9ab8fa7a6c7a3e1b502ee5721926ea31-0c0
Rhein-Neckar Bandits am Alsenweg: Der Sportkurier Kommentar
Archiv Regionalliga (Fußball) | erstellt am Fr. 27.02.2015
Die Anhänger des SV Waldhof sehen es mit Sorge, dass die Footballer künftig in dem Stadion am Alsenweg spielen, das zuvor lediglich die U23 sowie diverse Jugendmannschaften des SVW beherbergte.
PRO Waldhof hat Recht mit seiner Sorge, denn wer in den vergangenen Jahren verfolgt hat, wie oft das Stadion wegen Unbespielbarkeit des Platzes gesperrt werden musste, kann nur schwer nachvollziehen, warum jetzt noch ein Team mehr dort spielen soll. Und weil die Footballer den Rasen nicht pfleglich behandeln werden, ist davon auszugehen, dass die Fußballer künftig kaum noch darauf spielen können.
Bei der Kritik an der Entscheidung geht es keinesfalls darum, die Rhein-Neckar Bandits anzugreifen, denn die verleihen der Sportstadt einen Farbtupfer mehr. Aber die Stadt Mannheim
muss sich kritische Fragen gefallen lassen, denn sie muss wissen, dass sie das ohnehin marode Stadion mit den nicht mehr zeitgemäßen sanitären Einrichtungen einer weiteren Belastung aussetzt.
Der SV Waldhof spielt beispielsweise mit der U19 in der A-Junioren-Bundesliga und muss einen Rasenplatz als Spielstätte nachweisen, um die Zulassung für die höchste Nachwuchsliga zu erhalten. Schon jetzt finden trotzdem viele Partien der A-Jugendlichen auf dem Kunstrasenfeld statt, künftig werden es vermutlich noch mehr. Das ist für den SVW nicht förderlich.
Unbestritten ist, dass die Stadt Mannheim die Hoheit über die Sportanlage am Alsenweg hat, denn sie ist der Besitzer und kommt für die Kosten der Unterhaltung auf. Aber gerade deshalb sollte es auch im Interesse der Stadt sein, dass die Anlage pfleglich behandelt wird. Es ist schließlich eine alte Regel, dass kleine Schäden kleine Kosten verursachen und große Schäden extrem große. Vielleicht sollten sich die Verantwortlichen der Stadt darüber noch einmal Gedanken machen, um die Finanzen der Kommune ist es schließlich nicht gut bestellt.
Zuletzt senden die Stadt-Oberen durch die getroffene Entscheidung ein Signal aus, dass nicht im Sinne des SV Waldhof sein kann. Seit fast einem Jahrhundert ist der Alsenweg die Heimat des Traditionsvereins, der als ehemaliger Bundesligist viel für das Ansehen der Stadt getan hat. Zugegeben sind die ganz großen Zeiten des Klubs vorbei und die jüngere Vergangenheit war eher trostlos. Aber wenn jetzt begonnen wird, den Blau-Schwarzen ihre Heimat zu nehmen beziehungsweise sie zum Teil mit anderen Vereinen zu besetzen, zeigt das, welchen Stellenwert der SVW in den entscheidenden Gremien noch hat. Das ist traurig.
Die Verärgerung von PRO Waldhof ist verständlich und sie trifft die Stimmung innerhalb der Anhängerschaft. Die fühlte sich in der Vergangenheit ohnehin schon öfter benachteiligt, jetzt bekommt dieses Gefühl neue Nahrung. Footballer am Alsenweg spielen zu lassen – das war wahrlich kein guter Einfall. Es gibt schon Ärger, ehe die Rhein-Neckar Bandits ihren ersten Einsatz hatten, das sagt alles.
Foto: AS Sportfotos
zurück