TSV Amicitia Viernheim II - SSV Vogelstang, Kreisklasse A2, v.l. die Viernheimer Tilo Schander und Ismail Kaya gegen Vogelstangs Timucin Incesoy Foto: Berno Nix
Sportkurier-Serie (22) – SSV Vogelstang mit neuem Coach und sehr großer Fluktuation im Kader / „Unser PLUS ist das familiäre Ambiente“
Archiv Kreisklasse (Fußball) | erstellt am Mi. 29.07.2015
Mit dem A-Ligisten SSV Vogelstang präsentieren wir Euch während der Sommerpause bereits den 22. Club aus dem Fußballkreis Mannheim.
Die Sommerpause hat in der Regel etwas Erholsames. Egal, ob Profi- oder Amateurbereich: Regeneration ist dann angesagt. Für die Trainer ebenso. Auch Enrique Cazorla schätzt diese Zeit. Doch in diesem Sommer war sie irgendwie anders. Deutlich stressiger und nervenaufreibender. Denn der Neu-Trainer beim Mannheimer A-Ligisten SSV Vogelstang war sofort voll gefordert. Allerdings nicht am Spielfeldrand, sondern am Verhandlungstisch. Viele Gespräche mussten geführt werden, denn es gab da ein Problem: Fast die halbe Mannschaft hat den Klub nach der letzten Saison verlassen.
Das halbe Team hat den Verein verlassen
„Da waren teilweise richtig gute Fußballer dabei“, sagt Carzola, der zuletzt erfolgreich die zweite Mannschaft des TSV Amicitia Viernheim gecoacht hatte, „es galt also für Ersatz zu sorgen.“ Leicht war das aber nicht. Denn beim SSV sind die Voraussetzungen anders als bei so manchem Konkurrenten. Geld steht eigentlich gar keines zur Verfügung.
Carzola nickt: „Wir mussten sie auf eine andere Art und Weise von uns überzeugen und das ist uns gelungen“, sagt er stolz, „ich denke nämlich, dass wir eine wirklich gute Mannschaft beisammen haben, in der auch die Charaktere passen.“

Und wie hat man sie nun überzeugt, wenn nicht mit Euroscheinen?
Ganz einfach: Mit dem familiären Ambiente, mit dem freundschaftlichen Umgang untereinander. „Bei uns hilft jeder jedem, zum Beispiel auch dann, wenn es darum geht, einen Job zu finden. Da hört sich jeder für den anderen um“, verrät Cazorla. Zudem sind auch die Frauen und Kinder ganz nah dran an der Mannschaft. Alle ziehen an einem Strang.
Und das klappt sehr gut: „Die Trainingsintensität ist top“, freut sich der Trainer. Trainiert wurde zuletzt übrigens auch morgens. Ein Mal die Woche versammelte Cazorla seine Schichtarbeiter, die es abends nicht zum Training schaffen, auf dem Sportplatz. „Der eine oder andere Student ist da dann auch dabei gewesen. Alle waren ganz heiß darauf. Ich finde so etwas toll und habe solch eine Begeisterung wirklich schon lange nicht mehr erlebt.“
Doch bei all der Euphorie rings um den SSV Vogelstang, an einen Selbstläufer glaubt niemand. Als Ziel hat man einen einstelligen Tabellenplatz ausgegeben. Cazorla erklärt: „Bei so einem Umbruch ist es immer schwer über Ziele zu sprechen, aber ich denke schon, dass wird das hinbekommen können.“

Neu-Coach Enrique Cazorla. Er hat beim SSV in der Saison 15/16 das „Sagen“. Bild: Berno Nix
14 neue Spieler im Kader
Die Liste der Neuzugänge ist jedenfalls lang: 14 Spieler aus dem 25 Mann Kader sind neu. Tobias Mai (Gartenstadt II Torwart), Abdelkarim Lebsir (TSV Amicitia Viernheim/Offensivspieler), Brandon Wiley (kam von seinem Studium aus den USA zurück, muss möglicherweise aber wieder zurück. Wenn nicht, wäre der Mittelfeldmann laut Cazorla eine Riesen-Verstärkung), Salvatore Alegra (Privatmannschaft Wallstadt/Offensivspieler), Avdo Gutic (Bosnia Mannheim/Stürmer bzw. Spielmacher), Marco Buttler (TSV Amicitia Viernheim/Mittelfeldspieler), Samin Senguin (TSV Amicitia Viernheim/Abwehrspieler), Sven Lage (SG Viernheim/Stürmer), Bruno Guimares (SG Mannheim/Stürmer), Christian Amiko (SG Viernheim/Offensivspieler), Roberto Marras (TSV Amicitia Viernheim/Allrounder), Jonny Fecha (TSV Amicitia Viernheim/Mittelfeld), Leonardo Lippolio (seit anderthalb Jahren nicht mehr aktiv gespielt) und Milan Polke (Leutershausen/defensiver Mittelfeldspieler). Demgegenüber stehen zehn Abgänge.
Cazorla selbst ist ein Freund des 4-3-3-Systems, ob das dann auch wirklich gespielt wird, richtet sich jedoch auch immer Personal, das gerade zur Verfügung steht und auch am Gegner. „Ansonsten haben wir 4-2-3-1 und ein 4-4-2 im Programm“, betont Cazorla. „Grundsätzlich werden wir aber immer eher offensiv agieren.“
Titelkandidaten gibt es aus seiner Sicht in Kreisklasse A, Staffel II, ein paar: Vor allem die „Nulldreier“ aus Ladenburg, die sehr spielstark seien und nun auch nochmals gereift sind. Käfertal und Enosis Mannheim hat er ebenfalls auf der Rechnung. Genauso wie Sandhofen, das sich gut aufgestellt hätte.
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