Oberligist VfR Mannheim enttäuscht in der bisherigen Spielzeit
Oberligist VfR Mannheim enttäuscht in der bisherigen Spielzeit
Archiv | erstellt am Do. 26.09.2013
Foto oben: Einschwören des Teams vor dem Anpfiff gegen den SV Spielberg. Geholfen hatte es nicht – der VfR Mannheim verlor gegen die Spielberger mit 1:2 Toren.
Juni Aussagen der VfR-Verantwortlichen, anlässlich einer Pressekonferenz, bei der Stephan Groß als neuer Trainer des VfR Mannheim vorgestellt wurde.
Großspurige Aussagen auf der Pressekonferenz
Eine „schallende Ohrfeige“ müssen diese Aussagen, für den zuvor sehr erfolgreich arbeitenden Kenan Kocak gewesen sein. Zumal er mit den Rasenspielern in die Oberliga aufstieg und im ersten Jahr die Vizemeisterschaft errang. In der Saison 2012/2013 musste er kurzfristig einen kompletten Neuaufbau des Teams vornehmen, da viele Akteure den Club aufgrund mangelnden Vertrauens verlassen hatten. Kenan Kocak zauberte ein neues Team aus dem Hut und wiederholte den Erfolg des Vorjahres, stand mit dem Team am Ende der Saison auf dem 3. Tabellenplatz (Vorjahr Vizemeister). Ein großartiger Erfolg des heutigen Waldhof-Trainers.
Den ersten und einzigen Saisonsieg errangen die VfR-Akteure am „grünen Tisch“
Aber einen Erfolg konnte dieser Tage auch sein Nachfolger VfR-Coach Stephan Groß feiern – den ersten Sieg der Saison! Wie das? Wo doch am Sonntag bei der 1:2 Heimpleite gegen den Abstiegskandidaten SV Spielberg das achte Spiel in Serie nicht gewonnen wurde (5 Remis / 3 Niederlagen). Ganz einfach. Der Karlsruher SC II setzte bei dem 5:0 Kantersieg über den VfR Mannheim einen Akteur zuviel ein, der schon über 23 Jahre alt ist. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt: Die Rasenspieler legten Einspruch ein und bekamen anstatt Null Punkten und 0:5 Toren – nun drei Punkte und 3:0 Tore gutgeschrieben.
Foto: Mannheims Daniel Herm gegen Spielbergs A. Zimmermann beim Spiel in der Oberliga, VfR Mannheim – SV Spielberg.
Kletterten Dank der „grünen Tisch-Entscheidung“ vom vorletzten Rang auf den 13. Tabellenplatz. Vollkommen legitim und in Ordnung. Nur sportlich gesehen, haben die Mannheimer neben dem SV Oberachern als einziges Oberligateam trotzdem noch kein einziges Ligaspiel auf dem grünen Rasen gewonnen.
„Wir müssen dem Trainer sehr viel Zeit geben“, sagt Lutterkort. Kader ist mit namhaften Akteuren bestückt
So ließ Sportvorstand Friedrich Lutterkort in einem Interview gestern verlauten: „Wir hatten einen Neuaufbau, da müssen wir dem Trainer sehr viel Zeit geben.“ So weit, so gut – nur das Personal des VfR Mannheim liest sich wie das eines Regionalligisten und man hat nach dem Trainerwechsel „geklotzt und nicht gekleckert“ bei der Transferpolitik.
Die Neuzugänge: Torhüter Jonas Wies (U 19 Bundesliga/TSG Hoffenheim), Artur Krettek und Daniele Toch (beide Regionalliga/ Wormatia Worms), Oliver Malchow (Regionalliga/SV Waldhof), Patrick Marschlich (Regionalliga / SG Sonnenhof-Großaspach), Marcel Gruber (Regionalliga/FSV Frankfurt II), Eric Schaaf (Regionalliga/SC Fortuna Köln), Marko Terzic (kroatische Profiliga), Hans Kyei (Regionalliga Wuppertaler SV), dazu kamen Daniel Gulde (TSG 62/09 Weinheim), Lukas Cambeis (Oberliga/Karlsruher SC II), Kofi Gyawu (Universität Birmingham), Peter Prokob (SV Sandhausen), Damian Pritchett (U 23), als auch die Nachwuchstalente Tobias Gusciora (SC Pfingstberg), Enes Sen und Ahmet Pinarbasi.
Aus dem Vorjahreskader mit dabei: Kaan Erdogdu, Keven Bayram, Marcel Höhn, Daniel Herm, Norbert Kirschner, Levent Cetin. Auch wenn die beiden Erstgenannten zuletzt wieder verletzungsbedingt fehlten, ist dieser Kader in seiner Zusammensetzung eines der Top-Teams der Liga, wenn nicht das namhafteste. Da müssen es sich die Verantwortlichen gefallen lassen, ob der bisherigen, schwachen Saisonleistungen kritisiert zu werden.
Jede Woche die gleichen Aussagen
„Wir spielen überlegen, erarbeiten uns jede Menge Torchancen, aber treffen nicht“, so die Aussage des Trainers, in fast allen Spielen dieser Saison. Stephan Groß (Foto rechts) mag damit Recht haben – spieltechnisch zeigen die Mannheimer einen guten Fußball, aber bekanntlich zählen nur das Resultat und die damit einhergehende Punkteausbeute.
Am morgigen Freitag geht es für den VfR Mannheim zum starken Aufsteiger 1. FC Bruchsal. Der Tabellenvierte hat zuhause bisher drei Spiele gewonnen und einmal Remis gespielt. Gegen die Rasenspieler sind bei den Mittelbadenern die Antennen auf Sieg programmiert. Cheftrainer Mirko Schneider: „Wir wollen natürlich auf eigenem Platz weiterhin ungeschlagen bleiben und werden entsprechend auftreten“, so der Bruchsaler Coach.
Klappts in Bruchsal mit dem ersten Dreier auf dem „satten Grün“?
Und der VfR Mannheim? Der kann in dieser Saison den 9. Anlauf nehmen, um zum ersten Male die volle Punktzahl zu erringen, zumindest auf dem grünen Rasen.
Spielbeginn in Bruchsal ist am Freitag, den 27.09.2013 um 19:00 Uhr
Foto: Rhein-Neckar Picture