MFC Phönix Mannheim - TSV Amicitia Viernheim II, Kreisklasse A2, v.l. Phönix Enes Caglayan erzielt hier das 2:1 gegen Viernheims Torwart (und Spielertrainer) Jan Kalfa 01.11.2026 / Foto: Berno Nix

MFC Phönix Mannheim - TSV Amicitia Viernheim II, Kreisklasse A2, v.l. Phönix Enes Caglayan erzielt hier das 2:1 gegen Viernheims Torwart (und Spielertrainer) Jan Kalfa 01.11.2026 / Foto: Berno Nix

Kreisklasse A2 Mannheim: Zwei ungeschlagene Spitzenreiter – dahinter fehlt die Konstanz

Kreisklassen | erstellt am Mi. 04.11.2026

sport-kurier. Wallstadt und Vogelstang bestimmen bisher das Geschehen in der Kreisklasse A2 Mannheim. Beide Mannschaften sind nach zehn Begegnungen ungeschlagen und stehen bei 26 Punkten. Lediglich ein Tor bei der Differenz gibt derzeit den Ausschlag zugunsten der SpVgg. Gartenstadt II hat sich zum ersten Verfolger entwickelt, während Phönix zuletzt wichtige Punkte liegen ließ.

Im Tabellenkeller stehen Ladenburg II und Sandhofen bereits unter erheblichem Druck.

Wallstadt: Die Heimstärke ist ein echtes Ausrufezeichen

Die SpVgg Wallstadt verbindet eine durchschlagskräftige Offensive mit der bislang besten Defensive der Staffel. Besonders eindrucksvoll ist die Bilanz auf eigener Anlage: Fünf Heimspiele brachten fünf Siege und 25:1 Tore. Das ist nicht nur gegen Mannschaften aus dem unteren Tabellenbereich gelungen. Auch Phönix wurde im jüngsten Heimspiel mit 3:0 bezwungen – bereits nach einer halben Stunde stand der Endstand fest.

Gerade dieser Erfolg verleiht Wallstadts Tabellenführung zusätzliches Gewicht. Phönix hatte zuvor sämtliche fünf Auswärtsspiele gewonnen und wurde dennoch klar auf Distanz gehalten. Die SpVgg hat damit auch im direkten Vergleich mit einem ambitionierten Verfolger ihre Qualität nachgewiesen.

Im Angriff verteilt sich die Verantwortung auf mehrere Spieler. Mario Geggus führt die interne Liste mit neun Treffern an, Bohdan Lianskoronskyi und Marvin Witt folgen mit jeweils sieben. Wallstadt ist dadurch nicht auf einen einzelnen Torjäger angewiesen. Die Kombination aus offensiver Breite und defensiver Stabilität macht die Mannschaft zu einem überzeugenden Titelanwärter.

Vogelstang: Noch mehr Tore, zuletzt aber zweimal nur ein Punkt

Der SSV Vogelstang steht dem Spitzenreiter kaum nach. 51 Treffer bedeuten den besten Angriff der Staffel. Cem Kuloglu ist mit zehn Toren einer der führenden Schützen, doch auch Dominik Wallerus, Hilmi Tunahan Dokgöz, Luca Ianniello und Brandon Wiley tragen regelmäßig zur hohen Ausbeute bei. Die Offensivstärke beruht somit auf mehreren Spielern.

Zuletzt wurde allerdings sichtbar, dass auch Vogelstang nicht durchgehend im Eiltempo gewinnt. Gegen Phönix gab es ein Unentschieden, in Schriesheim rettete Ümit Kücükoglu erst in der Nachspielzeit das 1:1. Die ungeschlagene Serie blieb bestehen, der mögliche alleinige Sprung an die Spitze gelang jedoch nicht.

Das schmälert den starken Saisonverlauf nicht grundsätzlich. Es zeigt vielmehr, dass die Spitzengruppe trotz hoher Torzahlen keine Erfolgsgarantie besitzt. Wallstadt wirkt bislang defensiv etwas geschlossener, Vogelstang offensiv noch produktiver – derzeit begegnen sich beide auf Augenhöhe.

Gartenstadt II: Die Heimstärke trägt, auswärts gibt es Fortschritte

Die Reserve des VfB Gartenstadt hat sich auf Rang drei vorgeschoben. Das Fundament wurde auf eigener Anlage gelegt: Fünf der sechs Heimspiele wurden gewonnen. Beim 2:0 gegen Käfertal II entschied Andreas Schamma die Begegnung mit zwei frühen Treffern.

Mit dem anschließenden 3:1 in Ladenburg kamen wichtige Auswärtspunkte hinzu. Genau dort lag zuvor der Unterschied zu den beiden führenden Mannschaften. Gartenstadt ist damit ein ernst zu nehmender Verfolger, allerdings relativiert die Zahl der absolvierten Spiele die Nähe zur Spitze: Der VfB hat bereits eine Begegnung mehr ausgetragen als Wallstadt und Vogelstang.

Mit Schamma und Finn Schmitt, die jeweils sieben Tore erzielt haben, besitzt die Mannschaft zwei verlässliche Schützen. Für die bisherige Zwischenbilanz ist deshalb weniger die Frage nach einem einzelnen Leistungsträger entscheidend als die, ob sich die verbesserte Auswärtsausbeute fortsetzt.

Phönix: Offensiv stark, zu Hause zu wenig Ertrag

Beim MFC Phönix fällt die unterschiedliche Ausbeute besonders ins Auge. 15 der 20 Punkte wurden auswärts geholt. Auf eigener Anlage stehen dagegen nach vier Begegnungen lediglich fünf Zähler. Das jüngste 4:4 gegen Viernheim II passte in dieses Muster: Phönix traf erneut häufig, musste am Ende aber sogar froh sein, durch Adi Taletovic in der Nachspielzeit noch einen Punkt zu retten.

Emin Köse und Enes Caglayan kommen zusammen auf 20 Saisontore. An offensiver Qualität fehlt es dem Verfolger somit nicht. Nach der Niederlage in Wallstadt und der Punkteteilung gegen die Amicitia ist der Abstand nach vorne jedoch gewachsen. Für ein dauerhaftes Eingreifen ins Titelrennen reicht die bisherige Heimbilanz nicht aus. Phönix bleibt gefährlich, ist derzeit aber weniger ausgeglichen als das führende Duo.

Schriesheim: Gegen die Spitzenteams konkurrenzfähig

Der SV Schriesheim hat zuletzt zwei bemerkenswerte Ergebnisse geliefert. Auf das 6:1 in Schönau folgte das 1:1 gegen Vogelstang, bei dem erst ein später Gegentreffer den Sieg verhinderte. Damit zeigte der SV sowohl seine Offensivkraft als auch die Fähigkeit, einem Titelanwärter einen engen Spielverlauf aufzuzwingen.

Der Abstand zu den ersten beiden Plätzen bleibt zwar deutlich. Als Mannschaft, die in den direkten Duellen Einfluss auf das Aufstiegsrennen nehmen kann, ist Schriesheim aber unbedingt zu beachten. Die jüngsten Auftritte waren mehr als bloße Pflichtsiege gegen schwächere Gegner.

United, Schönau und Hemsbach: Ähnliche Punktzahl, unterschiedliche Entwicklung

SC United Weinheim hat seine besseren Ergebnisse bislang überwiegend auswärts erzielt. Zehn der 14 Punkte stammen von fremden Plätzen. Dem 5:3 in Viernheim folgte allerdings eine 0:2-Heimniederlage im Stadtduell gegen die TSG-Reserve. Das zeigt die Grenzen der bisherigen Konstanz: United besitzt genügend Torgefahr, konnte daraus aber noch keinen stabilen Platz im Verfolgerfeld machen.

Schönau beendete mit dem 6:0 gegen Sandhofen eine längere sieglose Phase. Nach dem vorherigen 1:6 gegen Schriesheim war das eine klare Reaktion, deren Aussagekraft angesichts der Schwierigkeiten des Gegners allerdings begrenzt bleibt. Dominic Baum und Sebastian Ludwig haben zusammen 17 Treffer erzielt. Die Offensive ist damit ein Pluspunkt, die vielen Gegentore erklären jedoch, weshalb der TSV nicht weiter oben steht.

Hemsbach hat weniger Spiele absolviert als die meisten Konkurrenten und dadurch noch Möglichkeiten, sich tabellarisch zu verbessern. Das jüngste 2:3 in Lützelsachsen war dennoch ein Rückschlag. Zweimal gelang der Ausgleich, anschließend fiel jeweils wieder ein Gegentor. Die SG ist im Mittelfeld konkurrenzfähig, eine längerfristige Annäherung an die Spitzengruppe lässt sich daraus bislang nicht ableiten.

Die Reserven zeigen unterschiedliche Stärken

Käfertal II besitzt mit Daniel Barth und Sebastian Kreutzer zwei erfolgreiche Angreifer. Zusammen stehen sie bei 16 Toren. Die 41 Gegentreffer der Mannschaft relativieren diesen offensiven Wert allerdings deutlich. Das jüngste 4:2 gegen Leutershausen war wichtig, ändert aber noch nichts an der insgesamt unausgeglichenen Bilanz.

Lützelsachsen II weist dagegen ein nahezu ausgeglichenes Torverhältnis auf. Beim 3:2 gegen Hemsbach wurde Simon Stadlmüller mit drei Treffern zum entscheidenden Spieler. Der Erfolg zeigt, dass die TSG auch gegen besser platzierte Gegner bestehen kann. Von einer gefestigten Saison kann angesichts der bisherigen Ausbeute dennoch noch nicht gesprochen werden.

Für Weinheim II war das 2:0 bei United besonders wertvoll. Eine Woche zuvor hatte die Reserve gegen Ladenburg trotz dreimaliger Führung noch mit 3:4 verloren. Im Stadtduell gelang nun nicht nur ein Sieg, sondern auch ein Spiel ohne Gegentor. Gerade dieser Unterschied macht den Erfolg zu einem positiven Signal – ohne die vorherigen Schwankungen bereits vergessen zu lassen.

Leutershausen und Viernheim II: Torjäger und Moral allein reichen nicht

Marco Harbarth gehört mit zehn Treffern zur Spitzengruppe der Torjäger. Leutershausen profitiert erheblich von seiner Abschlussstärke, hat als Mannschaft aber noch keine entsprechende Platzierung erreicht. Mit elf Punkten bleibt der FV im unteren Tabellenbereich. Ein guter Torjäger allein gleicht die fehlende Beständigkeit eben nicht aus.

Viernheim II bewies beim 4:4 bei Phönix, dass die Amicitia auch einen favorisierten Gegner vor Probleme stellen kann. Bis tief in die Nachspielzeit war sogar ein Sieg möglich. Gleichzeitig dokumentieren 46 Gegentore die große Schwachstelle. Vier Treffer auswärts sind eine starke offensive Leistung – wenn daraus nur ein Punkt entsteht, wird aber auch das grundlegende Problem sichtbar.

Ladenburg II und Sandhofen brauchen mehr als einzelne Lichtblicke

Ladenburg II hatte mit dem 4:3 in Weinheim erstmals gewonnen und dabei dreimal einen Rückstand aufgeholt. Das war ein bemerkenswerter Beleg für Moral. Ein einzelner Erfolg beseitigt jedoch nicht die Schwierigkeiten einer Mannschaft, die weiterhin deutlich hinter dem übrigen Feld liegt.

Noch ernüchternder fällt die Bilanz des SV Sandhofen aus. Zehn eigenen Toren stehen 54 Gegentreffer aus neun Spielen gegenüber. Die jüngste 0:6-Niederlage in Schönau bestätigte Probleme in beiden Mannschaftsteilen. Dass Sandhofen weniger Begegnungen absolviert hat als einige Konkurrenten, bietet rechnerische Möglichkeiten – sportlich ist eine nachhaltige Verbesserung bislang aber nicht erkennbar.

Zwischenfazit

Wallstadt und Vogelstang haben sich als die beständigsten Mannschaften herauskristallisiert. Gartenstadt II und Phönix bleiben die nächsten Verfolger, weisen aber deutlichere Unterschiede zwischen Heim- und Auswärtsauftritten auf.

Im breiten Mittelfeld sorgen wechselhafte Ergebnisse regelmäßig für Bewegung. Ganz unten ist der Abstand bereits beträchtlich: Ladenburg II und Sandhofen benötigen eine länger anhaltende Verbesserung, damit aus vereinzelten Erfolgserlebnissen eine realistische Aufholjagd wird.

zurück