Archivbild: TSG 1899 Hoffenheim vs. FC Bayern Muenchen v. li. im Zweikampf Philippe Coutinho (Bayern München) und Sebastian Rudy (Hoffenheim). Bild: Siegfried Lörz Kraichgaufoto
„Bayern gegen Hoffenheim“ oder „Flick gegen Hoeneß“, das Duell verspricht unabhängig vom Tabellenstand einiges an Brisanz
TSG Hoffenheim | erstellt am Do. 28.01.2021
Seit der Saison 2016/17 holten die Hoffenheimer bei vier Siegen, einem Remis und vier Niederlagen stolze 13 Zähler gegen den FCB, soviel wie kein anderer Bundesligist in diesem Zeitraum. Besonders der 4:1-Erfolg in der Hinrunde war historisch, da die Bayern im gesamten Jahr 2020 unter Trainer Hansi Flick ansonsten in allen Wettbewerben ohne Niederlage blieben.
Rückblickend war es ein rabenschwarzer Sonntag am 2. Spieltag für die Münchner, die 72 Stunden zuvor noch in Budapest nach kräftezehrenden 120 Minuten über den FC Sevilla den UEFA-Supercup gewannen und mit leerem Akku in Sinsheim aufliefen. Die Rot-Weißen, deren Vorsprung in der Tabelle nach zuletzt neun Punkten aus der Englischen Woche auf sieben Zähler angewachsen ist, sind heiß auf die nächste Partie und wollen sich für die beiden Niederlagen gegen die TSG revanchieren.
Doch auch die Nordbadener konnten zuletzt einiges vorweisen, holten sieben Zähler aus den letzten drei Partien und blieben dabei ohne Gegentreffer. Ob die Hoffenheimer Defensivstärke auch in der Allianz-Arena unüberwindbar bleibt, darf aufgrund der Münchner Offensivstärke mit rekordverdächtigen 53 Toren nach 18 Spieltagen angezweifelt werden. Viele Experten sehen die Bayern mit bislang 42 Punkten bereits zum neunten Mal in Folge als Serienmeister.
Für Hoffenheims Torjäger Andrej Kramaric, der im Hinspiel sowie in den letzten beiden Partien gegen Hertha BSC und Köln jeweils doppelt traf, „muss alles passen, um in München zu gewinnen“. Und für Teamkollege Christoph Baumgartner muss „das Team einen perfekten Job machen und mit Selbstbewusstsein in die Partie gehen, um erfolgreich zu sein“.

Hansi Flick ist mit seinem FC Bayern auf Revanche für die 4:1 Hinrunden-Niederlage aus. Bild: Siegfried Lörz Kraichgaufoto.
Gut möglich, dass Florian Grillitsch nach überwundener Bauchmuskelverletzung wieder in die Startformation zurückkehrt. Für den Österreicher, der diese Woche wieder mit der Mannschaft trainieren konnte, sind Spiele gegen die Bayern immer etwas Besonderes. „Wir haben in den letzten Jahren eigentlich eine gute Bilanz gegen sie. Deswegen glaube ich schon, dass etwas möglich ist. Wir brauchen einen Top-Tag und auch die Bayern müssen Fehler machen. Der Qualitätsunterschied ist ansonsten natürlich da. Aber wir wissen, dass wir etwas holen können. Dafür muss jeder muss an seine Grenzen gehen“, sagte der 25-Jährige in einem Vereinsinterview.
Freuen wird sich auch TSG-Trainer Sebastian Hoeneß bei seiner ersten Rückkehr als Bundesligatrainer in seine Geburtsstadt. Nach dem deutlichen Sieg im Hinspiel stand der letztjährige Meistertrainer des FC Bayern II in der Dritten Liga ganz besonders im medialen Fokus. Sein Gegenüber Hansi Flick fiebert ebenfalls der Partie entgegen, schließlich möchte der Bammentaler nach der letztjährigen Pleite nun den ersten Heimsieg gegen seinen ehemaligen Verein, bei dem er sowohl als Trainer als auch als Geschäftsführer tätig war, einfahren.
Flick hatte seiner Mannschaft im tiefverschneiten München zwei freie Tage gewährt, ehe er am Mittwoch mit der Vorbereitung auf das Hoffe-Spiel begann. Flick kann personell (fast) aus dem Vollen schöpfen und hat auf vielen Positionen die Qual der Wahl. Etwas angespannt ist hingegen die Situation bei Kollege Hoeneß, dem weiterhin eine Reihe Defensivspieler nicht zur Verfügung stehen. Es ist jedoch davon auszugehen, dass Abwehrchef Kevin Vogt nach überstandenen Rückenproblemen wieder von Beginn an aufläuft.
„Bayern gegen Hoffenheim“ oder „Flick gegen Hoeneß“, das Duell verspricht unabhängig vom Tabellenstand einiges an Brisanz.
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