Hertha BSC Berlin will gegen 1899 Hoffenheim punkten

Hertha BSC Berlin will gegen 1899 Hoffenheim punkten

Hertha BSC Berlin will gegen 1899 Hoffenheim punkten

Archiv | erstellt am Fr. 08.11.2013

Foto: Hoffenheims Sejad Salihovic zeigt großen Respekt vor dem Aufsteiger, bei dem er schon selbst vor seinem Engagement in Hoffenheim spielte.

Nach der 1:2 Niederlage gegen Bayern München empfangen die Kraichgauer am Samstag um 15:30 Uhr in der WIRSOL Rhein-Neckar-Arena Hertha BSC Berlin. Der Aufsteiger hat sich als Tabellen-Siebter bislang sehr gut aus der Affäre gezogen. Auch wenn sie noch keines ihrer fünf Auswärtsspiele gewinnen konnten, erspielten sie sich drei respektable Unentschieden und zwei knappe Niederlagen.

 

Hertha-Trainer Jos Luhukay hat in Berlin ein starkes Team geformt

Die Hauptstädter entpuppten sich in den vergangenen drei Spielzeiten als Fahrstuhlmannschaft, sind zwei Mal ab- und wieder aufgestiegen. Positiv bislang die taktisch, kluge Spielweise mit schnellem Umschaltspiel. Der niederländische Trainer Jos Luhukay, der gegen Hoffenheim noch ohne Sieg ist, vertraut dabei seinen beiden treffsicheren Stürmern Adrian Ramos und Sami Allagui, mit jeweils fünf Saisontreffern.

Negativ hingegen die aktuelle Torwartdiskussion, die nach den beiden Spielen gegen Schalke und Bayern entstand. Auslöser einige haarsträubende Fehler von Keeper Thomas Kraft bei Gegentoren. Besonders anfällig sind die Herthaner bei hohen Bällen nach Standards, was acht Gegentore, fünf davon per Kopfball, belegen. Möglicherweise ein Erfolgsrezept für die TSG, denn nach ruhenden Bällen sorgen die beiden hünenhaften Innenverteidiger David Abraham und Niklas Süle im gegnerischen Strafraum stets für höchste Gefahr.

Foto: Hoffenheims Andreas NBeck im Zweikampf mit Bayerns Mario Götze.
Hoffenheims Sejad Salihovic, selbst viele Jahre an der Spree unter Vertrag, erwartet im Gespräch mit dem Sport-Kurier eine ganz enge Kiste: „Die Hertha spielt mit einer jungen Truppe, die sehr viel marschiert, bislang eine sehr gute Saison. Wir wollen unser Heimspiel unbedingt gewinnen, müssen dabei jedoch den Gegner sehr ernst nehmen.“

Die Leistungen der letzten Wochen stimmen Hoffenheims Nummer 23 zuversichtlich: „Wir haben gegen Spitzenteams wie Leverkusen, wo wir bei normalem Verlauf und ohne „Phantom-Tor“ nicht verloren hätten, und Bayern sehr gute Leistungen gezeigt und sind auf einem guten Weg.“ Die Versetzung von der Mittelfeld- auf die linke Verteidigerposition bereitet dem technisch versierten 29-Jährigen keinerlei Probleme, zumal er hier auch seit vier Jahren in der Nationalmannschaft spielt. Gegen Berlin erhofft er sich die ein oder andere aussichtsreiche Standardsituation: „Leider gab es gegen die Bayern keinen Freistoss in Tornähe. Ich hätte mir dies sehr gewünscht, weil ich wusste, dass Keeper Manuel Neuer schon Angst davor hatte. Vielleicht klappt es ja am Samstag, wäre mal wieder an der Zeit.“ Zeit für den 50. TSG-Treffer im 188. Bundesligaspiel.

Foto: Berlins Trainer Jos Luhukay an der Seitenlinie.
Der Kontakt des bosnischen WM-Teilnehmers zum ehemaligen Verein, für den er von 2000 bis 2003 in der Jugend und anschließend drei Jahre bei den Amateuren und Profis spielte, ist nicht abgebrochen wie er dem Sport-Kurier verrät: „Ich habe zu einigen Jungs, wie Ben-Hatira, mit dem ich zusammen in der Jugend spielte, immer noch guten Kontakt.“

 

Auf einen besseren Zuschauerschnitt hoffen

Wenn es 1899 Hoffenheim gelingt, die zuletzt gezeigten Leistungen auch gegen Berlin sowie nach der Länderspielpause gegen Augsburg, Bremen und Frankfurt abzurufen, dürfte sich dies auch positiv auf dem Punktekonto auswirken. Die sportliche Stabilität könnte einen goldenen Herbst bescheren. Die offensive, tempo- und risikoreiche spektakuläre Spielweise ist ganz nach dem Geschmack der Fans. Fraglich nur, wann der aktuelle Zuschauerschnitt von 27.300 sich endlich verbessert?

Unübersehbar, Hoffenheim ist sehr bemüht  verloren gegangenen Kredit der letzten beiden Jahre wieder zurück zu gewinnen. Dies braucht seine Zeit und ist ein langer Entwicklungsprozess. Das jüngste Bundesligateam wirkt gefestigt und lässt sich nicht vom eingeschlagenen Weg abweichen. Trainer Markus Gisdol überrascht immer wieder mit neuen taktischen Vorgaben, wie zuletzt gegen die Bayern, was selbst deren Star-Trainer Pep Guardiola positiv auffiel.

Wenn die Spieler die variable Spielweise weiter verinnerlichen und mit taktischen Überraschungsmomenten den Gegner verwirren, ist in Zukunft noch einiges zu erwarten. Der Fußball allgemein hat sich moderner und taktisch ausgereifter entwickelt. Out sind altmodische, leicht ausrechenbare Spielsysteme. Unter Trainer Gisdol wird seit dem 2. April diesen Jahres im Kraichgau zukunftsorientiert, taktisch klug und weitaus erfolgreicher gespielt, als dies in den beiden Jahren zuvor der Fall war. Am Samstag bietet sich erneut Gelegenheit, dies unter Beweis zu stellen.

Fotos: Rhein-Neckar Picture
 

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