Behcet Öztürk steht vor einer Herkulesaufgabe beim SV 98 Schwetzingen. Bild: Lothar Fischer

Behcet Öztürk steht vor einer Herkulesaufgabe beim SV 98 Schwetzingen. Bild: Lothar Fischer

„Das rettende Ufer ist weit entfernt“ – SV Schwetzingen Trainer Behcet Öztürk im Gespräch

Landesliga | erstellt am Do. 12.02.2026

sport-kurier. Es ist eine Aufgabe, die es in sich hat und um die Behcet Öztürk nicht zu beneiden ist. Der 33-Jährige, der hauptberuflich als Gymnasiallehrer tätig ist, hat Ende November das Traineramt beim SV 98 Schwetzingen übernommen. Und um den Traditionsverein sieht es in der Landesliga Rhein-Neckar nicht gut aus. Schwetzingen überwintert momentan als Tabellensiebzehnter. Das ist der vorletzte Platz und der Abstand zum ersten Nichtabstiegsplatz beträgt 13 Punkte. Wir haben uns mit dem Coach der Spargelstädter unterhalten.

Hallo Herr Behcet Öztürk, wann sind Sie und Ihre Mannschaft in die Vorbereitung gestartet?

ÖZTÜRK: Aufgrund der zahlreichen Neuzugänge und der Tatsache, dass ich mir zunächst ein umfassendes Bild von der Mannschaft verschaffen musste, haben wir am 16. Januar mit der Vorbereitung begonnen und insgesamt sechseinhalb Wochen dafür eingeplant.

Wie bewerten Sie die Hinrunde, wurden die Ziele erreicht?

ÖZTÜRK: Da ich in der Vorrunde noch nicht im Amt war, kann ich diese nicht bewerten. Wenn man jedoch nach 19 Spieltagen mit lediglich zehn Punkten, nur 17 erzielten Treffern und 54 Gegentoren auf dem vorletzten Tabellenplatz steht, kann man auch als Außenstehender feststellen, dass die Ziele des SV 98 Schwetzingen deutlich verfehlt worden sind.

Wie realistisch ist der Klassenerhalt noch?

ÖZTÜRK: Als ich das Amt übernommen habe, standen uns lediglich acht bis neun Spieler zur Verfügung. Entsprechend lag das erste Ziel darin, überhaupt eine konkurrenzfähige Mannschaft zusammenzustellen. Dieses Vorhaben ist uns mit insgesamt zwölf Neuzugängen gelungen. Zwölf Spieler in der Winterpause zu verpflichten, war eine große Herausforderung, daher kann man festhalten, dass Ziel eins erreicht wurde. Das übergeordnete Ziel bleibt natürlich der Klassenerhalt. Dieser wird keinesfalls einfach, denn ein Rückstand von 13 Punkten auf das rettende Ufer ist eine erhebliche Hypothek. Dennoch wollen wir bis zum letzten Spieltag im Rennen bleiben und alles daransetzen, die Chance zu wahren.

Wurden im Winter Transfers getätigt?

ÖZTÜRK: In der Winterpause haben insgesamt neun Spieler den Verein verlassen: Georgios Tsakas, Cedric Aßmann, Janis Büros, Niklas Wenz, Felix Erler, Gabriel Gharibo, Alexander Dirks, Kacper Szymon Wedrychowski und Malek Örüm. Wie bereits erwähnt, konnten wir im Gegenzug zwölf Neuzugänge verpflichten: Kajally Njie (TSG Weinheim), Marek Dörzenbach, Deniz Ertas, Abdullah Uzunhasanoglu und Tim Schulat (alle TuS Rüssingen), Alkan Albayrak (FK Srbija Mannheim), Angjelos Kasaj (MFC 08 Lindenhof), Kaan Yazici (VfR Mannheim II), Kirian Hordii (Ukraine), Julian Lubaczewski (Ludwigshafen SC U19), Gianluca Gigliotti (Südwest Ludwigshafen) sowie Hannes Martinek (SGM Aufheim/Holzschwang). Zählt man mich selbst als Spielertrainer hinzu, umfasst der Kader somit insgesamt 13 neue Gesichter. Wenn man diese Tatsachen in Betracht zieht, wird es zwangsläufig Zeit in Anspruch nehmen, bis die Mannschaft die Abläufe verinnerlicht und die Spielideen umsetzen kann.

Welche Testspiele wurden vereinbart?

ÖZTÜRK: Wir haben insgesamt sieben Testspiele vereinbart: Gegen die DJK/FC Ziegelhausen-Peterstal, die FG 08 Mutterstadt, den SV Enosis Mannheim, den SC 1910 Käfertal, die Spvgg 1920 Oberhausen, den ASV Feudenheim sowie den FSV Schifferstadt. Vier dieser Spiele haben wir bereits absolviert. Abgesehen von der deutlichen 1:5-Niederlage gegen den SV Enosis Mannheim bin ich mit den bisherigen Auftritten zufrieden. Das Testspiel gegen Ziegelhausen-Peterstal musste aufgrund eines vereisten Kunstrasenplatzes leider abgesagt werden. Gegen die FG 08 Mutterstadt sind wir mit einem 2:0-Erfolg in die Testspielphase gestartet, ehe wir zwei Tage später gegen Enosis deutlich verloren haben. Im Anschluss konnten wir den SC 1910 Käfertal, den aktuellen Tabellenführer der Kreisliga, mit 7:1 besiegen und zuletzt einen klaren 12:0-Sieg gegen die Spvgg 1920 Oberhausen aus der A-Klasse feiern. Die Spiele gegen Mutterstadt und Käfertal nehme ich als Maßstab für die Rückrunde. Gleichzeitig hat uns die Partie gegen Enosis deutlich aufgezeigt, wie schnell wir schlecht aussehen können, wenn wir in der Defensive nicht konzentriert arbeiten. Für mich ist es daher wichtig, auch die beiden verbleibenden Testspiele erfolgreich zu gestalten, um mit dem nötigen Selbstvertrauen in das erste Rückrundenspiel gegen Viernheim zu gehen.

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