Steffen Künster wurde gestern Abend für drei weitere Jahre zum Vorsitzenden des Regionalligisten gewählt

Steffen Künster wurde gestern Abend für drei weitere Jahre zum Vorsitzenden des Regionalligisten gewählt

Steffen Künster wurde gestern Abend für drei weitere Jahre zum Vorsitzenden des Regionalligisten gewählt

Archiv | erstellt am Do. 28.11.2013

Mit Künster verbleiben auch Vizepräsident Klaus Hafner und Schatzmeister Klaus-Rüdiger Geschwill im Amt.

Denkzettel verpasst

Einen Denkzettel bekam Künster (Foto rechts) trotzdem verpasst. Seine Wahl verlief nicht geräuschlos, er erhielt elf Nein-Stimmen und 14 Enthaltungen, während seine Präsidiumskollegen einstimmig im Amt bestätigt wurden. Die Kritik am „Chef“ war nicht überraschend, schließlich hatten die Vorgänge um den inzwischen insolventen früheren Hauptsponsor „Parkplan AG“ sowie die Entlassung vom Sportlichen Leiter Günter Sebert im Frühjahr für viel Kritik an Künster gesorgt.

Letztlich schenkten die anwesenden Mitglieder (131 Wahlberechtigte) dem Team um Künster allerdings das Vertrauen, in Abwesenheit von Alternativen auch kein Wunder. Glücklich schienen die Waldhöfer damit aber nicht zu sein, denn bei der zuvor erfolgten Aussprache gab es einige kritische Fragen. Stürmisch, wie zuvor von einigen gemutmaßt, wurde es aber nicht, trotz alarmierender Zahlen. 

 

Schulden angestiegen

Der Schuldenstand des SVW zum 30. Juni 2013 betrug 1,301 Millionen Euro. Der bilanzielle Verlust des Geschäftsjahres 2012/13 betrug 479.000 Euro, darunter waren aber knapp 200.000 Euro Abschreibungen, die im Tagesgeschäft keine Liquidität kosten. Das einst ausgerufene oberste Ziel der Konsolidierung konnte also nicht erreicht werden. Faktisch stieg der Schuldenstand der kurzfristigen Verbindlichkeiten in den drei Jahren unter Künster kontinuierlich an.

„Nach der Kirche ist man immer schlauer“, sagte Künster bei seiner Rede zu Beginn mit Blick auf Fehler, die er in der Vergangenheit gemacht hätte. Als Folge der finanziellen Probleme sei die Planung für die laufende Saison sehr viel vorsichtiger gewesen, so dass man selbst den Ausfall der Parkplan-Zahlungen (es fehlen knapp 200.000 Euro)auffangen könne. „Wir streben eine schwarze Null an“, sagte Künster.

 

Offensichtlich nur begrenztes Vertrauen des Aufsichtsrates


Das Vertrauen des Aufsichtsrats ist offensichtlich nur begrenzt, denn der Vorsitzende Wolfgang Bielmeier sagte bei
seinem Bericht erneut, dass eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Präsidium „weiterhin gestört“ sei. Zudem kritisierte er, dass die Blanz des Geschäftsjahres 2012/13 erst einen Tag vor der Mitgliederversammlung an den Aufsichtsrat übermittelt worden sei. „Wir können die Bilanz deshalb noch nicht bewerten, aber festzustellen ist, dass der Verein noch immer Verluste macht und das ist kritisch“, sagte Bielmeier, der den Mitgliedern dennoch empfahl, das Präsidium zu entlasten. Das geschah dann auch.


Darlehen von Präsidiumsmitglied Klaus-Rüdiger Geschwill

Beim Blick auf die Zahlen fiel auf, dass eine Zahlungsunfähigkeit des Vereins nur durch Darlehen von Präsidiumsmitgliedern gewährleistet werden konnte. Mehr als 500.000 Euro betrugen die Darlehen zum 30. Juni 2013 und fast die gesamte Summe wurde von Klaus-Rüdiger Geschwill (Foto links) zur Verfügung gestellt. „Wir sehen das kritisch“, sagte Bielmeier dazu und meinte die Gefahr, die bestünde, wenn Geschwill die offenen Darlehen plötzlich zurückverlangen würde. Eine Absicherung für den Verein gibt es nämlich nicht, die Darlehen enthalten keinen Rangrücktritt oder ähnliches.

 

Lob für Trainer Kenan Kocak / mit wenig Etat das Maximale erreicht

Lob erhielt gestern Kenan Kocak, der Trainer der 1. Mannschaft. Das war verständlich, denn Kocak muss in der laufenden Saison mit einem erneut gekürzten Budget für die Regionalliga-Mannschaft auskommen, weshalb der Mittelfeldplatz am Ende der Hinrunde wohl das Höchste der Gefühle sein wird. „Wir hoffen darauf, dass wir wieder in die Richtung kommen wie im Vorjahr“, sagte Künster dennoch mit Blick auf den sechsten Rang der Vorsaison.

 

Wenig Zukunftsperspektiven aufgezeigt

Besorgniserregend war bei der Mitgliederversammlung gestern Abend, dass das Team Künster einen Plan, wie der Verein in Zukunft aus dem Teufelskreis des Dahinsiechens herauskommen könne, schuldig blieb. Auf Nachfrage, wie man gedenke, den Schuldenberg abzubauen und gleichzeitig sportlich erfolgreich zu sein, sagte Künster: „Wir hoffen auf den Einzug in die erste Runde des DFB-Pokals und wir sind auch weiter dran, Borussia Dortmund nach Mannheim zu holen.“ Hoffen und Eventualitäten – das ist keine gute Zukunftsperspektive.

Foto 1 und 2 Marco Bschirrer   Foto 3 Berno Nix

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