter Ausgleich vorbereitete, als auch den Siegtreffer erzielte. Der Niederländer traf in seinen letzten sieben Duellen gegen seinen Lieblingsgegner bereits zum sechsten Mal und avanciert immer mehr zu einem Hoffenheimer Torgespenst.

Dabei sah es zur Halbzeitpause nach dem dritten Sieg am 3. Spieltag für die Kraichgauer aus, die das Spielgeschehen größtenteils diktierten. Dabei zeigten sie sich abermals sehr effizient bei der Chancenverwertung. Nach 18 Minuten zappelte der Ball bei der ersten größeren Tormöglichkeit der gesamten Partie im Frankfurter Netz. Und wer anders als Torjäger Andrej Kramaric hätte die Gästeführung erzielen können? Der Kroate lässt gleich drei Gegenspieler mit einer Körpertäuschung im Strafraum schlecht aussehen und überlistet Torhüter Kevin Trapp mit einem Lupfer in den linken Torwinkel zur 1:0-Führung.

 

Andrej Kramaric (weiß) erzielte mit diesem Schuss die Hoffenheimer 0:1 Führung in Frankfurt. Bild: Marc Schüler

Für Kramaric war es bereits das sechste Saisontor im dritten Spiel und saisonübergreifend das 13. Tor aus den letzten sechs Pflichtspielen. Mit der Führung im Rücken ist die Hoeneß-Truppe fortan spielerisch klar überlegen, wirkt zudem reifer und lässt mit langen Ballstafetten den Gegner meist hinterherlaufen. Frankfurt findet nicht in die Partie und kann bis auf eine Aktion kurz vor der Pause durch Silva keine zwingenden Offensivaktionen aufweisen. Alles in allem eine verdiente Halbzeitführung, was sich aber in den zweiten 45 Minuten schlagartig ändern sollte.

Die Eintracht kam mit deutlich mehr Schwung aus der Kabine, wirkt viel druckvoller und entschlossener. Die TSG kann dem wenig entgegensetzen und sieht sich zunehmend in die Defensive gedrängt. Mit Folgen: Nach einem weiten Seitenwechsel von Steven Zuber auf Dost legte dieser quer auf den mitgelaufenen Kamada, der den Ball aus kurzer Distanz zum verdienten 1:1-Ausgleich über die Torlinie drückt (54.). Angetrieben von 8.000 begeisterten Heimfans entwickelt die Eintracht viel mehr Zug und Tempo zum Tor und setzt dem Gegner derart zu, dass dieser kaum Offensivaktionen mehr kreieren kann.

Innerhalb von zwei Minuten brannte es vor beiden Toren lichterloh. Zunächst verhinderte TSG-Keeper Oliver Baumann mit einer Faustabwehr den Rückstand bei einer Dost-Direktabnahme (66.), dann klärte auf der anderen Seite in allerhöchster Not zwei Mal der Österreicher Martin Hinteregger vor dem einschussbereiten Kramaric (67.) und kurz darauf vor Munas Dabbur (70.). Eine Minute später die Frankfurter Führung.

Nachdem Kamada mit einem Dribbling die halbe Hoffenheimer Hintermannschaft austanzte, landet der Ball im allgemeinen Durcheinander im Fünfmeterraum vor den Füßen von Dost, der zum 2:1 eindrückt (71.). In der Schlussphase bieten sich beiden Teams nochmals gute Chancen. Zunächst scheitert Stefan Posch mit einem Distanzschuss an Torhüter Trapp (73.) und wenig später pariert auf der anderen Seite Baumann einen von Kevin Akpoguma abgefälschten Schuss von Kamada reaktionsschnell zur Ecke (79.).

 

Frankfurts Kamada trifft in der 2. Halbzeit zum 1:1 Ausgleich. Bild: Marc Schüler

Letztendlich blieb es beim verdienten 2:1-Heimsieg, der aufgrund der Leistungssteigerung, des größeren Willens und größeren Entschlossenheit der Schwarz-Roten Adler vom Main in Ordnung geht.
Für die Hoffenheimer war es die erste Niederlage saisonübergreifend seit dem 0:2 gegen RB Leipzig am 12. Juni nach zuletzt fünf Bundesligasiegen in Folge. Das Fazit des Ex-Hoffenheimers Zuber fiel deutlich aus: „Wir hatten das Spiel jederzeit, bis auf das Gegentor, im Griff und es dann auch total verdient gewonnen.“

Für Hoffenheims Sportdirektor Alexander Rosen waren es zwei grundverschiedene Halbzeiten: „In der ersten Hälfte haben wir sehr gut verteidigt, waren bissiger und griffiger und lagen auch verdient in Führung. Dann in Hälfte 2 war unser Spiel zu fehlerhaft und Frankfurt wurde deutlich stärker.“ Nach der Länderspielpause empfängt die TSG Hoffenheim am 4. Spieltag am 17. Oktober (15.30 Uhr) das Team von Borussia Dortmund in Sinsheim.

Frankfurt – Hoffenheim 2:1

Eintracht Frankfurt: Trapp – Abraham (63. Tuta), Hasebe, Hinteregger – Toure, Ilsanker, Rode, Zuber (87. Barkok) – Kamada (87. Chandler) – Silva, Dost (80. Ache)
TSG Hoffenheim: Baumann – Posch, Vogt, Akpoguma – Kaderabek, Grillitsch, Geiger (73. Gacinovic), Skov (73. Bebou) – Baumgartner (77. Belfodil) – Kramaric, Dabbur

Tore: 0:1 Kramaric (18.), 1:1 Kamada (54.), 2:1 Dost (71.)
Zuschauer: 8.000

 

 

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