VfR Mannheim - SGV Freiberg, Testspiel, v.l. Mannheims Erich Berko gegen Freibergs Tim Niklas Pietzsch 14.02.2026 / Foto: Berno Nix
VfR Mannheim bezwingt Regionalligaspitzenreiter SGV Freiberg mit 6:4 (5:2)
Regionalliga | erstellt am So. 15.02.2026
(mk) Zum Abschluss der Wintervorbereitung konnte der VfR Mannheim nochmals viel Selbstvertrauen tanken. Gegen den SGV Freiberg, Spitzenreiter der Regionalliga Südwest, setzten sich die Blau-Weiß-Roten in einer torreichen wie auch unterhaltsamen Begegnung mit 6:4 (5:2) durch. Nach Abpfiff blickten die anwesenden Zuschauer in viele zufriedene Gesichter. Sowohl das Resultat als auch die Leistung sorgten für gute Laune. „Speziell in den Zweikämpfen war eine hohe Intensität zu beobachten. Dass wir schlussendlich sechs Tore gegen diesen Gegner schießen, ist ebenfalls super“, lobte VfR-Coach Marcel Abele, schob jedoch sogleich mahnend hinterher: „Es war jetzt allerdings auch nur ein Testspiel. In Ravensburg wartet nächste Woche der erste richtige Prüfstein auf uns.“
Aus Perspektive der Rasenspieler begann die Begegnung furios. Keine Minute war vergangen, da verwertete Pasqual Pander eine Steilvorlage Alexandru Paraschivs zur frühen Führung (1.). In der folgenden Zeit begegneten sich beide Mannschaften auf Augenhöhe. Nach einer guten Viertelstunde fing sich der VfR aufgrund eines gravierenden Fehlers im Spielaufbau jedoch den vermeidbaren Ausgleich. Meghon Valpoort hatte leichtes Spiel und netzte zum 1:1 ein (16.). „Mich haben diese Gegentore sehr genervt“, merkte Abele kritisch an. Speziell die Art und Weise, wie Freiberg seine Treffer erzielte, stieß ihm etwas sauer auf: „Wir haben wieder Geschenke verteilt und zu viele individuelle Fehler produziert.“ Zwei Minuten später klingelte es erneut im Kasten von David Nreca-Bisinger. Dieses Mal kombinierte sich der Regionalligaspitzenreiter ansehnlich in den Mannheimer Strafraum und bediente den freistehenden Marius Köhl (18.).
In der leidenschaftlich geführten Begegnung ging es weiter hoch her. Ein Klassenunterschied machte sich jedoch nach wie vor nicht bemerkbar. Stattdessen bekam Pander wenige Zeigerumdrehungen nach dem 1:2 einen präzisen Vertikalpass zu fassen und drang in den Freiberger Strafraum. Da ihn sein Gegenspieler nur regelwidrig vom Ball trennen konnte, entschied der Unparteiische Marc Heiker auf Foulelfmeter. Den fälligen Strafstoß setzte Teamkapitän Alexander Esswein links unten ins Netz (23.). Bis zum Pausenpfiff erzielte der VfR noch drei (!) weitere Treffer.
Zunächst tankte sich Paraschiv auf der linken Angriffsseite durch und flankte in den Strafraum. Der Ball rutschte Freibergs Keeper Benedikt Paul Grawe quasi durch die Handschuhe und schlitterte somit über die Linie (29.). Da Freibergs Mehdi Hetemaj das Leder zuletzt berührte, wurde dieser bizarre Treffer als Eigentor gewertet. Besonders kurios: Das 4:2 ähnelte in der Entstehung dem vorherigen Treffer auf frappierende Weise, da Grawe abermals ein sicher geglaubter Ball durch die Handschuhe rutschte. Shaban Veselaj stand goldrichtig und schob den Abpraller locker ins Tor ein.
Damit war der Torreigen aber noch nicht abgeschlossen. Praktisch mit dem Pausenpfiff zog Pander nochmals von der rechten Seite etwas weiter ins Zentrum und beförderte das Leder von der Strafraumkante ins Tor (45.). In Anbetracht von fünf Treffern in einer Halbzeit wollte sich auch Marcel Abele über die Chancenverwertung nicht allzu sehr beschweren. „Wir haben zwar zwei bis drei gute Gelegenheiten liegen gelassen. Alles in allem war es in diesem Bereich aber in Ordnung“, betonte Abele lobend.
Wer in der zweiten Halbzeit mit wütendem Freiberger Dominanzfußball rechnete, wurde rasch eines Besseren belehrt. Zwar reduzierte Gal Grobelnik den Rückstand nach einem Foulelfmeter (52.), doch der VfR ließ sich keineswegs in der eigenen Hälfte einschnüren. Nichtsdestotrotz markierte der Regionalligaspitzenreiter nach einer vermeidbaren Ecke den Anschluss. Julian Kudalas sehenswerter Treffer fiel hierbei in die Kategorie Tor des Monats. Sein Hammer aus ca. 20 Metern schlug unhaltbar in den linken Winkel ein (62.).
Beiden Mannschaften war nun anzumerken, dass sie die Generalprobe vor dem Ligastart unbedingt siegreich gestalten wollten. Intensive Laufduelle gepaart mit einem forschen Zweikampfverhalten prägten in der verbleibenden Spielzeit die Partie.
„Wir haben gegen den Spitzenreiter der Regionalliga auch körperlich sehr gut mitgehalten. Ich habe in diesem Bereich keinen Unterschied gesehen“, hielt Abele zufrieden fest. Die Pointe eines wahrlich packenden Testspiels setzte schließlich der VfR mit dem abschließenden Angriff. Erich Berko vollendete eine ansehnlich vorgetragene Mannheimer Offensivaktion. Esswein bekam Enes Tubluks präzisen Vertikalpass zu fassen und legte für den ehemaligen Zweitligaprofi mustergültig ins Zentrum ab. Berko schob locker ein und markierte somit den Endpunkt der turbulenten Begegnung.
„Wir werden diese Partie nun einordnen und alles analysieren“, erklärte Abele nach dem aus seiner Perspektive besten Testspiel der Vorbereitung. Für den Ligaauftakt scheint der VfR nun bestens gewappnet zu sein. Die Vorfreude auf das Ende der knapp dreimonatigen Winterpause dürfte nicht nur beim Coach der Rasenspieler sehr groß sein.
VfR Mannheim: Nreca-Bisinger (54. Pedretti) – Akoto (83. C. Becker), Mißbach (83. Seifert), Kuhn, Sentürk (58. Rona) – Marx (83. Okwubor), Krüger – Paraschiv (85. Tubluk), Esswein, Pander (58. Stellwagen) – Veselaj (71. Berko).
SGV Freiberg: Grawe – Bradara (46. Lokaj), Engel (30. Adigo, 80. Kuranyi), Polauke (46. Ballas), Laupheimer (46. Schmidt) – Petö (46. Cerkez), Kehl-Gomez, Köhl (46. Pietzsch), Gouras (46. Grobelnik) – Hetemaj, Valpoort (46. Zie).
Schiedsrichter: Marc Heiker
Pressemitteilung VfR Mannheim