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Badischer Pokal: Regionalligist Waldhof scheitert am CfR Pforzheim
Archiv Regionalliga (Fußball) | erstellt am Mi. 20.08.2014
Foto: Getümmel im Pforzheimer Strafraum.
Nach zwei Freirunden ist für den SVW in der Saison 2014/15 schon in der dritten Runde und damit dem verpassten Erreichen des Achtelfinales das Thema Pokal durch.
Es war nicht die ganz große Sensation und der Pokal hat auch nicht seine eigenen Gesetze, auch wenn auf dem Papier ein Verbandsligist gegen einen Regionalligist spielte. Es war im Grunde ein Spiel zweier Regionalligisten, denn das Team des 1.CfR setzt sich zu großen Teilen aus Akteuren des TSV Grunbach zusammen, der in der Sommerpause seine Mannschaft aus der Oberliga zurückzog.
Zu hohe Auflagen des Verbandes verhinderten einen Aufstieg in die Regionalliga, die der Club sportlich geschafft hätte. Allerdings hätte der Sieger in dieser Pokalpartie trotzdem Waldhof heißen müssen, doch zwei Geschenke verhalfen den Pforzheimern zum Sieg. Zunächst lief alles nach Plan, denn nachdem sich Shqipon Bektashi mit einer ersten Chance dem Pforzheimer Kasten angenähert hatte (12.), hieß es drei Minuten später schon 1:0 für die Gäste.
Sebastian Lindner überwand mit seinem Schuss Torhüter Manuel Salz, der dem Spielgerät ohne irgendeine Reaktion nur hinterherschauen konnte. Bei Bektashis zweiter Möglichkeit war er dann jedoch auf dem Posten (36.). Nur zwei Minuten später fiel aus dem Nichts der Ausgleich.
Kapitaler Bock von Torhüter Brune
Einen kapitalen Bock von Sebastian Brune im Waldhof-Kasten nutzte Dominik Salz zum Ausgleich (38.). Neben Brune stellte Kenan Kocak auch Nauwid Amiri, Mike Schulz und Shqipon Bektashi in die Startelf und gönnte Dennis Broll, Yanick Haag, Salvatore Bari und Marco Müller eine Pause. Die Waldhöfer wirkten in allen Mannschaftsteilen sehr fahrig, mit vielen unnötigen Ballverlusten. Daher war das 1:1 zur Halbzeit nicht unverdient für die Hausherren.
Nach dem Seitenwechsel war der SVW wesentlich präsenter und erspielte sich ab der 57. Minute mehrere Großchancen. Den Auftakt bildete Christian Mühlbauer, dessen Möglichkeit der Keeper gerade noch zur Ecke klären konnte. Nach der Ecke herrschte das große Chaos im Pforzheimer Strafraum, jeder durfte mal schießen, doch immer wieder klärte ein Abwehrbein und verhinderte eine verdiente Waldhof-Führung.
Waldhof Mannheim fehlt ein „Knipser“
Auch Daniel Di Gregorio konnte mit dem folgenden Angriff den Ball nicht im Tor versenken (60.). Glück hatten die Pforzheimer aber nicht nur bei ihren fairen Abwehraktionen, denn beim Foul an Bektashi verweigerte der erschreckend schwache Schiedsrichter Robin Siegl (Hüffenhardt) den Waldhöfern einen klaren Elfmeter (64.).
Foto: Pforzheims Torjäger Dominik Salz (weißes Trikot) im Duell mit Waldhofs Marcel Seegert.
Und trotzdem hätte der SVW das Spiel in der regulären Spielzeit entscheiden müssen, denn es folgten noch vier weitere Großchancen. Zweimal Lindner (65., 89.), Lutz Radojewski, der überhastet am Kasten vorbeischoss (73.) und Patrick Haag (86.) hatten die Entscheidung auf dem Stiefel. Nicht erst seit diesem Spiel ist es offensichtlich, dass ein „Knipser“ im Team der Blauschwarzen fehlt. Teilweise waren die Waldhöfer in der letzten Zone an Harmlosigkeit nicht mehr zu überbieten. Von Pforzheim ging bis auf eine Aktion von Salz (90. +2) in Halbzeit Zwei keine Torgefahr aus.
Pforzheims Dominik Salz mit gelbrot vom Platz
Es folgte die zweimal fünfzehnminütige Verlängerung. Der eingewechselte Fabian Kuhn überlistete schon in der 96. Minute Torhüter Brune zum 2:1. Der Schlussmann sah auch in dieser Szene nicht glücklich aus und stand wohl viel zu weit in seiner rechten Ecke. Noch war aber nichts verloren, denn zwei Minuten nach der Führung flog Salz mit gelbroter Karte vom Platz und Waldhof spielte den Rest der Verlängerung in Überzahl.
Robin Neupert (100.) und kurz vor dem Ende Marcel Seegert (120.) schafften es wie die anderen Mitspieler jedoch nicht, wenigstens noch ein Elfmeterschießen zu erzwingen. Auf der Gegenseite hatte der SVW beim einzigen Entlastungsangriff des 1.CfR auch mal Glück. Brune ging viel zu zögerlich aus dem Kasten und traf mehr den gegnerischen Stürmer als den Ball. Auch hier blieb der Elfmeterpfiff aus, doch diese Entscheidung passte so recht ins Gesamtbild der Schiedsrichterleistung.
Foto: Waldhofs Torhüter Sebastian Brune fängt das Leder vor dem herannahenden Dominik Salz.
Kenan Kocak nach dem Spiel restlos bedient
Abgezockt brachte Pforzheim dann den Sieg über die Zeit. Was beim SVW nach dem Abpfiff zurückblieb, war viel Frust und ein Trainer, der schnell in die Kabine flüchtete und diesen K.O. erst einmal verdauen musste. „Für die jungen Spieler war es eine lehrreiche Erfahrung, dass bei solchen Pokalspielen der Gegner nochmal ein Stück weit motivierter ist als in der Regionalliga. Da müssen sie jetzt durch“, meinte Klaus Hafner.
Noch ein Wort zu Sebastian Brune. Für den Ex-Bochumer lief so ziemlich alles schief, was nur schieflaufen konnte. Er strahlte keine Ruhe und Souveränität aus. Sein erstes Pflichtspiel für den SVW wird er jedenfalls so schnell nicht vergessen. Das Team ist nun gefordert, ihn wieder aufzurichten.
1.CfR Pforzheim – SV Waldhof 2:1 n.V. (1:1), (0:0)
Pforzheim: M.Salz – Bornhauser, Mägerle (108.Schröder), Fixel, Ceylan (115.Legner) – Schramm (73.Rayling), Tardelli Rancano, Rutz, Prediger (113.El Arkoubi) – D.Salz, Kovac (69.Kuhn)
Waldhof: Brune – Schulz (72.Müller), M.Seegert, Neupert, Mühlbauer (99.Bari) – Amiri (53.Radojewski), Lindner, Di Gregorio (85.Nag), Straub (72.Haag) – Bektashi, Sökler
Schiedsrichter: Siegl (Hüffenhardt)
Zuschauer: 1400
Tore: 0:1 Lindner (15.), 1:1 Salz (38.), 2:1 Kuhn (96.)
gelbrot: Salz (98.)
gelb: Rutz, Prediger, Ceylan / Schulz, Di Gregorio, Sökler, Bektashi, Nag
Fotos: immer-svw / Rüdiger Müller