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Bernd Großmann: „In der Landesliga wirst du für Fehler gnadenlos bestraft.“

Archiv | erstellt am Di. 10.12.2013

Foto oben: Wallstadt-Coach Bernd Großmann engagiert an der Seitenlinie (rechts im Bild/stehend).

Auch im Kreispokal war man erfolgreich, wenn auch das Finale gegen den FC Germania Friedrichsfeld im Elfmeterschießen verloren ging. Wallstadt-Coach Bernd Großmann schwamm so nicht nur letzte Saison auf der Erfolgswelle. Das Jahr zuvor schafften er und Karlheinz Lohnert mit der B-Jugend des SV Waldhof Mannheim den Aufstieg in die höchste deutsche Fußballklasse – holten auch noch den Badischen Pokalsieg. Mehr geht kaum.

Ungewohnt daher die sportliche Situation zum Ende der Hinrunde 2013/2014 in der Landesliga Rhein-Neckar. Nach 19 Spieltagen steht Bernd Großmann mit seiner Mannschaft mit nur sechs Punkten auf dem letzten Tabellenplatz. Sieben Punkte beträgt der Abstand auf den Relegationsplatz und auf einen sicheren Nichtabstiegsplatz sind es sogar 11 Punkte.
Der Sportkurier hat sich mit dem Wallstadter Coach unterhalten.

Sportkurier: Tabellenletzter und 11 Punkte Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz. Hatten Sie nach dem Aufstieg damit rechnen können?

BERND GROßMANN: Auf keinen Fall haben wir mit dem letzten Tabellenplatz gerechnet. Die Unterschiede zwischen der Kreisliga und Landesliga sind jedoch schon enorm. Hier in der LL gibt es fast in jedem Club Spieler mit hoher individueller Qualität und die haben oft den Unterschied ausgemacht, in dieser für uns verkorksten Hinrunde. Vorne haben wir unsere zahlreichen Torchancen nicht in dem Maße genutzt, wie es erforderlich ist und in der Defensive wurden wir oft für den kleinsten Fehler bestraft.

Sportkurier: Mit nur 19 erzielten Toren hat ihre Mannschaft auch die schwächste Offensive der Liga. Letzte Saison holte sich Mathias Burosch noch die Torjägerkanone, aber der wechselte ja bekanntlich.

BERND GROßMANN: Natürlich würde uns ein Knipser wie Mathias Burosch gut zu Gesicht stehen, keine Frage. Aber eigentlich haben wir schon Offensivkräfte, die treffen können. Debski, Dos Santos und Sutter haben es ja schon bewiesen. Unser Problem ist wie bereits erwähnt die mangelhafte Chancenverwertung. Aus dem Spiel heraus kreieren wir ja Torchancen, daran liegt es nicht.

Foto: Es brennt lichterloh im Strafraum vor Wallstadt-Keeper Jens Batzler. Szene aus dem Spiel zwischen dem VfB Gartenstadt vs. Spvgg. Wallstadt.
Sportkurier. Der letzte und auch einzige Sieg gelang am 22.09. gegen Rot-Weiß Rheinau. Seitdem setzte es in 11 Spielen, acht Niederlagen und dreimal errang ihre Mannschaft ein Remis. Die Spiele gingen oft knapp aus.

BERND GROßMANN: Da fehlt den Spielern jetzt natürlich das Selbstvertrauen, wenn du so lange nicht gewonnen hast. Am Samstag hätten wir z.B. den Tabellenzweiten TSV Amicitia Viernheim aufgrund der besseren Torchancen besiegen müssen. Am Ende war es eine Chance für die Südhessen und die nutzte Stefan Berger. Das meinte ich mit individueller Qualität. Berger hatte in Hoffenheim eine Ausbildung als Fußballer und spielte auch schon Oberliga. Dem darfst du keine Gelegenheit geben, denn diese nutzt er in den meisten Fällen.

Sportkurier: Viele Spiele waren eng. Wieblingen, St. Ilgen, Mühlhausen, Brühl und jetzt Viernheim – da war für ihre Mannschaft mehr drin gewesen?

BERND GROßMANN: Das muss ich eindeutig mit Ja beantworten. Wir hätten bei etwas mehr Konsequenz im Abschluss oder bei weniger individuellen Fehlern durchaus acht, neun Punkte mehr auf der Habenseite. Aber das stimmt mich auch zuversichtlich für die Rückrunde, denn wir sind auf keinen Fall so schwach, wie es der Tabellenplatz und die Statistik derzeit aufzeigen.

Foto: Wallstadts Christoph Ott gegen Rheinaus Salvatore Vullo beim Spiel in der Landesliga, Spvgg Wallstadt – SC Rot-Weiss Rheinau.
Sportkurier: Wie sieht es personell aus und wird Wallstadt in der Rückrunde nachlegen?

BERND GROßMANN: Stefan Klengel (Bänderriss) und Sergej Trenichin (doppelter Handbruch) werden in der Rückrunde wieder voll einsatzfähig sein. Die Kaderbreite ist gut, wir haben 20 Spieler zur Verfügung. Neuzugänge sind keine geplant. Sollte sich jedoch ein Spieler anbieten, der uns verstärken könnte, wird man das intern besprechen und bewerten.

Sportkurier: Meist verspüren die Trainer einen Druck von oben, sprich der Vereinsführung, wenn es sportlich nicht nach Wunsch verläuft. Wie sieht es da in Wallstadt aus?

BERND GROßMANN: Ich kann hier in Wallstadt ruhig arbeiten und verspüre keinen Druck. Ich denke das Vertrauen der Vereinsführung ist auf alle Fälle vorhanden.

Sportkurier: Sind Sie zuversichtlich die Spielklasse zu halten?

BERND GROßMANN: Ich wäre schlecht beraten, wenn ich jetzt Nein sagen würde. Natürlich stehen wir mit dem Rücken zur Wand, aber wenn man sich die Tabelle genau betrachtet, so sind es nur sieben Punkte auf einen Relegationsplatz, der für die Auf- Abstiegsspiele berechtigen würde. Und genau da wollen wir in der ersten Zielsetzung hin – auf diesen Platz. Und das ist zu schaffen. Wenn mehr drin ist, gerne – aber 11 Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz, das ist schon recht viel. Wir werden uns auf alle Fälle sehr gut auf die Rückrunde vorbereiten und alles abrufen, was möglich ist.

Sportkurier: Vielen Dank für das Gespräch.

BERND GROßMANN: Nichts zu danken, gerne geschehen.

 

Alle Fotos: Rhein-Neckar Picture

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