TSG 1899 Hoffenheim vs. Bayern Muenchen v. li. im Zweikampf  Thomas Mueller (Bayern Muenchen) mit Roberto Firmino Fimino (10) TSG 1899 Hoffenheim Bild: Siegfried Lörz

TSG 1899 Hoffenheim vs. Bayern Muenchen v. li. im Zweikampf Thomas Mueller (Bayern Muenchen) mit Roberto Firmino Fimino (10) TSG 1899 Hoffenheim Bild: Siegfried Lörz

Transferbilanz deutlich aufgebessert +++ Firmino für Rekordablöse nach Liverpool, doch TSG hält Geld zusammen

Archiv 1. Bundesliga (Fußball) | erstellt am Di. 28.07.2015

Mit Roberto Firmino ging der Top-Leistungsträger

Dass der Abgang des Leistungsträgers schwer zu kompensieren sein wird, das ist jedem im Verein bewusst. In 153 Spielen für die TSG erzielte Firmino 49 Tore (drei davon durch Elfmeter), bereitete 36 weitere Treffer vor – für eine offensiven Mittelfeldspieler sind beide Werte für sich schon mehr als ordentliche Statistiken. Nie leistete sich der Brasilianer einen Aussetzer und musste mit Rot oder Gelb-Rot vorzeitig duschen gehen, nur 27-mal gab es für ihn in diesen 153 Spielen die Gelbe Karte. „Wir werden ihn sicher nicht alleine durch einen Spieler ersetzen können, immerhin war er auch ein guter Balleroberer.

Daher müssen wir umstellen im Offensivsystem und es auf mehr Schultern verteilen“, weiß auch Trainer Markus Gisdol. Eine zentralere Rolle im Offensivspiel der TSG soll dabei Kevin Volland einnehmen, wahrscheinlich einer der Hauptgründe, warum der Stürmer in Hoffenheim verblieb und nicht dem Werben von Klubs wie Borussia Mönchengladbach in der Sommerpause nachgab.

DFB Pokal 2. Runde Saison 2014/2015 TSG 1899 Hoffenheim – FSV Frankfurt – Zweikampf zwischen v. l. Kevin Volland (31) TSG 1899 Hoffenheim gegen Joan Oumari (17) FSV Frankfurt . Bild: S. Lörz

 

Doch was machen mit dem vielen Geld?

Zumindest nicht wie in der Vergangenheit locker ausgeben, darauf achtet Manager Alexander Rosen schon. Vier Millionen Euro investierte die TSG in Innenverteidiger Fabian Schär vom FC Basel, 3,5 Millionen jeweils kosteten Verteidiger Pavel Kaderabek (Sparta Prag) und Außenstürmer Jonathan Schmid (SC Freiburg). 2,2 Millionen gab die TSG jeweils für die beiden Stürmer Mark Uth (SC Heerenveen) und den Brasilianer Joelinton (Sport Club de Recife) aus.

Der Transfer Kevin Kurany kam überraschend. Sven Schipplock wechselte zum Hamburger SV und nur einen Tag später gab die TSG-Führung den Hammer-Transfer bekannt. Der in Rio de Janeiro geborene Kurányi hatte einen ausgelaufenen Vertrag bei Dynamo Moskau. Er absolvierte bislang 261 Bundesliga-Spiele und erzielte dabei 111 Tore. Das Trikot der deutschen A-Nationalmannschaft trug der 1,90 Meter lange Angreifer 52 Mal, dabei gelangen ihm 19 Treffer.

Weitere Akteure kamen nach Auslaufen der Leihe zurück, wurden aus der eigenen Jugend befördert oder kamen ablösefrei zur TSG. Viel auszugeben plant man nicht, immerhin hatte man in den vergangenen Jahren schon eine defizitäre Transferbilanz, die man jetzt ausgleichen kann.

Hallen Fussball Turnier um den Harder13 CUP in der SAP Arena Mannheim Bild: Michael Gregoritsch (24) TSG 1899 Hoffenheim. Bild: S. Lörz

 

Dabei fällt das Beuteschema der TSG jedem Betrachter ins Auge

Junge und entwicklungsfähige Talente, die dann möglicher Weise wie Firmino, Carlos Eduardo oder Luis Gustavo für viel Geld verkauft werden können, den Klub aber dennoch sofort weiterbringen. Im Fall von Firmino wechselte dieser zum 1. Januar 2011 für 4 Millionen Euro in den Kraigau, um dann jetzt für 41 Millionen nach Liverpool zu gehen. Dass dies jedoch nicht mit jedem Spieler oder Talent gelingt, zeigt die Vergangenheit.

Für jeden Firmino oder Carlos Eduardo gibt es fünf Michael Gregoritsch, Sandro Wieser oder Luis Advincula. Spieler, die mit Vorschusslorbeeren kamen und ohne Frage talentiert sind, bei denen es aber irgendwann absehbar wird, dass es wohl für den Bundesligakader der TSG nicht reichen wird. Eine Kunst macht die TSG daraus Talente günstig einzukaufen, diese zum Sammeln von Spielpraxis zu verleihen und dann darauf zu hoffen, dass sie den Bundesligakader verstärken können.

Dabei ist Gregoritsch (Foto oben) ein weiteres Paradebeispiel. Für 200.000 Euro kaufte Hoffenheim den damals 17-jährigen Österreicher 2011, verlieh ihn umgehend an seinen ehemaligen Verein SV Kapfenberg, dann wiederum nach
einem Jahr bei der 2. Mannschaft der TSG für 100.000 Euro für ein Jahr zum FC St. Pauli. Anschließend gleich weiter an den VfL Bochum, der ihn nun für 500.000 Euro kaufte. Faktisch ein Transfergewinn, auch wenn man sich sportlich ursprünglich sicher mehr von der Verpflichtung erhofft hatte.

Testspiel – 15/16 – TSG 1899 Hoffenheim vs. FC Zuzenhausen Joelinton (Hoffenheim) mit Ball. Bild: S. Lörz.

 

Volland’s Marktwert von 700.000 auf 20 Millionen Euro gestiegen

Paradebeispiel, dass diese Taktik aber auch aufgehen kann ist einmal mehr Kevin Volland. Für 700.000 Euro wurde Volland im Winter 2011 vom TSV 1860 München gekauft und gleich wieder an seinen Verein für anderthalb Jahre verliehen. Mittlerweile ist Volland Nationalspieler und besitzt einen Marktwert von 20 Millionen Euro.

Für das Team soll es in dieser Saison endlich klappen mit der Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb. Nur so hätte man neben dem finanziellen Aspekt gute Argumente Leistungsträger wie Volland auch wirklich langfristig zu halten. Während Im Tor mit Oliver Baumann Konstanz herrscht, wurde in der Defensive mit Schär und Kaderabek nachgerüstet. Zudem will auch Niklas Süle nach seinem Kreuzbandriss wieder angreifen. Umworben ist Jeremy Toljan von zahlreichen Klubs, sieht die TSG jedoch keine Veranlassung das große 20-jährige Talent auszuleihen oder ziehen zu lassen.

Im Mittelfeld ist ebenso Konstanz angesagt. Hier wurden lediglich die Außenbahnen verstärkt mit Jonathan Schmid und dem 18-jährigen Philipp Ochs, der von Ex-Trainer Ralf Rangnick und RB Leipzig bereits umworben wurde. Im Sturm sollen Mark Uth und Joelinton den etablierten Kevin Kurany und Adam Szalai Konkurrenz machen. Nach dem Abgang von Roberto Firmino hat Trainer Markus Gisdol nun die Qual der Wahl.

Um wirklich im Kampf um den Europapokalplatz endlich erfolgreich zu sein, muss bei der TSG schnell ein passendes Offensivsystem entwickelt werden. Weiterhin muss der alljährliche „Winterpausen-Blues“ endlich einmal vermieden werden, denn dieser hat durch schlechte Rückrundenstarts schon in einigen Jahren den sicher geglaubten Platz im internationalen Wettbewerb gekostet.

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