Archivbild: Walldorf glich einen 0:3 Rückstand aus und unterlag noch 3:4 durch einen Treffer in der letzten Spielminute. Bild: Lukas Adler
Riesenaufholjagd ohne Happy End
Regionalliga | erstellt am So. 12.04.2026
Am 28. Spieltag der Regionalliga Südwest sahen die knapp 400 Zuschauer im Dietmar-Hopp-Sportpark eine wilde Partie. 0:3, 3:3, am Ende 3:4 – so verlief die Partie zwischen dem FC-Astoria Walldorf und KSV Hessen Kassel. Die Walldorfer Treffer erzielten Yasin Zor, Iosif Maroudis und Arion Erbe.
Walldorfs Cheftrainer Andreas Schön veränderte seine Startelf im Vergleich zur Vorwoche auf einer Position, für den gesperrten Lennart Grimmer (5. Gelbe Karte) startete Maik Goß auf der rechten Außenbahn. Aufgrund der Verletztensituation halfen Luis Baumert, Samuel Keller und Tilmann Jahn aus der Walldorfer U23-Mannschaft aus, sie nahmen allesamt zunächst auf der Reservebank Platz.
Die erste Torchance der Partie hatte Kassels Jan Dahlke mit einem Schuss knapp über die Latte aus 16m-Torentfernung (8.). In der 22. Minute lief Dahlke nach einem vermeintlichen Foulspiel an Walldorfs Innenverteidiger Dennis Egel alleine auf das Walldorfer Tor zu und ließ sich die unverhoffte Chance nicht nehmen die Kugel zum 1:0 einzuschieben. Kurz darauf war FCA-Keeper Mario Schragl zur Stelle bei einem platzierten Schuss von Lukas Rupp (24.). Es sollten im Anschluss fünf fulminante Minuten mit vier (!) Toren folgen, in der 28. Minute traf Kassels Phinees Bonianga, auf die Reise geschickt überwand er mit einem feinen Heber den herausstürmenden Schragl.
Nach einer halben Stunde Spielzeit stellte Kassels Kapitän Adrian Bravo Sanchez auf Zuspiel von Dahlke, nach einem zu kurz geratenen Walldorfer Rückpass, sogar auf 3:0 aus Sicht der Gäste. Walldorf zeigte eine tolle Moral und schlug mit einem Doppelschlag zurück und fand direkt zurück in die Partie. Zor auf Zuspiel von Maximilian Waack und Maroudis auf Zuspiel von Zor verkürzten noch vor der Pause auf 2:3 (32./34.). In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit überschlugen sich noch einmal die Ereignisse, erst rettete Goß auf der Linie nach einer Ecke bei einem Torversuch von Kassels Tim Knipping (45.+1), dann scheiterte Waack nach einem feinen Solo mit Schuss mit der Picke an den gutreagierenden Jonas Weyand (45.+3).
Zur Pause brachte Schön Jahn in die Partie, er kam für Wycliff Yeboah in die Partie. Walldorf wurde aktiver und startete einen Angriff nach dem anderen. In der 68. Minute kam Erbe für Theo Politakis und die beiden eingewechselten Walldorfer Spieler waren fünf Minuten später die entscheidenden Protagonisten beim vielumjubelten 3:3-Ausgleich, auf Zuspiel von Jahn traf Erbe sehenswert ins kurze Eck – die Walldorfer Aufholjagd war perfekt (73.). In der Schlussviertelstunde spielten beide Mannschaften voll auf Sieg, die Partie stand auf Messers Schneide. Als man sich schon allmählich mit einem Unentschieden abfinden wollte, gelang den Gästen noch der Lucky Punch, der eingewechselte Danny Breitfelder besorgte per Nachschuss den 4:3-Siegtreffer für Kassel (90.).
Stimmen zum Spiel:
Rene Klingbeil, Trainer KSV Hessen Kassel: „Was für ein Spiel, beide Mannschaften haben über die Saison in der Defensive ein paar Anfälligkeiten gezeigt, so war es auch heute. Normalerweise, wenn man drei Tore auswärts schießt, sollte nichts mehr anbrennen. Wir waren in der ersten Halbzeit griffiger, haben aber nach dem 3:0 zu einfach zwei Gegentore bekommen. In der zweiten Halbzeit war Walldorf aktiver als wir. Beide Mannschaften können sich überhaupt nichts vorwerfen. Der Sieg in aller letzter Sekunde war natürlich glücklich, wir nehmen den Dreier mit viel Demut mit.“
Andreas Schön: „Die Zuschauer sind auf ihre Kosten gekommen, wir sind gar nicht gut ins Spiel gekommen. Nach dem 1:3-Anschlusstreffer haben wir das Spiel wieder scharf gemacht, wir haben bis Ende daran geglaubt. Verlieren macht nie Spaß, es ist bitter, dass wir am Ende dieses Spiel noch verloren haben. Wir haben jetzt noch sechs Spiele, in denen wir noch so viel Punkte wie möglich holen wollen.“
Ausblick: Kassel hat mit dem Auswärtssieg die Walldorfer in der Tabelle überholt, der KSV klettert auf den sechsten Rang, Walldorf ist Neunter. Am nächsten Samstag (18. April) reist Walldorf zu den heimstarken Trierern, die Partie im Moselstadion beginnt um 14 Uhr.
FC-Astoria Walldorf: Schragl – Hauk, Egel, Lässig – Goß, Politakis (67. Erbe), Waack (82. Hajrizaj), Riehle (74. Thermann), Maroudis – Zor, Yeboah (46. Jahn)
KSV Hessen Kassel: Weyand – Podolski, Knipping, Kopf, Boche (82. Prieto) – Duah (57. Sararer), Rupp, Kuntze (68. Breitfelder), Bravo Sanchez, Bonianga (68. Boeyuekata) – Dahlke (82. Girth)
Tore: 0:1 (21.) Dahlke, 0:2 (28.) Bonianga, 0:3 (29.) Bravo Sanchez, 1:3 (31.) Zor, 2:3 (33.) Maroudis, 3:3 (73.) Erbe, 3:4 (90.) Breitfelder
Schiedsrichter: Torben Huss (Dillingen)
Zuschauer: 398
FC Astoria Walldorf
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