Das war der 16. Spieltag in der Kreisliga Mannheim
Der Sportkurier im Interview mit Fabian Johnson von der TSG 1899 Hoffenheim
Archiv | erstellt am Mi. 04.12.2013
… absolvierte er beim VfL Wolfsburg, ehe er zur Saison 2011/12 in den Kraichgau wechselte. Der 25-Jährige ist besonders schnell und vielseitig einsetzbar. Nachdem er alle DFB-Auswahlmannschaften durchlief, entschied er sich für das US-Nationalteam, mit der er im Sommer bei der WM in Brasilien für einige Überraschungen sorgen möchte.
Im Gespräch mit dem Sportkurier spricht er über 1899 Hoffenheim, die US-Nationalmannschaft vor dem WM in Brasilien, die Presseberichterstattung und seine Zukunftswünsche.
Sportkurier: Sie wirken von der Art eher zurückhaltend, unterscheiden sich dadurch von der offenen, zugänglichen Art der Amerikaner.
Fabian Johnson: Ich bin allgemein ein ruhiger Typ, sowohl auf, als auch außerhalb des Spielfeldes. Meine volle Konzentration ist auf die sportliche Leistung ausgerichtet.
Sportkurier: Sie sind im Münchner Stadtteil Giesing geboren, wo auch ein ganz großer Fußballer beheimatet war.
Fabian Johnson: Sie meinen sicherlich Franz Beckenbauer. Das habe ich gehört, doch zu meiner Jugendzeit, als man sich die Freizeit noch ausschließlich mit Kicken auf dem Bolzplatz vertrieb, hat mich das weniger interessiert.
Sportkurier: Obwohl Sie für die deutsche U17- bis zur U21-Nationalmannschaft spielten, entschieden Sie sich aufgrund Ihrer Doppelstaatsbürgerschaft für die US-Nationalmannschaft.
Fabian Johnson: Nationaltrainer Jürgen Klinsmann hat meine sportliche Entwicklung verfolgt, mich darauf angesprochen und zu einem einwöchigen Lehrgang nach Los Angeles eingeladen. Die Zusammenarbeit mit den Spielern und dem Trainerteam hat mir sehr gut gefallen und daher fiel meine Entscheidung für die USA zu spielen leicht.
Sportkurier: Sehen Sie sich lieber in der Position des Außenverteidigers oder offensiven Mittelfeldspielers?
Fabian Johnson: Die meisten Spieler lieben es offensiver, weiter vorn zu spielen. Ich möchte mich eher offensiver kreativ einbringen und versuchen ein Tor zu schießen. In der Nationalmannschaft spiele ich auch auf der linken Mittelfeldposition. Aber wenn ich hinten links gebraucht werde, spiele ich auch dort. Ich möchte dem Team helfen – egal wo auf dem Platz.
Sportkurier: Kommen wir zu aktuellen Situation der TSG. Woran liegt es, dass die Trendwende nach unten geht, Verunsicherung sich breit macht?
Fabian Johnson: Das ist schwer zu sagen. Im Training ziehen alle voll mit und die Stimmung ist auch gut. Es ist ärgerlich, dass wir in den ersten Spielen gut gespielt, aber zu wenig gewonnen haben. Es waren zu viele verschenkte Punkte, da möchte ich auch nichts schön reden. Es ist nun mal so wie es ist und daran können wir nichts ändern. Wir müssen einfach mit der jetzigen Situation zu recht kommen das Beste daraus machen. Natürlich fördern fehlende Erfolgserlebnisse nicht gerade die Leichtigkeit im Spiel. Wenn es gut läuft, kann man auch spielerische Dinge ausprobieren, in der jetzigen Phase sind eher kämpferische Tugenden gefragt.
Sportkurier: Ihr Vertrag läuft am Saisonende aus. Gedenken Sie im Kraichgau zu bleiben oder streben Sie nach einem Tapetenwechsel?
Fabian Johnson: Mir gefällt es hier und ich fühle mich sehr wohl. Es gab bereits Gespräche, weitere folgen nach dem Urlaub im Januar.
Sportkurier: Wie sieht Ihre bisherige Saisonbilanz aus?
Fabian Johnson: Für mich persönlich hatte ich mehr erhofft. Mit ein Grund war meine Sprunggelenkverletzung, die mir weniger Einsatzzeiten ermöglichte als ich mir erhofft hatte. Allgemein hätten wir, aufgrund des großen Aufwands den wir betrieben haben, mehr Punkte holen müssen. In der Bundesliga, die für mich derzeit die Beste der Welt ist, kann jeder jeden schlagen und viele Mannschaften liegen in der Tabelle sehr eng beieinander. Da kann es schnell mal hoch oder runter gehen.
Sportkurier: Wie werden Sie die Weihnachtszeit und den Jahreswechsel verbringen?
Fabian Johnson: Ich werde an den freien Tagen in München bei meiner Familie sein. Anschließend geht es ins Trainingslager nach Spanien zur Vorbereitung zur Rückrunde.
Fotos: Rhein-Neckar Picture