"Wir sind heiß auf das Derby gegen 1899 Hoffenheim." / SV Waldhof empfängt Kraichgauer

„Wir sind heiß auf das Derby gegen 1899 Hoffenheim.“ / SV Waldhof empfängt Kraichgauer

Archiv | erstellt am Do. 31.10.2013

Nach zuvor sechs sieglosen Spielen (darunter vier Remis) war der Erfolg bei den Wormaten ein regelrechter Befreiungsschlag. „Jetzt gilt es gegen Hoffenheim nachzulegen“, sagt SVW-Coach Kenan Kocak.

Samstagmittag um 14:00 Uhr tritt der Clubs aus dem Kraichgau im Carl-Benz Stadion an. Der Tabellendreizehnte hatte einen miserablen Start in die Saison, hat sich aber mittlerweile gefangen und auch einige sehr deutliche Siege verbuchen können. So wurde u.a. die Spvgg. Neckarelz (3:0), Hessen Kassel (4:0), SC Pfullendorf (3:0), Wormatia Worms (2:0) und KSV Baunatal (3:0) bezwungen. Auffällig: Meist steht dann auch bei Hoffenheimer Siegen die Null.
Wir haben uns im Vorfeld dieses Derbys mit Waldhof-Chefcoach Kenan Kocak unterhalten.

Sportkurier: Herr Kocak, nach dem Sieg in Worms hat ihre Mannschaft wieder eine ausgeglichene Spielbilanz. Nur vier Punkte Abstand auf den Fünftplatzierten 1. FC Kaiserslautern II lesen sich doch gar nicht so schlecht. Wie war die Stimmung in der Mannschaft nach dem Sieg in Worms und wie ist sie vor dem Derby gegen Hoffenheim?

KENAN KOCAK: Die Stimmung nach dem Sieg war natürlich hervorragend. Endlich konnte sich das Team für den Aufwand wieder belohnen. Entsprechend gelöst war die Mannschaft nach diesem wichtigen Erfolg. Wir wollen immer an die Grenzen gehen und Zufriedenheit lähmt. Ich habe diese Woche keine Selbstzufriedenheit der Spieler feststellen können im Training. Jeder arbeitet an sich, noch besser zu werden. Jetzt gilt es nachzulegen. Wir haben eine gute Spannung im Team und alle fiebern dem Derby gegen die Hoffenheimer entgegen.

Sportkurier: Die individuellen Fehler, die in der Vergangenheit zu Gegentoren führten, waren gegen Worms seltener feststellbar. Sehen Sie da eine positive Tendenz?

KENAN KOCAK: In Worms hatten wir auch unsere individuellen Fehler, nur haben die nicht zu Gegentoren geführt. Das war in der Vergangenheit anders, da wurde fast jeder Fehler vom Gegner auch ausgenutzt. Das ist das gleiche in der Offensive. In vielen Spielen haben wir beste Torchancen liegenlassen, hatten auch Pech im Abschluss. In Worms hat alles geklappt, sogar aus 50 Metern. So ist Fußball.

Foto: Die Spielphilosophie von Trainer Kocak wird von den Spielern immer mehr verinnerlicht.
Sportkurier: Wer fällt am Samstag aus?

KENAN KOCAK: Phil Weimer und David Lauretta fallen weiterhin aus. Shaban Ismaili gesellt sich mit einer Knöchelverletzung dazu. Fabian Schleusener ist seit dieser Woche im Training, hat aber noch zu große Rückstände. Und Shqipon Bektashi ist noch gesperrt.   

Sportkurier: Zuletzt hat es auch mit Stürmertoren geklappt.

KENAN KOCAK: Es macht schon was aus, wenn man Spieler wie Enis Saiti, Vllaznim Dautaj, Dennis Franzin oder Fabian Schleusener für sein Offensivspiel hat. Das sind Spieler die über die Außenpositionen kommen können – auch in der 1:1 Situation stark sind. Saiti, Franzin und Dautaj haben das in Worms sehr gut gemacht.    

Sportkurier: Wie sehen Sie die TSG 1899 Hoffenheim II?

KENAN KOCAK: Das ist eine sehr junge Mannschaft, in der jeder Spieler eine sehr gute, fußballerische Ausbildung hatte. Wie man weiß, nehmen die Hoffenheimer hier auch sehr viel Geld für die Ausbildung ihrer Spieler in die Hand. Die TSG hat in ihrem Spiel eine brutale Geschwindigkeit in ihrer Vorwärtsbewegung. Da müssen wir die optimale Balance zwischen Abwehr und Angriff an den Tag legen. Das Umschaltspiel von uns, nach vorne, als auch nach hinten muss reibungslos funktionieren.

Foto: Das wollen die Anhänger des SVW sehen – jubelnde Waldhof-Akteure nach einem Treffer.


Sportkurier: Wie groß war der Druck für Mannschaft und Trainerstab in den vergangenen Wochen?

KENAN KOCAK: Wir brauchen keinen Druck von außen, weil wir uns den schon selbst machen. Wir wollen den Fans einen attraktiven Fußball zeigen. Deshalb habe ich eine ganz bestimmte Spielphilosophie. Die kann nicht nach zwei, drei Monaten perfekt greifen. Dazu muss sich das Team auch einspielen können. Aber war das bei uns seit Saisonbeginn der Fall? Nein. Wir mussten personell immer wieder umstellen, hatten nicht gerade wenige Ausfälle zu verzeichnen.

Sportkurier: War dennoch mehr drin gewesen in der bisherigen Saison?

KENAN KOCAK: Natürlich war da mehr drin. Betrachtet man die letzten vier Remis gegen Kassel, Neckarelz, Kaiserslautern und Koblenz realistisch, dann wird man feststellen, das wir diese Spiele hätten gewinnen können bzw. müssen. Die Niederlagen in Homburg und Pfullendorf mache ich nicht alleine an den Feldverweisen gegen Bektashi fest. Aber sicher hätten wir mit elf Spielern eine größere Chance gehabt zu punkten. Insgesamt fehlen uns ein paar Prozent, dann spiegelt sich das auch an den Ergebnissen wieder.

Sportkurier: Was war für Sie im bisherigen Saisonverlauf am positivsten?

KENAN KOCAK: Die jungen Spieler nehmen alle eine positive Entwicklung. Das stelle ich Tag für Tag in der Trainingsarbeit fest. Wir wollen jedes Spiel für uns entscheiden und gehen nie in ein Spiel mit der Ausrichtung – nur gut aussehen zu wollen oder Teilerfolge zu erzielen. Unser Spiel bringt natürlich auch Risken mit sich, da für meine Spielphilosophie auch alle Mannschaftsteile und Spielpositionen ineinander greifen müssen. So langsam haben das die Spieler immer mehr verinnerlicht und hier sehe ich dann auch eine deutliche Verbesserung in unserem Spiel. Meine Mannschaft gibt sich in keinem Spiel, zu keiner Zeit und auch bei Rückständen nicht geschlagen. Ohne in „Harakiri-Aktionen“ zu verfallen, geben wir 90 Minuten Vollgas. Und das ist auch sehr positiv zu sehen.

Foto: Das Trainerteam des SV Waldhof von rechts nach links: Cheftrainer Kenan Kocak, Athletiktrainer Dirk Stelly, die beiden Co-Trainer Andreas Clauss (TW-Coach) und Klaus Heitz.
Sportkurier: Dann gehen wir mal zum negativen über. Was hat Ihnen überhaupt nicht gefallen?

KENAN KOCAK: Zum einen natürlich die roten Karten, die wir kassiert haben. Das hat uns mit Sicherheit nicht weitergeholfen. Zum anderen die hohe Anzahl an individuellen Fehlern. Da haben solche Gegentore weder etwas mit Training noch mit Taktik zu tun. Das kann man auch nicht abstellen. Nur der Spieler selbst kann durch eine hohe Aufmerksamkeit und Konzentration, seine Fehlerquellen minimieren.  

Sportkurier: Sind in der Winterpause Verstärkungen vorgesehen und wenn ja, auf welchen Positionen?

KENAN KOCAK: Nein, wir haben da keine Verstärkungen im Auge. Dafür hat der Verein kein Geld, das muss man ganz klar so sagen. Wir bewegen uns in dieser Liga mit einem für Regionalligaverhältnisse mittelmäßigen Etat, das muss man auch einmal zur Kenntnis nehmen. Transfers wären nur dann möglich, wenn wir einen Spieler abgeben würden, der bei uns im oberen Gehaltsniveau angesiedelt ist.

Sportkurier: Wo sehen Sie ihre Mannschaft aktuell und wie in der Entwicklung?

KENAN KOCAK: Da ist noch Luft nach oben, da bin ich sicher. Etliche Spieler nehmen eine sehr positive Entwicklung und das ist ganz wichtig. Wir müssten jetzt einfach mal eine Serie starten können. Das würde jedem meiner Spieler noch mehr Selbstvertrauen geben. Und genau dieses Selbstvertrauen eines Spielers ist ein nicht zu unterschätzender Faktor.

Sportkurier: Wie ist das Gefühl vor dem Spiel gegen Hoffenheim?

KENAN KOCAK: Wir wollen gewinnen und dafür alles abrufen. Wenn wir das spielen, was wir in Worms in der 2. Halbzeit geboten haben, dann bleiben die Punkte in Mannheim.

Foto 1 Binder    Foto 2: iMarco Bschirrer      Foto 3: mmersvw    Foto 4 sportkurier

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