Lars Weidmann hat die Seiten gewechselt. Nach etlichen Kreuzbandrissen ist die aktive Laufbahn beendet - jetzt coacht er den ASV Feudenheim. Bild: Berno Nix

Lars Weidmann hat die Seiten gewechselt. Nach etlichen Kreuzbandrissen ist die aktive Laufbahn beendet - jetzt coacht er den ASV Feudenheim. Bild: Berno Nix

Lars Weidmann – einst Top-Torjäger, jetzt Trainer beim A-Ligisten ASV Feudenheim

Archiv Kreisklasse (Fußball) | erstellt am Fr. 11.09.2015

Der einstige Torjäger ging nämlich dorthin zurück, wo einst alles begonnen hat: zum ASV Feudenheim. Schon in der Jugend schnürte Weidmann für die Mannheimer Vorstädter die Fußballschuhe, spielte und lernte viel.

Nun kehrte zu seinen Wurzeln zurück. Als Trainer, nicht als Spieler. Gezwungenermaßen wohlgemerkt: Nach seinem fünften Kreuzbandriss zog er den Schluss-Strich unter seine aktive Karriere, während der er so manche Abwehrreihe schwindelig gespielt hatte.

Mit 31 Jahren wechselte nun die Sichtweise

Einfach ist das sicher nicht. Spielt man da manchmal nicht gar mit dem Gedanken, sich selbst einzuwechseln, wenn es mal nicht so läuft? „Naja, für mich stellt sich diese Frage ja nicht mehr, ich bin seit September letzten Jahres verletzt und werde auch nicht mehr spielen.“

Aber einfach ist es sicher trotzdem nicht, wenn man nur zuschauen und nicht mehr knipsen kann!? „Das stimmt schon, als Spieler weißt du immer, dass du möglicherweise noch ein, zwei Aktionen hast, um das Ding noch zu drehen, als Trainer ist das anders. Da hast du vor dem Spiel und in der Halbzeit die Möglichkeit, etwas anzusprechen. Ansonsten ist da nicht mehr möglich, als rein zurufen. Da kommt man sich mitunter schon etwas hilflos vor.“
     
Doch Weidmann kommt gut damit klar. Er vertraut seinem Personal. Wenngleich er mit dem Saisonstart nicht so ganz zufrieden ist. Gerade die ersten beiden Partien waren noch nicht nach seinem Geschmack. Gemeint sind das 0:2 gegen Enosis Mannheim und das 1:7 gegen Vogelstang. Weidmann sagt:

„Also gerade die Niederlage in Vogelstang war eine Katastrophe, aber mittlerweile haben wir uns mit zwei Siegen in Serie glücklicherweise gefangen.“ Wie die beiden Auftaktpleiten zustande kamen, glaubt der Neu-Trainer erkannt zu haben. Er vermutet eine Art Kopfproblem: „Ich denke, dass die Mannschaft, die ja nahezu identisch mit der Mannschaft ist, die letztes Jahr aus der Kreisliga abgestiegen ist, anfangs dachte, dass es in der A-Klasse locker weiter gehen wird“, erklärt Weidmann. Und weiter: „Aber auch in dieser Liga muss man rennen und kämpfen.“

Lars Weidmann noch als Spieler (grün) im Dress des SV Rohrhof. Hier in einer Szene gegen die Heddesheimer Christian Haas und Markus Engel. Archivbild lofi.

Neue taktische Ausrichtung umsetzen

Während der ASV in der Kreisliga hinten die Schotten dicht machte und sehr defensiv aufgetreten ist, forciert Weidmann nun das offensivere Spiel. „Unser Ziel es, höher zu stehen und anzugreifen.“ Diesbezüglich sieht er sein Team auf einem guten Weg, glaubt aber, dass es noch drei, vier Spiele dauern wird, bis es alle perfekt verinnerlicht haben. Wobei die Weidmann-Schützlinge beim 3:0-Sieg über Srbija Mannheim und beim 2:0-Erfolg über Leutershausen schon vieles richtig gemacht haben.
     
Viel Zeit zum Lernen bleibt aber eigentlich ohnehin nicht. Denn der Spielplan meint es nicht unbedingt gut mit den Feudenheimern. Schon am Samstag um 17 Uhr gastiert der FV Ladenburg an der Lauffener Straße. Ein Gegner, der ähnliche Ambitionen wie Feudenheim verfolgt:

„Beide wollen oben mitspielen und wer am Samstag verliert, wird deshalb erstmal einen herben Rückschlag hinnehmen müssen. Es geht darum, wer sich oben festsetzt und wer sich in Richtung vorderes Mittelfeld verabschiedet“, betont Weidmann. Druck würden deshalb beide Mannschaften verspüren. Weidmann: „Zudem ist Ladenburg auch nicht optimal in die Saison gestartet.“

Zurück zum Neu-Trainer: Wie sehen denn seine persönlichen Pläne auf der Trainerbank aus? Ist eine ähnlich erfolgreiche Karriere wie als Spieler in Planung? „Das muss man alles abwarten. Jetzt geht es erst einmal darum, mit dem ASV Feudenheim Erfolg zu haben. Und nach dieser Saison schauen wir dann, wie alles gelaufen ist. Klar ist aber eines: Um als Trainer Erfolg zu haben, muss der Aufwand deutlich größer sein, wie als Spieler.“

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