VfR Mannheim - FC Normannia Gmünd, Oberliga Baden-Württemberg, v.l. Mannheims Alexander Esswein und Gmünds Nico Molinari 14.03.2026 / Foto: Berno Nix
Später Dämpfer ++ VfR muss sich mit einem 1:1 (0:0)-Remis gegen den 1. FC Normannia Gmünd begnügen
Oberliga BW | erstellt am So. 15.03.2026
(mk) Auf die Euphorie folgte die kalte Dusche. Drei Tage nach dem viel umjubelten Einzug in das Finale des bfv-Pokals kam der VfR Mannheim vor heimischem Publikum gegen den abstiegsbedrohten 1. FC Normannia Gmünd nicht über ein 1:1 (0:0)-Unentschieden hinaus. Nach Abpfiff verließen nicht nur die Spieler mit zerknirschtem Gesichtsausdruck den Platz, auch Cheftrainer Marcel Abele konnte seine Enttäuschung schwer verbergen. „Am Ende waren wir einfach zu lethargisch und unsauber“, hielt der Coach nüchtern fest.
Bereits zu Beginn der Partie zeichnete sich ein Geduldsspiel ab. Einerseits konnte der VfR das Geschehen über weite Strecken in die Hälfte des Gegners verlagern, andererseits unterbanden kompakt stehende Gmünder Mannheimer Großchancen. Zwar nahm Erich Berko nach knapp zehn Minuten einen langen Ball technisch sauber an, doch sein Torschuss erwies sich als unpräzise (7.). Weiteren Abschlüssen von Pasqual Pander (23., 25.) und Jannik Marx (35.) fehlte es ebenfalls an Präzision.
Mit fortlaufender Spieldauer fanden die schwäbischen Gäste auch offensiv besser in die Partie. Basierend auf einem aufopferungsvollen Zweikampfverhalten tastete sich die Blaskic-Elf ab Mitte der ersten Halbzeit langsam in Richtung blau-weiß-rotes Gehäuse. Nach einer guten halben Stunde musste VfR-Schlussmann Luca Pedretti erstmals einen wuchtigen Gäste-Abschluss entschärfen (33.). Das Publikum atmete tief durch.
Nun nahm die Partie spürbar an Fahrt auf. Kurz vor der Halbzeitpause hatte der blau-weiß-rote Anhang erstmals den Torschrei auf den Lippen, doch Gmünds reaktionsschneller Keeper Yannick Ellermann fischte Panders sauberen Schlenzer von der linken Strafraumkante aus dem Winkel (38.). Dass dieser blitzsaubere Abschluss seinen Weg nicht ins Tor fand, war keineswegs Ausdruck Mannheimer Schlampigkeit, sondern das Resultat einer bärenstarken Torhüterleistung. Somit ging es für optisch überlegene Quadratestädter gegen klug agierende Schwaben mit einem torlosen Remis in die Kabinen.
Wer nach Wiederanpfiff auf einen Leistungseinbruch der Gäste hoffte, wurde sofort eines Besseren belehrt. Zunächst konnte sich der VfR sogar glücklich schätzen, dass Gmünds Toptorjäger Alexander Aschauer eine Hereingabe nur um Haaresbreite verpasste (48.). Nichtsdestotrotz blieben die Rasenspieler tonangebend und erzielten nach einer ansehnlichen Kombination schließlich den erlösenden Führungstreffer durch Tim Seifert. Der Mittelfeldspieler kam im Strafraum aus guter Position zum Abschluss und belohnte seine Mannschaft und sich für den hohen Aufwand (58.). Die Freude über den vermeintlichen Durchbruch in dem nicht unerwarteten Geduldsspiel war groß. Vieles deutete nun auf einen klassischen Arbeitssieg hin, doch es kam anders als erwartet.
Gmünd ließ den Kopf nicht hängen, sondern verlagerte mit griffigem Zweikampfverhalten die Partie peu à peu in die Mannheimer Hälfte. Der VfR verpasste es wiederum, die sich bietenden Kontergelegenheiten konsequent zu nutzen. Das zweite Mannheimer Tor lag zwar nicht in der Luft, doch in Anbetracht der sich bietenden Räume war das 2:0 möglich.„Mit der Führung im Rücken hätten wir die Partie viel sauberer zu Ende spielen müssen. Mehrfach liefen wir in Überzahl auf die Kette“, monierte Abele. „Wir müssen einfach das zweite Tor erzielen.“
Trotz hohen Gmünder Engagements und suboptimalen Mannheimer Konterspiels bahnte sich allerdings bis in die Nachspielzeit ein blau-weiß-roter Sieg an. Großchancen der Gäste blieben weiterhin Mangelware. Des Weiteren dezimierte der Platzverweis von Tim Grupp (89.) die Schwaben zusätzlich. Allerdings eröffnete sich in der Nachspielzeit nochmals eine Gmünder Freistoßgelegenheit aus halblinker Position. Die hohe Flanke fand über Christian Kuhns Rücken auf höchst unglückliche Weise den Weg ins eigene Tor und besiegelte zwei schmerzhafte Mannheimer Punktverluste (90.+5). „Unsere Schwäche bei hohen Bällen ist auch kein Geheimnis mehr“, erklärte ein enttäuschter Abele, der den Fokus nun auf die Absicherung des zweiten Tabellenplatzes legt.
Aufstellung VfR Mannheim: Pedretti, Akoto, Mißbach (71. Sentürk), C. Becker, Rona (55. Krüger), Marx, Mende, Esswein, Seifert (77. Kuhn), Pander (70. Okwubor), Berko (75. Veselaj)
Aufstellung 1. FC Normannia Gmünd: Ellermann, Staiger, Grupp, Hofmeister (69. Filipovic), Aschauer, Gnaase, Rössler (78. Körner), Molinari, Avigliano (85. Milojkovic), Wilhelm, Rapp (78. Kundruweit)
Tore: 1:0 Tim Seifert (58.) 1:1 Christian Kuhn (90.+5, Eigentor)
Besondere Vorkommnisse: Rote Karte: Tim Grupp (1. FC Normannia Gmünd, 89.)
Schiedsrichter: Julian Gumz (Assistenten: Valentin Roeck, Pascal Heller)
Zuschauer: 312
Pressemitteilung VfR Mannheim
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