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Im Leimener Leistungszentrum Boris Becker und Steffi Graf nacheifern

Archiv | erstellt am Mi. 16.10.2013

Die Lichtgestalten des Deutschen Tennis sind auf jedem zweiten Bild

An eine Zeit, in der Tennis in Deutschland noch ein Sport war, der elektrisierte. In den Achtziger und Neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts war der weiße Sport die Nummer zwei hinter König Fußball, lief im TV rauf und runter. Boris Becker (Foto oben) und Steffi Graf waren die Helden dieser Zeit. Und genau diese zwei Lichtgestalten des Tennissports sind sind auch auf jedem zweiten Bild, das im Leimener Leistungszentrum hängt. Der Hallenkomplex in der Zementstadt, an den auch einige Freiluftplätze angrenzen, gilt als die Wiege großer Erfolg. Becker, Graf, aber auch eine Anke Huber legten dort den Grundstein für ihre ruhmreichen Laufbahnen. In Leimen wurden aus Talenten Superstars.

Vredestein-Cup in Leimen

An Grund- und Aufschlägen wird dort nach wie vor akribisch gefeilt. Und es sind auch Jahr für Jahr Nachwuchs-Hoffnungen dabei, denen man den Durchbruch zutraut, die in der Jugendweltrangliste ganz vorne mitmischen, den Sprung in den Erwachsenenbereich, also ins Rampenlicht, dann aber doch nicht schaffen. Um den eigenen Talenten den Einstieg ins internationale Herrentennis zu erleichtern, wurde in Leimen vor acht Jahren der Vredestein-Cup installiert. Ein Hallenturnier, an dem Talente aus der ganzen Welt teilnehmen.

Der Vorteil: Da das Turnier vom Badischen Tennis-Verband (BTV) ausgerichtet wird, kann der Wildcards vergeben, die logischerweise dann an den eigenen Nachwuchs gegeben werden. Manche dürfen in der Quali ran, andere rutschen sofort ins Hauptfeld. „Dieses Turnier ist eine Art Sprungbrett“, betont Rainer Öhler, der beim als Landestrainer fungiert, „und es sind auch immer wieder Spieler dabei, die man dann ein paar Jahre später auf den großen Center Courts der Tenniswelt wieder findet.“ Zur Erklärung: Wer im Tennis nach oben will, muss klein anfangen. Es gilt zunächst Weltranglisten-Punkte auf kleineren Turnieren zu sammeln und sich somit Schritt für Schritt an die Elite anzunähern. Auch ein Roger Federer musste diesen Weg gehen. Niemand spielt sofort in Wimbledon, dazu braucht er ein entsprechendes Ranking, muss mindestens unter den Top 100 stehen.

Ex-Davis-Cup-Kapitän Niki Pilic schaut öfters vorbei

Welch hohen Stellenwert der Schlagabtausch vor den Toren Heidelbergs genießt, zeigt auch ein kleiner Blick zurück. So schauen immer wieder Tennisstars von einst vorbei, um nach Talenten Ausschau zu halten, oder eigene Schützlinge zu unterstützen. Ex-Davis-Cup-Kapitän Niki Pilic, der Deutschland drei Mal zum Titel führte, ist einer von ihnen. Er schaute unter anderem einmal mit Ernests Gulbis vorbei. Ein Lette, den damals niemand kannte. Mittlerweile ist das anders. Der Rechtshänder rangiert aktuell an Position 27 im ATP-Comuter, war aber auch schon mal die 21. Was sich für ihn bezahlt gemacht hat: Mittlerweile hat er bereits knapp 3,5 Millionen Euro allein an Preisgeldern eingespielt.

Jannik Gieße könnte ein Großer werden

Von solch einem Vormarsch träumt auch ein junger Mannheimer: Jannik Gieße (Foto rechts). Der 15-Jährige serviert für die MTG Mannheim, trainiert hauptsächlich im Leimener Leistungszentrum und reist schon jetzt zu Turnieren quer über den Globus. Und das mit Erfolg: In seinem Jahrgang zählt Gieße zu den besten Spielern auf der Welt. Doch der Unterschied vom Nachwuchsbereich zu den Herren ist riesig. Dort gibt oft das Plus an Erfahrung den Ausschlag oder die ausgereiftere Athletik, sprich es ist von Vorteil, wenn man die Talente schon frühzeitig nach und nach bei den Männern reinschnuppern lässt.

Diese Chance bekommt Gieße nun, er wird beim Vredestein-Cup die Schläger auspacken. Der Turniersieg ist natürlich nicht drin, aber wertvolle Erfahrungen wird er allemal sammeln. Natürlich wird im Fall von Gieße aber auch die Jugend-Weltrangliste nicht aus den Augen gelassen. Denn hier verfolgen Öhler und Co. ein Fernziel: die Jugend-Grand-Slams (U18). Denn Gieße soll schon bald in Wimbledon oder bei den US Open gegen gleichaltrige Asse ran.

Foto: 1 Red  Foto 2 Berno Nix

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