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SV Waldhofs Neuzugang Sebastian Lindner im Portrait

Archiv Regionalliga (Fußball) | erstellt am Fr. 19.09.2014

Nachdem die Saison nun schon einige Wochen alt ist, wird es Zeit, einmal zu schauen, wer sich als Verstärkung bzw. positive Erscheinung bereits in den Vordergrund geschoben hat. Zu den konstantesten Größen in Kenan Kocaks neuer Mannschaft gehört zweifellos Sebastian Lindner. Ein echter „Sechser“, ein Staubsauger vor der Abwehr, bekam er vom
Coach bisher in allen Pflichtspielen das Vertrauen geschenkt und dankte es mit guten Leistungen.

 

Schon in jungen Jahren zum 1. FC Kaiserslautern

Gut, dass er sich für Fußball entschieden hat, denn selbstverständlich war dies nicht. „Meine Mutter spielte Handball, ebenso mein Vater, der auch Handballtrainer war“, hat er von seinen Eltern aber zumindest das Ballgefühl geerbt. Mit dem Kicken angefangen hat der gebürtige Bensheimer in Lorsch. Über den SC Olympia folgte dann schon in der C2 der Wechsel zum 1.FC Kaiserslautern. „Dies kam durch den DFB-Stützpunkt in Bensheim zustande“, erinnert er sich, als er in der Kreisauswahl spielte.

Foto: Sebastian Lindner ganz rechts (weißes Trikot) im Benefizspiel gegen Borussia Dortmund.

Einsätze in der Jugend-Nationalmannschaft

Sogar bis zum Nationalspieler brachte es Lindner, der dreimal für die U16 des DFB nominiert wurde und Einsätze gegen Italien und zweimal gegen Dänemark bekam. Der Sprung in die U17-Auswahl schien nur logisch, doch es kam anders. „Ich war bei den Vorbereitungslehrgängen unter Bernd Stöger und Marco Pezzaiouli dabei, habe mich aber blöd verletzt und so die EM-Qualifikation verpasst.“ Für seinen Club brachte er es in der Folge auf 21 Einsätze in der U17 und 50 Spiele in der U19- Bundesliga.

 

In Kaiserslautern nicht mehr zufrieden

Es folgten noch 54 Einsätze in der Regionalligamannschaft der Pfälzer, aber die Unzufriedenheit über seine unregelmäßigen Einsätze wuchs, so dass er in diesem Sommer unbedingt wechseln wollte. „In Kaiserslautern steht man drei Spiele auf dem Platz und sitzt dann wieder zweimal auf der Ersatzbank, weil Profis nach unten beordert werden“, war er mit seiner Situation nicht mehr einverstanden. Kontakt mit seinem neuen Trainer Kenan Kocak gab es schon länger und irgendwann war für ihn klar, dass er den Schritt zum SV Waldhof gehen würde. Über seinen neuen Verein kann er nur gutes berichten.   

„Zum einen war es mir wichtig, mal in einer ersten Mannschaft mit vielen Fans zu spielen. Hier ist das ganze Gefüge besser, es gibt keine Unruhe durch unzufriedene Profis. Im Training wird etwas mehr mit dem Ball gearbeitet, von der Häufigkeit des Trainings hat sich für mich dagegen kaum etwas geändert.“

Hafner: „Schieß doch auch einmal aufs Tor.“

Sein erstes Tor im blau-schwarzen Trikot schoss der 22-jährige im Verbandspokal beim 1.CfR Pforzheim. Sportvorstand Klaus Hafner gab ihm vorher den gutgemeinten Ratschlag: „Schieß doch auch einmal aufs Tor.“ Gesagt, getan. Über seinen ersten Treffer in einem Pflichtspiel konnte er sich aber hinterher nicht so recht freuen. „Lieber hätte ich kein Tor geschossen und wir hätten dafür gewonnen“, lautet die ebenso einfache wie einleuchtende Erklärung.

Ein absolutes Highlight in seiner noch kurzen Zeit beim SVW ist ohne groß nachzudenken das Benefizspiel gegen Borussia Dortmund vor über 21000 Zuschauern. „Ich habe einmal beim A-Jugend-Finale in Wolfsburg vor über 8000 Zuschauern gespielt, aber was die Fans des SVW gegen Dortmund geboten haben, toppt natürlich alles.

 

„Ich will so weit wie nur möglich oben dabei sein“

Eine tolle Atmosphäre im Stadion und eine super Choreo für Walter Pradt“ sind ihm im Gedächtnis hängen geblieben. „Ein Tor für uns wäre natürlich noch ein Höhepunkt gewesen. Die ein oder andere Chance war ja da, aber man hat natürlich auch gesehen, dass eine Mannschaft, die Championsleague spielt, ein ganz anderes Tempo gehen kann.“

Sebastian Lindner stimmt sich auf die Spiele am liebsten mit Hipp Hopp oder RnB ein. „Es kann aber auch vorkommen, dass ich meine Ruhe im Bus haben will, um mich ganz auf das Spiel fokussieren zu können.“ Der „Rackerer“ im Mittelfeld hat natürlich auch Ziele.

„Ich will so oft wie möglich spielen und mit dem Team so weit wie nur möglich oben dabei sein. Wir haben eine sehr junge Mannschaft, im Grunde eine U23, auf die man aber setzen kann. Durch die hohe Leistungsdichte im Kader kann im Fall der Fälle auch jeder jeden gleichwertig ersetzen“, sieht er gute Perspektiven.

Volle Unterstützung erfährt er von seiner hübschen Freundin. „Ja, sie ist bei wirklich jedem Spiel dabei. Oft auch ihre und meine Eltern“, kann er schon auf einen ansehnlichen persönlichen Fanclub verweisen.

Foto 1+2 Sörli Binder AS Sportfotos             Foto 3: SV Waldhof

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