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Hochklassiges Verbandsligaspiel findet keinen Sieger
Fussball | erstellt am So. 05.10.2014
Foto: v.l. SVW-Keeper Dennis Broll, darunter Viernheims Tolga Karlidag, Waldhofs Elmir Muhic und Viernheims Roman Haas.
„Für mich war es das vielleicht beste Verbandsligaspiel in dieser Saison“; meinte TSV-Coach Norbert Muris und auch SVW-Trainer Frank Schwaber pflichtete bei: „Das war ein taktisch und fußballerisch richtig gutes Spiel beider Mannschaften mit einem gerechten Unentschieden.“
250 Zuschauer wollten Derby sehen
Der Spieltermin am Feiertag war gut gewählt, denn rund 250 Zuschauer sorgten für eine würdigen Rahmen dieser Partie. Die erste Chance des Spiels bekam Nico Bergold für die Hausherren schon in Minute 3, doch er zielte zu ungenau. Auf der anderen Seite scheiterte Robin Hadameck an Dennis Broll (5.). Die zweite Waldhof-Chance besaß Ihsan Erdogan, doch er konnte Keeper Marc Bisch nicht bezwingen (16.). Im direkten Gegenzug machte es Cihad Ilhan nicht besser (17.).
Viernheim vergibt einige Hochkaräter
In der Folge fanden die Torraumszenen meist im Waldhof-Strafraum statt. „Waldhof hatte zunächst mehr Spielanteile, wir waren erst ab der 25. Minute richtig im Spiel“, erkannte Muris. Benny Waldecker (25.), Ilhan (27.), Tolga Karlidag (34.) und Patrick Marschlich (35.) brachten aber nichts Zählbares zu Wege. „Wir hatten drei bis vier Hockaräter. Bei einem so engen Spiel mußt du dann auch einmal deine Chancen nutzen. Wenn wir in Führung gehen, wäre es sicher schwerer gegen uns geworden“, bemängelte Muris die fehlende Kaltschnäuzigkeit seiner Mannschaft.
Erdogan trifft mit Traumtor zum 1:0 / Herm gleicht aus
Zwischen diesen vier Chancen des TSV lag aber auch eine des SVW: Talha Yazgan zwang Bisch zu einer Parade, denn der konnte gerade noch zur Ecke klären (29.). Erst beim Traumtor zum 1:0 von Erdogan, der aus rund 20 Metern abzog und in den Winkel traf, war auch Bisch machtlos (36.). Was folgte, waren giftige Gegenangriffe der Südhessen. Henrik Hofstätter düpierte die SVW-Hintermannschaft, traf aber nur die Latte (43.).
Eine Zeigerumdrehung später schaffte Daniel Herm dann doch den verdienten Ausgleich. Gegen seinen Gewaltschuss ebenfalls aus 20 Metern hatte Broll keine Abwehrchance (44.). Schwabe nahm seiner Elf das Gegentor nicht krumm und verwies auf den regionalliga- und oberligaerfahrenen TSV-Kader. Muris betonte jedoch, dass man auch junge Spieler im Team habe und auf eine gesunde Mischung baue.
Neuzugang Cihad Ilhan ein ewiger Unruheherd
Spannend blieb auch die zweite Halbzeit, in der Erdogan für Waldhof noch einmal am Keeper scheiterte (54.) und auch Ilhan für die Gäste das Tor nicht machte, nachdem er zwei Gegenspieler aussteigen ließ (58.). Eine Viertelstunde später fabrizierte Daniel Katsch fast ein Eigentor nach Waldeckers Flanke, doch Broll bekam gerade noch die Hände dazwischen (74.). Hector Robinson (86.) und Yazgan (90.), der gerade noch rechtzeitig geblockt wurde, vergaben für Waldhof den Sieg.
Zum Spiel passte auch der souveräne Schiedsrichter Rouven Ettner, der laufen ließ, wo immer es ging und seine erste von zwei gelben Karten erst nach 82 Minuten zücken mußte. Schwabe lobte nach dem Abpfiff des Referees vor allem seine Innenverteidigung, „die es ganz gut gelöst hat, vor allem gegen Cihad Ilhan, der ein ewiger Unruheherd war.“
Mit Ilhan waren mehr als die Hälfte ehemalige Waldhöfer in der Viernheimer Startelf: Jetzt im Sommer wechselte Rene Helbig zum TSV, bei Waldecker, Karlidag, Marschlich und Torschütze Herm liegt die Waldhof-Karriere schon etwas länger zurück. „Das war Waldhof 2 gegen Waldhof 3“, meinte eine Zuschauerin nicht ganz zu Unrecht. Waldhof 3, pardon, der TSV Amicitia Viernheim hat nun fünf Partien in Folge nicht verloren.
Muris Blick geht nach oben
Zu den Ambitionen der Südhessen meinte Muris: „Wir haben schon gesagt, dass wir eine Platzierung möglichst im oberen Drittel anstreben, aber es ist erst der achte Spieltag. Ich kann ja nicht wissen, was in drei oder vier Wochen ist, aber mit dem Kader der im Moment spielt, haben wir schon unsere Ziele.“ Gut läuft es auch für die Waldhof-Reserve mit den nun erreichten 12 Punkten. Immerhin hat man schon gegen vier Mannschaften aus dem oberen Drittel antreten müssen und erst gegen zwei Teams aus dem unteren Drittel. Das Team ist auswärts noch ungeschlagen und hat ein gutes Polster nach hinten.
„Wir wollen drei Mannschaften hinter uns lassen und das schaffen wir auch“, geht es für den SVW-Coach um eine sorgenfreie Runde. So waren am Ende alle zufrieden, nur einer blickte etwas traurig in die Runde. Christian Katins, auch ein ehemaliger Waldhöfer, der jetzt in Viernheim spielt, ist seit 7 Monaten verletzungsbedingt nicht im Einsatz. „Ich trainiere jetzt seit zwei Wochen wieder“, sieht er aber Licht am Ende des Tunnels.
Waldhof II: Broll – Braun (46.Budimir), Katsch, Muhic, Avci – Kaiser, Bergold -Erdogan, Radojewski (76.Jubin), Robinson – Yazgan
Viernheim: Bisch – Waldecker, Karlidag, Haas, Helbig – Herm – Marschlich, Hadameck (67.Beck), Cambeis – Ilhan, Metscher (21.Hofstätter)
Schiedsrichter: Ettner (Kronau)
Zuschauer: 250
Tore: 1:0 Erdogan (36.), 1:1 Herm (44.)
gelbe Karte: – / Helbig, Ilhan
Foto: Berno Nix
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