Nun haben auch Spieler des VfB Gartenstadt noch das Wort

Nun haben auch Spieler des VfB Gartenstadt noch das Wort

Nun haben auch Spieler des VfB Gartenstadt noch das Wort

Archiv | erstellt am Fr. 22.11.2013

Foto oben. Rene Streich (gelbes Trikot) im Kampf um den Ball.

Auch der 1. Vorstand des Vereins, Joachim Ningel, äußerte sich dazu.
Die Wellen schlugen selten so hoch nach Trainer-Rücktritt(en) wie beim VfB Gartenstadt.

Die Mannschaft bzw. die Spieler fühlen sich durch diverse Äußerungen bzw. Aussagen in Presseartikeln in eine Ecke gestellt, in der diese sich nicht sehen.

Wir haben uns deshalb auch mit einem Spieler des VfB Gartenstadt unterhalten. Es ist Rene Streich, der beim Landesligisten seit Jahren auf Torejagd geht. Er beschreibt die Vorgänge aus Sicht der Mannschaft.

Sportkurier: Herr Streich, die Wellen schlagen noch immer hoch. Thomas Geier und Karlheinz Bauer haben der Presse gegenüber ganz klar Stellung bezogen und diese Teamsitzung am Montagabend als Rücktrittsgrund gesehen. Die Kritik wäre aus allen Ecken gekommen und man habe sich „wie im falschen Film“ befunden. Wie haben Sie das gesehen?

RENE STREICH: Der eine und andere Führungsspieler in der Mannschaft hat schon seit letzter Saison öfters den Versuch gestartet, mit beiden Trainern einen Dialog zu suchen. Einerseits was Trainingsinhalte und andererseits was gewisse taktische Vorgaben betrifft. Die Spieler wurden jedes Mal zurückgewiesen. Von Seiten der Trainer war man da nicht bereit, über unsere Anliegen zu diskutieren.

Sportkurier: Und diese Gelegenheit nahm man dann am Montagabend wahr? War es denn geplant, dass der Spielausschussvorsitzende Raimund Disch eine Sitzung einberuft, die in diese Richtung, „also Kritik und allgemeine Aussprache“ ging?

RENE STREICH: Wir sprachen über Trikots und allgemeine Vorgänge. Es ist ja auch nichts Neues, wenn montags in der Sitzung über das Spiel vom Vortag gesprochen wird. Raimund Disch hat in dieser Sitzung lediglich eine Ansprache gehalten. Er wollte der Mannschaft in das Gewissen reden. Das bisher erreichte nicht so einfach abzugeben. Wir sollten bis zur Winterpause „Vollgas“ geben, damit wir auf dem Spitzenplatz überwintern.

Sportkurier: Es war von den Trainern zu hören, Raimund Disch hätte in die Mannschaft gefragt, ob noch jemand etwas zu sagen hätte. Daraufhin sei es zu dieser Diskussion gekommen, bei der angeblich nahezu die komplette Mannschaft Kritik an den Trainern (Trainingsinhalte/Taktik) übte. Thomas Geier und Karlheinz Bauer sahen sich ja dann wohl aufgrund der „Angriffe“ auf ihre Person zu diesem Schritt des Rücktrittes gezwungen. Auch wäre es nicht üblich, dass ein Spielausschussvorsitzender eine solche Diskussion zulässt oder gar initiiert.

RENE STREICH: Nein, das war nicht so. Deshalb fühlt sich die Mannschaft jetzt auch in eine Ecke gestellt, in die sie nicht gehört. Als Herr Disch seine Ansprache, die eher ein „Einschwören“ auf die letzten Spiele war, beendet hatte, übernahmen die Trainer das Wort. Thomas Geier und Karlheinz Bauer sprachen das Spiel vom Sonntag an und übten auch hier Kritik, was ja auch in Ordnung ist. Die Trainer und nur die Trainer haben dann in die Runde der Spieler gefragt: „Woran liegt es Eurer Meinung nach?“ Wir sollten uns dazu äußern, warum es zuletzt eben auch nicht mehr so gut lief. Das haben wir dann auch getan.

Foto: Gartenstadts Valon Muja am Ball. Szene aus dem BfV-Pokalspiel zwischen dem VfB Gartenstadt und dem Oberligisten VfR Mannheim.

Sportkurier: Und weiter?

RENE STREICH: Ja, es waren Fragen die uns gestellt wurden. Daraufhin begann die Diskussion. Von den Spielern sehr sachlich und auch nicht emotional geführt. Es wurde von uns gesagt, was aus unserer Sicht nicht gut läuft. Wir hatten Trainingsinhalte angesprochen und auch Kritik an der Taktik wurde geübt. Aber das fand immer im Dialog statt. Der Spieler kam zu Wort, der/die Trainer antworteten. Ich betone nochmals, wir wurden von den Trainern gefragt, woran es liegen könnte.

Sportkurier. Warum der Eklat?

RENE STREICH: Das hat niemand so gewollt. Es waren auch nicht alle Spieler, die sich da zu Wort gemeldet hätten. So war es in der Presse zu lesen, aber das stimmt nicht. Es waren sechs, sieben Spieler die sich im Namen der Mannschaft geäußert hatten, nachdem Sie ja, ich wiederhole mich da gerne, von den Trainern gefragt wurden. Nun, Thomas Geier zeigte sich sehr getroffen und enttäuscht, verließ den Raum während der Diskussion und Karlheinz Bauer wollte diese mittlerweile „spannungsgeladene“ Unterredung fortführen. Raimund Disch hatte diese Diskussion dann versucht zu entschärfen und auch wir Spieler wollten das gerne beenden, weil es in eine negative Richtung lief.

Sportkurier: Sehen Sie im Nachhinein Ansätze, was man hätte anders machen können bei dieser Sitzung?

RENE STREICH: Ich kann da nichts sehen, was von Seiten der Mannschaft jetzt so schlimm gewesen wäre, was einen Rücktritt beider Trainer rechtfertigen würde. Wenn die Trainer in einer Sitzung von den Spielern die Gründe erfahren möchten, warum es nicht ganz so gut läuft, dann muss doch der Spieler auch die Möglichkeit bekommen, die Dinge aus seiner Sicht darzustellen. Und nichts anderes wurde gemacht. Leider haben Thomas und Karlheinz dies als persönlichen Angriff auf ihre Person empfunden und dann so reagiert. Uns allen tut das leid, aber wir sind keine Buhmänner, die man jetzt hier alleinverantwortlich machen sollte. Ich hoffe, wir konnten die Vorgänge aus unserer Sicht darstellen. Zwischen einem Aufstand der Spieler und der tatsächlichen Ereignisse liegen Welten. Wir hoffen nun, dass etwas Ruhe einkehrt, denn uns Spieler beschäftigt das natürlich auch sehr.  

 

Anmerkung der Redaktion. Die Aussagen von Herrn Streit in diesem Interview spiegeln ausschließlich die Darstellung aus Sicht des Hr. Streit und der Mannschaft wieder.

Foto 1 Berno Nix   Foto 2 Rhein-Neckar Picture

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