TSV Neckarau - SV Seckenheim, Kreisklasse A1, v.l. die Neckaraus Karim Goegel und Matthias Starke gegen Seckenheims Goalgetter Daniele Parisi. Bild: Berno Nix
Der TSV Neckarau setzt in der A-Klasse auf die „jungen Wilden“ und alle spielen ohne Druck, bislang erfolgreich
Archiv Kreisklasse (Fußball) | erstellt am Fr. 11.09.2015
Bloß schnell die Schande vergessen machen, lautet dann die Devise. Nicht so beim TSV Neckarau. Nachdem die Mannheimer Vorstädter in der Vorsaison auf dem 18. Platz der Kreisliga Mannheim gelandet waren, ging es am Ende eine Etage tiefer, in die Kreisklasse A, Staffel I.
Doch beim TSV heißt es Neuaufbau statt erneuter Angriff. Man blickt voraus, möchte den langfristigen, nicht den kurzfristigen Erfolg. Was sich auch am Kader zeigt. Viele erfahrene Spieler sind weg, etliche junge und talentierte Kicker kamen nach. Ein Großteil davon stammt aus der eigenen A-Jugend, die wurde nämlich aufgelöst.
Mit ihnen bastelt Trainer Pasquale Pilato nun am Neuaufbau. Was zugegebenermaßen so aber nicht erkennbar ist. Denn Neckarau ist sofort auf die Überholspur eingebogen, grüßt nach vier Spieltagen vom dritten Tabellenplatz. Drei Siegen steht nur eine Niederlage gegenüber. Ist da nicht vielleicht doch mehr drin?
Sprich, könnte es am Ende doch mit der direkten Rückkehr in die Kreisliga klappen?
Abteilungsleiter Thorsten Uhlig sagt dazu folgendes: „Das ist definitiv nicht unser Ziel und wäre wohl auch eher schlecht für die Mannschaft.“ Und warum? „Na, weil sich die Mannschaft entwickeln soll und das ist in der A-Klasse sehr gut möglich, die Kreisliga käme hingegen zu früh für viele unserer Spieler.“
Zudem ist der aktuelle Erfolg möglicherweise etwas trügerisch. Denn letztlich weiß keiner, wie das junge Team reagiert, wenn es mal zwei, drei Partien am Stück verliert. Uhlig hält den Ball deshalb ganz bewusst flach: „Ich denke, dass wir vom Potenzial her unter die ersten sieben Mannschaften der Liga gehören und da würden wir am Ende auch ganz gerne stehen.“
Sei’s drum, momentan sieht es dennoch nach mehr aus: Insbesondere der 2:0-Sieg über Topfavorit Neulußheim hat die Konkurrenz aufhorchen lassen. Oder das 6:0-Schützenfest gegen Altlußheim. Wie sind solche Ergebnisse denn zu erklären? „Ganz einfach“, sagt Uhlig, „die Stimmung ist bei uns aktuell einfach richtig gut. Im Training sind stets an die 40 Spieler, die sich auf die erste und die zweite Mannschaft aufteilen. Und spielen darf am Wochenende auch wirklich nur der, der im Training war.“

Neckaraus Trainer Pasquale Pilato baut bei der jungen Mannschaft keinen unnötigen Erfolgsdruck auf. Bislang ist man beim TSV damit gut gefahren. Foto: Berno Nix
Ein weiteres großes Plus: Beim TSV stimmt es auch abseits des Rasenrechtecks
Kaum ist das Training oder das Spiel vorbei, zieht das Personal zusammen um die Häuser. Uhlig: „Ich bin jetzt seit vier Jahren in Neckarau aber so etwas habe ich hier noch nicht erlebt.“
Einen wesentlichen Anteil am sportlichen Erfolg hat auch das Zusammenspiel von Dieter Gnida und Pasquale Pilato. Gnida coachte in den letzten Jahren die A-Jugend und unterstützt nun Pilato. Tipps kann er ihm viele geben, schließlich kennt Gnida gerade die A-Jugendspieler sehr gut. Doch nur mit jungen Kickern geht es natürlich auch in Neckarau nicht. Ein paar Stützen dürfen nicht fehlen – und das tun sie auch nicht: Matthias Starke, Silvio Wagner, Julian Eichstätter und Ivan Pavlov sind derzeit nicht wegzudenken. An ihnen können sich die Talente aufrichten.
Wichtig ist Uhlig vor allem eins: Druck verspürt in dieser Saison in Neckarau keiner. Nicht der Trainer und nicht die Spieler. Gewinnen will man natürlich aber trotzdem. Am Sonntag ab 12.30 Uhr soll nun auch die Reserve des FV Brühl eine Kostprobe der neuen Neckarauer bekommen. „Da reden wir gar nicht lange drum rum, dort möchten wir natürlich schon gewinnen. Allerdings ist Brühl ein Gegner, gegen den du eben auch mal verlieren kannst.“
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