Der SC Rot-Weiß Rheinau steht auf einem Abstiegsplatz / Brandenburger: "Da läuft einiges schief."
Der SC Rot-Weiß Rheinau steht auf einem Abstiegsplatz / Brandenburger: „Da läuft einiges schief.“
Archiv | erstellt am Mi. 23.10.2013
Foto: RW-Co-Trainer Sascha Gast (vorne) und Cheftrainer Peter Brandenburger (hinten) mit Blickrichtung der Nichtabstiegsplätze. Die kommenden Spiele sind richtungsweisend.
Letzte Saison hatten die Rot-Weißen einen Katastrophenstart und waren zu Beginn in 13 Spielen hintereinander ohne Punktgewinn. Danach startete der Club aus dem Mannheimer Süden eine sensationelle Aufholjagd, hielt die Spielklasse durch siegreich gestaltete Relegationsspiele.
In der Spielzeit 2013/2014 sollte alles anders werden. Insgesamt 12 Neuzugänge, darunter etliche vielversprechende Transfers, präsentierten die Rheinauer zu Saisonbeginn. Aber auch diese Saison könnte ganz im Zeichen des Abstiegskampfes stehen. Nach 11 Ligaspielen stehen die Rot-Weißen mit nur einem Sieg und drei Remis, bei 7 Niederlagen – auf einem Abstiegsplatz (15.).
Der Sportkurier hat sich mit Rheinaus Chefcoach Peter Brandenburger (Foto unten) unterhalten.
Sportkurier: Herr Brandenburger, Sie stehen mit ihrem Team nach 11 Spieltagen auf einem Abstiegsplatz. Die sportlichen Zielsetzungen sahen doch sicherlich anders aus.
PETER BRANDENBURGER: Natürlich hatten und haben wir andere Vorstellungen. Im ersten Drittel dieser Spielzeit lief einiges verkehrt, das muss sich ändern. Wir haben einige richtig gute Spiele gezeigt, aber viele individuelle Fehler haben uns hier auch unnötige Punktverluste beschert. Zudem haben wir in zwei Spielen (Plankstadt u. Michelfeld) in den letzten Spielminuten Elfmeter verschossen. Das alleine hat uns vier Punkte gekostet.
Sportkurier: Und personell, wie sieht es da aus?
PETER BRANDENBURGER: Die Neuzugänge Koffi-Kashinde Russel (erkrankt) und Doganay Burak (OP) fehlen. Beides Spieler, von denen wir uns viel versprachen – die nun aber nicht zur Verfügung standen. Torhüter Marcel Jehle spielt auch keine Rolle in unserem Landesligateam. Er wird in der 2. Mannschaft eingesetzt und wird in der Winterpause den Verein verlassen. Mehr ist dazu auch nicht zu sagen. Sergio Latorre hatte eine Knöchelverletzung und Alexander Hilbert war wegen einer Roten Karte vier Wochen gesperrt.
Sportkurier: Hat sich die Situation etwas entspannt?
PETER BRANDENBURGER: Hilbert und Latorre sind wieder einsatzfähig, insofern sieht es personell besser aus. Aber mit der Trainingsbeteiligung sieht es nicht besonders gut aus. Im Moment liegt die bei um die 50 Prozent. Das ist indiskutabel und kann so auch nicht weiter toleriert werden.
Sportkurier: Woran liegt die schlechte Trainingsbeteiligung?
PETER BRANDENBURGER: Berufliche, schulische, private Gründe – ach, das ist sehr vielfältig. Da fehlt bei nicht wenigen wohl auch an der Einstellung und das wird auch Konsequenzen mit sich bringen. In der Winterpause werden wir uns von einigen Spielern trennen.
Sportkurier: Also ein radikaler Schnitt?
PETER BRANDENBURGER: Nein, radikal wird der Schnitt nicht sein – aber von drei, vier Spielern wird man sich mit Sicherheit trennen. Wir halten natürlich auch auf dem Transfermarkt die Augen offen und werden hoffentlich den deinen und anderen Neuzugang in der Rückserie präsentieren können. Auf der Torhüterposition besteht dringender Handlungsbedarf. Die Landesliga ist keine „Pille-Palle-Liga“, da kannst du nicht mit halbem Einsatz und Aufwand bestehen.
Sportkurier: In den nächsten beiden Spielen geht es gegen die ebenfalls abstiegsgefährdeten Teams des VfL Kurpfalz Neckarau und danach FV Brühl. Sind das schon Schlüsselspiele?
PETER BRANDENBURGER: Als Schlüsselspiele würde ich diese Begegnungen nicht bezeichnen. Man hat letzte Saison gesehen, wie schnell man durch eine Serie Boden gutmachen kann. Aber sicherlich sind diese Derbys eine weitere Standortbestimmung und auch brisant. Wir wollen auf alle Fälle in beiden Spielen punkten.
Sportkurier: Letzte Frage: Hält der SC Rot-Weiß Rheinau die Spielklasse?
PETER BRANDENBURGER: Wir halten die Spielklasse. Es wird nicht einfach werden, da viele Teams da unten stehen, die durchaus Fußball spielen können. Aber am Ende werden wir einen Platz vor dem Relegationsrang stehen.
Foto 1: Berno Nix Foto 2: lofi Foto 3: Rhein-Neckar Picture.
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