Es war ein Fußballfest und eine Rückkehr des großen Fußballs ins Carl-Benz-Stadion

Es war ein Fußballfest und eine Rückkehr des großen Fußballs ins Carl-Benz-Stadion

Es war ein Fußballfest und eine Rückkehr des großen Fußballs ins Carl-Benz-Stadion

Archiv Regionalliga (Fußball) | erstellt am Mi. 27.08.2014

Foto oben: Henrikh MKHITARYAN gegen Sebastian LINDNER / SVW , SV Waldhof Mannheim vs. Borussia Dortmund.

Das Ergebnis stand aber nicht im Vordergrund.
Vor dem Anpfiff stockte nicht nur vielen Zuschauer der Atem, sondern auch  Stadionsprecher Stephan Christen. „Das war die schwerste Minute in 18 Jahren Waldhof“, sagte Christen später. Beim Einlauf der Mannschaften gab es in der Fankurve eine Choreographie für den am Sonntag gestorbenen Walter Pradt. Das Waldhof-Idol war im Alter von 65 Jahren einem Krebsleiden erlegen.

Foto: Eine tolle Choreo der Fans, zum Gedenken an den am Sonntag verstorbenen Walter Pradt.
Christen verlas während einer Schweigeminute persönliche Worte und viele Besucher mussten dabei schlucken. Vor dem nahe gelegenen Fußballcenter von Pradt hatten viele Fans Blumen abgelegt. Und so wurde das Benefizspiel gegen die Dortmunder gleichzeitig ein Abschied nehmen mit dem ehemaligen Torhüter.

Mehr als 21.000 Zuschauer waren ins Carl-Benz-Stadion gekommen. Endlich gab es im Carl-Benz-Stadion mal wieder ein volles Haus. Christen, der seine Stimme später wieder gefunden hatte, sagte in der zweiten Halbzeit: „Hoffentlich kommen viele auch mal vorbei, wenn wir in der Regionalliga Südwest spielen.“

Foto: Zuvor wurde der Deutsche Vizemeister von den Waldhöfern bei der Ankunft mit dem Mannschaftsbus feierlich begrüßt.
Die Blau-Schwarzen machten durchaus Werbung für sich, denn sie hielten gegen den Vizemeister gut dagegen. Natürlich waren die Borussen klar feldüberlegen und hatten auch die ersten Chancen der Partie, aber der SVW-Torwart Dennis Broll reagierte glänzend gegen Kevin Großkreutz und Milos Jojic. Und nach 23 Minuten gab es sogar die große Chance zum 1:0 für die Mannheimer, als der Ball nach einem Konter bei Steffen Straub landete, der den Ball jedoch aus 14 Metern knapp über das Tor schoss.

Und deshalb führten die Dortmunder nach 45 Minuten doch mit 1:0. Nach einem Ballverlust des SVW spielten die Borussen schnell in die Spitze und Neuzugang Ciro Immobile erzielte die Führung, die von den vielen Dotmund-Fans im Stadion bejubelt wurde. Nach der Pause wechselten die Borussen, die bis auf Mats Hummel alle Stars dabei hatten, munter durch. Aber auch Waldhof-Coach Kenan Kocak gab nach und nach allen Akteuren aus seinem Kader die Chance, vor der großen Kulisse zu spielen. „Für jeden war es eine tolle Erfahrung, die wollte ich allen ermöglichen“, sagte der Waldhof-Coach.

Foto: Dennis BROLL / SVW gegen Neven SUBOTIC . Der Waldhof-Keeper durfte nach der Verletzung von Sebastian Brune, wieder ins Tor zurück. Jürgen Klopp hatte sich für ihn eingesetzt.

Nach 64 Minuten machte sich Jürgen Klopp in Mannheim noch mehr Freunde, als er eh schon hat.  Waldhof-Torwart Sebastian Brune, nach der Pause für Broll gekommen, hatte sich am linken Arm verletzt und musste das Feld wieder verlassen. Eigentlich verbieten die Regeln, dass ein bereits ausgewechselter Spieler wieder aufs Feld darf, so dass Schiedsrichter Markus Schmidt Broll zunächst untersagte, wieder aufs Feld zu kommen. Erst als Klopp intervenierte und mit Schmidt sprach, drückte der die Augen zu.

Foto: Milos JOJIC (Dortmund) gegen Mike SCHULZ / SVW.


„Das war Ehrensache“, sagte der Dortmunder Trainer, der sich von der Atmosphäre in Mannheim beeindruckt zeigte. „Das ist eine Fußballstadt, ich wünsche dem Waldhof, dass er wieder nach oben kommt.“ Gegen die Dortmunder gelang keine Wende, in der Schlussphase schraubten die Westdeutschen das Resultat weiter nach oben. Stenzel (70.), Reus (84.) und  Özbek (85.) sorgten für den 4:0-Endstand, der dem Leistungsvermögen der Mannschaften entsprach.

Beim SVW war darüber niemand sonderlich traurig. Die Freude über die große Einnahme war größer. Ein niedriger sechsstelliger Betrag wird am Ende hängen bleiben, der in die Schuldentilgung fließen soll.

Foto 2 immer-svw/R. Müller     alle anderen Fotos: AS Sportfotos Sörli Binder

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