Im Gespräch mit Germania Friedrichsfeld-Coach Sven Paulsen
Im Gespräch mit Germania Friedrichsfeld-Coach Sven Paulsen
Archiv | erstellt am Di. 05.11.2013
Der damalige Chefcoach Jörg Finkler hatte mit dem FCG die Tabelle der Kreisklasse A I Mannheim mit elf Punkten Vorsprung souverän vor Olympia Neulußheim angeführt und schien uneinholbar. In den letzten Saisonspielen gaben die Friedrichsfelder die Tabellenführung an die Neulußheimer ab und Trainer Finkler trat einen Spieltag vor Saisonende von seinem Amt zurück. Die Chemie zwischen Teilen des Teams und dem Erfolgscoach soll damals nicht mehr gestimmt haben.
„Ich will den Spielern für die anstehenden Relegationsspiele kein Alibi geben, deshalb mein Rücktritt“, so Finkler. Co-Trainer Ingo Paulsen übernahm als Interimscoach die Mannschaft – aber in den Aufstiegsspielen scheiterte die Germania am FC Türkspor Mannheim.
NEUAUFBAU
Nach der Saison verließen etliche Leistungsträger den Verein – neue Spieler kamen. „Wir haben bei der Zusammenstellung des Kaders auf Neuzugänge geachtet, die eine Identifikation zu unserem Verein haben, wie z.B. die Youngster Lucas Erny oder André Steinmann, die von der Jugend der SpVgg. Ilvesheim zu uns kamen – aber Friedrichsfelder Jungs sind“, so der vor Saisonbeginn neu verpflichtete Chefcoach Sven Paulsen, der Bruder von Ingo Paulsen, der wiederum das Amt des sportlichen Beraters und Torwarttrainers übernahm.
NEUER TRAINER
Sven Paulsen hatte zuvor beim SV Schriesheim sehr erfolgreich gearbeitet, letzte Saison dann die II. Mannschaft des TSV Amicitia Viernheim in der Kreisklasse A II trainiert. Seinen Co-Trainer Manfred Salmen nahm Sven Paulsen mit.
Nach 12 Spieltagen steht der FC Germania Friedrichsfeld mit dem neuformierten Team auf dem 3. Tabellenplatz – nur zwei Punkte hinter Tabellenführer SC Reilingen. Die sportliche Zielsetzung des Clubs hieß vor Saisonbeginn: Platz 6-7. Nun sieht es doch wesentlich besser aus, als gedacht.
Der Sportkurier hat sich mit Sven Paulsen unterhalten.
Sportkurier: Mit 26 Punkten aus 12 Ligaspielen steht ihre Mannschaft auf dem 3. Tabellenplatz. Der Abstand zu Tabellenführer SC Reilingen beträgt nur zwei Punkte. Überrascht über den guten Start in die Saison?
SVEN PAULSEN: Ja, wir sind da schon alle etwas überrascht. Wir hatten eine große Fluktuation im Kader und viele Leistungsträger, letztjährige Stammspieler hatten den Club verlassen. Wir haben uns in der Breite des Kaders verstärkt, aber die individuelle Klasse einiger Spielerabgänge konnten wir natürlich nicht kompensieren. Von daher war unsere sportliche Zielsetzung nach dem Neuaufbau auf einen 5./6. Platz definiert.
Sportkurier: Woran machen Sie die überraschend guten Leistungen fest?
SVEN PAULSEN: Auf jeden Fall in unserer mannschaftlichen Geschlossenheit. Das ist die große Stärke unseres Teams. Wir haben mit Benjamin Wanzek und Sebastian Wantoch nur zwei erfahrenere Leitwölfe. Zu viele Häuptlinge in einem Team, das möchten wir auch gar nicht. Phillip Lemberger (Kreuzbandriss) und Tobias Gleissner (Knie verdreht) fallen sehr lange aus. Mit den Beiden wären wir noch einen „Tick“ stärker – von daher können wir alle mit dem bisher Erreichten sehr zufrieden sein.
Sportkurier: Mit der Disziplin im Team scheint es diese Saison auch besser bestellt?
SVEN PAULSEN: Vor allem bei den gelben Karten, das sind deutlich weniger geworden. Es herrscht da mehr Ruhe auf dem Platz, auch wenn es mal strittige Entscheidungen gibt. Wenn wir in der Mannschaft diesen Kurs weiterführen können, dann bringt uns das einige Punkte mehr im weiteren Saisonverlauf.
Foto rechts: Die Paulsen-Brüder. Rechts Ingo Paulsen – links Sven Paulsen.
Sportkurier: Jetzt, wo die Germania ganz oben dabei ist, werden da Saisonziele neu definiert?
SVEN PAULSEN: Ja, wir haben jetzt nach 12 Spieltagen einen guten Überblick über die Liga. In der Staffel I kann wirklich jeder gegen jeden gewinnen. Das ist sehr ausgeglichen, im Gegensatz zu den Vorjahren. Und das bringt natürlich auch uns Vorteile, denn mit zwei, drei Niederlagen bist du noch lange nicht abgeschlagen. Intern haben wir die Zielsetzung nun um den 3./4. Platz ausgegeben. Ich denke das ist ein realistisches Ziel. An eine Meisterschaft oder einen zweiten Platz verschwenden wir zum jetzigen Zeitpunkt keinen Gedanken.
Sportkurier: Sollte die Germania in der Winterpause ganz oben stehen, wird man sich dann in der Winterpause verstärken – um vielleicht in der Rückserie noch stärker aufgestellt zu sein?
SVEN PAULSEN: Nein, das haben wir nicht vor. Wenn sich natürlich ein Spieler anbietet, der eine Verstärkung sein könnte und mit dem wenigen zufrieden ist, was es hier an Prämien gibt, dann steht einem Transfer nichts im Wege. Aber wir haben keine großen, finanziellen Mittel und den Weg wollen wir erst gar nicht beschreiten.
Sportkurier: Dann wünschen wir Ihnen für den weiteren Saisonverlauf viel Erfolg.
SVEN PAULSEN: Vielen Dank.
Foto 1 Berno Nix Foto 2 FCG