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Kenan Kocak enttäuscht über das Remis in Trier

Archiv Regionalliga (Fußball) | erstellt am Mo. 13.04.2015

Nach dem Schlusspfiff im Moselstadion musste er sich erst einmal in den Trainersessel neben der Auswechselbank fallen lassen. „Was haben wir für Chancen liegengelassen!“, konnte er nicht nachvollziehen, nicht als Sieger vom Platz gegangen zu sein. Gemessen am Spielverlauf hätte der Sieger nur Waldhof heißen dürfen.

Das Spiel begann dramatisch. Schon nach einer Minute erhielt SVW-Keeper Dennis Broll von einem Gegenspieler im Zweikampf einen Tritt in den Unterkiefer und musste mit der Trage vom Platz gebracht werden. Mit dem Krankenwagen wurde der Schlussmann ins Krankenhaus gefahren und wurde auf dem Spielfeld durch Markus Krauss ersetzt. Mit dem Abpfiff erschien „Brolli“, im Gesicht noch deutlich gezeichnet, dann wieder im Stadion und wurde von seinen Mannschaftskameraden freudig begrüßt.

„Ich lag eine Stunde auf einem Krankenbett. Danach bin ich aufgestanden und habe denen gesagt, dass ich jetzt gehe“, erzählte das unverwüstliche Eigengewächs des SV Waldhof. So konnte er mit dem Mannschaftsbus nach Hause fahren. Der Schock nach der frühen Auswechslung hielt im Team nicht lange an. Die erste Halbzeit sah eine drückend überlegene Waldhof-Elf, die allerdings reihenweise Chancen versemmelte.

Ein Schuss von Marco Müller, der später noch seine zehnte gelbe  Karte sah und gegen Offenbach pausieren muss, stellte Triers Torwart Chris Keilmann vor Probleme (5.). „Wir waren klar überlegen. Uns hat heute auch ein bisschen das Glück im Abschluss gefehlt“, meinte Salvatore Bari, dem sich dreimal die Möglichkeit zur Führung bot (17., 31., 38.). Pech hatte Steffen Straub, der bei seiner zweiten Möglichkeit am Pfosten scheiterte (29.).

Trier wurde nur einmal gefährlich, als nach einem Missverständnis von Krauss und Müller Waldhofs Innenverteidiger Marcel Seegert in höchster Not klärte (26.). Waldhof war klar Herr im Moselstadion und keiner hätte sich beschweren dürfen, wenn die Gäste mit einer Führung in die Pause gegangen wären. „Der Gegner hat uns heute gezeigt, was Kampf und Leidenschaft heißt“, zollte auch Eintracht-Trainer Peter Rubeck dem SVW Lob. Lob, welches vollauf berechtigt war.

Im Mittelfeld um den soliden Freddy Brill gewann Lutz Radojewski fast jeden Zweikampf und verdiente sich in  Sachen Balleroberung die Bestnote. Dazu neben ihm noch Daniel Di Gregorio, der spielte, als wenn er nie gefehlt hätte. Dabei war es doch sein erster Einsatz nach der Winterpause. Den hatte auch Christian Mühlbauer, der sich in einer starken Viererkette ebenso nahtlos einfügte. Erst kurz vor dem Ende gestattete die Abwehr den Trierern eine Chance aus dem Spiel heraus.

Nach dem Wechsel knüpfte aber zunächst die Waldhof-Elf an ihren Auftritt der ersten Halbzeit an und dominierte die Partie weiterhin. Erneut Straub (50.) und Daniel Di Gregorio (56.) mit einer Doppelchance hatten die Führung auf dem Stiefel. Fast unglaublich, dass es nach einer Stunde immer noch 0:0 stand. Die eingewechselten Juvhel Tsoumou und Patrick Haag, die Kocak in der zweiten Halbzeit noch einwechselte, brachten noch einmal neuen Schwung. Letzterer kam dreimal in Tornähe (85., 87., 90. +2), doch das erlösende 1:0 wollte diesmal einfach nicht mehr fallen.

Der Vollständigkeit halber sei auch noch die Eintracht-Chance von Milorad Pekovic erwähnt. Seinen Schuss entschärfte Krauss (83.). „Ich bin enttäuscht über den einen Punkt, weil wir drei einhundertprozentige Chancen hatten, aber wir haben wenigstens Trier auf Distanz gehalten“, konnte Marcel Seegert dem 0:0 noch etwas Positives abgewinnen. Ähnlich äußerte sich Patrick Haag: „Wenigstens  nicht verloren.“ Wichtiger war dann für alle, dass „Brolli“ fast gesund und munter wieder da war.
 
Eintracht Trier: Keilmann – Hollmann, Dingels, Dündar, Stevens – Thelen, Zeric (55.Pekovic), Spang (64.Hermandung), Garnier – Anton, Dressler (59.Carlier)

SV Waldhof: Broll (3.Krauss) – Müller, M. Seegert, Neupert, Mühlbauer – Brill, Radojewski – Ramaj, Di Gregorio, Straub (78.P. Haag) – Bari (72.Tsoumou)

Schiedsrichter: Steinberg (Korntal-Münchingen)
Zuschauer: 1260

Foto: Marco Bschirrer

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