Nach dem Rücktritt der Gartenstädter Trainer steht alleine die Mannschaft in der Kritik! Zu recht?

Nach dem Rücktritt der Gartenstädter Trainer steht alleine die Mannschaft in der Kritik! Zu recht?

Nach dem Rücktritt der Gartenstädter Trainer steht alleine die Mannschaft in der Kritik! Zu recht?

Archiv | erstellt am Do. 21.11.2013

Foto: Viernheims Stefan Berger gegen Gartenstadts Markus Urban beim Spiel der Landesliga Rhein-Neckar TSV Amicitia Viernheim – VfB Gartenstadt.

Deren Beweggründe: „Bei der Mannschaftssitzung am Montagabend sollte eigentlich über Trikots und Sports-Wears gesprochen werden. Plötzlich kam es in der Kabine zu Diskussionen zwischen den Spielern und den Trainern, in deren weiteren Verlauf Thomas Geier und Karlheinz Bauer in ihrer Trainingsarbeit und auch vorgegebenen taktischen Ausrichtung von weiten Teilen der Mannschaft kritisiert wurden.

 

Spielausschußvorsitzender iniitierte die Diskussion in der Umkleidekabine

Mittendrin, anstatt nur dabei der Spielausschussvorsitzende Raimund Disch, der diese Diskussion aus heiterem Himmel in der Kabine eröffnete, was schon an sich eine fragwürdige Aktion des leitenden Funktionärs war. Als man schon im Begriff war, die Trainingsarbeit aufzunehmen, soll der SpA.Vors. das Spiel in Rheinau (2:1 Niederlage) angesprochen haben. Zudem soll er gefragt haben: „Hat noch ein Spieler etwas zu sagen?“ Wie aus der Pistole geschossen, fingen immer mehr Spieler an, die Trainer zu kritisieren. Geier und Bauer (Foto rechts): „Wir standen da und wurden von allen Seiten kritisiert. Das kann es wohl nicht sein, dass Trainer sich solchen Diskussionen mit Spielern in dieser Form stellen müssen. Deshalb haben wir unseren sofortigen Rücktritt bekanntgegeben“, so beide einhellig. Welcher Trainer hätte da anders gehandelt? Wohl kaum einer – der Autoritätsverlust war spätestens mit Diskussionsbeginn schon zu groß.

 

„Die Diskussion lief aus dem Ruder“

Raimund Disch saß mit in der Kabine und versuchte weder diese Diskussion in die richtigen Bahnen zu lenken, noch abzubrechen, dies bestätigte auch Karlheinz Bauer. Im Prinzip glich dies wohl eher einem Schulterschluss mit den Spielern. Nachdem die Trainer zurückgetreten waren, wurde von Raimund Disch auch nicht der erste Vorstand Joachim Ningel darüber unterrichtet, was eigentlich zwingend erforderlich gewesen wäre. Der erfuhr den Rücktritt seiner Trainer am nächsten Morgen vom Sportkurier. „Mir ist darüber nichts bekannt. Ich war gestern Abend erreichbar. Keine Ahnung warum mich Herr Disch da nicht informiert hat. Die ganze Vorgehensweise ist unglaublich und wird ein Nachspiel haben“, zeigte sich der 1. Vorsitzende sehr verärgert und geschockt über diese Ereignisse.

Foto: Noch vor Wochen lief es beim VfB ganz gut. Hier jubeln die VfB-Akteure über den 2:1 Sieg beim TSV Amicitia Viernheim. Nach dem Sieg war der VfB Tabellenführer.

Der 1. Vorsitzende Joachim Ningel wurde über den Rücktritt der Trainer nicht informiert

Auch hier stellt sich die Frage, warum der SpA.Vors. des VfB Gartenstadt nicht den 1. Vorstand über eine solch weittragende Entscheidung informiert hatte. Joachim Ningel sagte am Telefon: „Ich hätte mich noch am gleichen Abend unverzüglich mit den Trainern darüber unterhalten und vll. hätten wir da nochmal in die Spur gefunden. Aber so war das „Kind schon in den Brunnen gefallen.“ Nun begann in der hiesigen Presse bzw. bei Portalen die große Abrechung der beiden Trainer mit der Mannschaft. Ihnen wurde der „schwarze Peter“ von allen Seiten zugeschoben. Sie waren angeblich mit ihrer Kritik schuld am Rücktritt der Trainer Thomas Geier (Foto rechts) und Karlheinz Bauer.

Aber stimmt es denn auch so?
Wohl eher nicht!

 

Die Mannschaft führte nur eine Diskussion, die der Chef der Fußballer erst ermöglichte

Tatsache ist, die letzten Wochen zeigten sich Trainer und Spieler gleichermaßen über Abläufe im Spielbetrieb unzufrieden. Die letzten Ergebnisse wurden auch nicht der hohen Erwartungshaltung der Trainer gerecht. Diese haben hier natürlich auch das Recht zu kritisieren, aber Spieler haben nicht das Recht, als Kollektiv ein zuvor über Jahre erfolgreich arbeitendes Trainerduo (unbewusst) an die Wand zu stellen. So etwas ist nicht die Regel und auch nicht die Norm. So etwas geht nur, wenn man Rückendeckung von „Oben“ bekommt. Es ist der Anfang vom Ende eines Trainers, wenn in einer Kabine die Spieler über selbigen bzw. dessen Arbeit urteilen können und ein Vorgesetzter, der Chef der Fußballer, diese Diskussion erst ermöglichte.  

 

Den „schwarzen Peter“ hat nicht nur die Mannschaft

Diese Rückendeckung hatte Raimund Disch gegeben – Feuer frei! Ob gewollt oder ungewollt, sei dahin gestellt. Die Spieler haben nur die Möglichkeit wahrgenommen, die der Chef der Fußballer erteilte – eben eine Diskussion zu führen. An sich nichts verwerfliches. Den Spielern war mit Sicherheit nicht bewusst, welche Auswirkungen diese, in dieser Form ausgetragene und vom Vorgesetzten geduldeten Diskussion, haben könnte. Viele Spieler gingen zu Recht davon aus – man könne jetzt und hier einmal beide Seiten anhören.

Ja, aber das geht eben nicht. In keiner Fußballabteilung und keinem Spielbetrieb kann der Trainer einer Diskussion mit den Spielern ausgesetzt werden. Den „schwarzen Peter“ hat nicht die Mannschaft, auf keinen Fall. Den hat Raimund Disch, der SpA.Vors. des VfB Gartenstadt. Sich im Nachhinein mit Bedauern hinzustellen und sich selbst eher als Leidtragender zu sehen, das kommt nicht besonders gut an.

Foto: Links Karlheinz Bauer – Mitte: Raimund Disch – Rechts: Karlheinz Bauer. Das über Jahre hinweg erfolgreich arbeitende Trio gibt es in dieser Zusammensetzung nicht mehr.

 Unübliche Vorgehensweise von Raimund Disch

„Der Spielausschuss war wohl überfordert – er ließ diese Diskussion, die er auch wohl an diesem Abend geplant hatte – einfach weiterlaufen“, diese Aussage von Geier/Bauer sagt eigentlich alles aus.

Wenn man als Vorgesetzter eine öffentliche Diskussion zwischen seinen Trainern und unzufriedenen Spielern ermöglicht bzw. sogar noch initiiert, dann trägt man für das Ergebnis die volle Verantwortung. In seinen gegenüber der Presse getätigten Aussagen hat sich Raimund Disch nicht vor seine Spieler gestellt, die jetzt von allen Seiten als Buhmänner gesehen werden. Aber so wirklich schuld, sind die Spieler an den Rücktritten der beiden Trainer Karlheinz Bauer und Thomas Geier nicht.

 

Am Ende bleiben nur Verlierer

Am Ende bleiben bei dem in den letzten Jahren sehr erfolgreich und vorbildlich geführten Verein nur Verlierer. Der Verein, die Trainer, die Spieler, der 1. Vorstand und Raimund Disch.

Foto 1 + 3 Rhein-Neckar Picture   Foto: 2 + 4 lofi   Foto 5: VfB

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