Der Sportkurier im Gespräch mit Vogelstangs Chefcoach Thomas Jöhl

Der Sportkurier im Gespräch mit Vogelstangs Chefcoach Thomas Jöhl

Der Sportkurier im Gespräch mit Vogelstangs Chefcoach Thomas Jöhl

Archiv Kreisklasse (Fußball) | erstellt am Mo. 10.03.2014

Foto oben: SSV-Coach Thomas Jöhl zeigt die Richtung an. Sportlich waren die letzten beiden Jahre unter dem Cheftrainer der Vogelstanger sehr gut – nun bekommt Jöhl seinen Vertrag nicht verlängert.

Mit nur drei Saisonniederlagen, hat nur der Primus MFC 02 Phönix Mannheim weniger Spiele verloren, als die Jöhl-Elf. Grund genug, sich mit dem Coach der Vogelstanger zu unterhalten.

Sportkurier: Herr Jöhl, zunächst Glückwunsch zum 4:2 Sieg über die SG Mannheim. Sie haben den Sprung auf den 3. Tabellenplatz geschafft mit ihrer Mannschaft. Überraschend für Sie?

THOMAS JÖHL: Zunächst war das natürlich ein ganz tolles Spiel meiner Mannschaft, gegen eine SG Mannheim, die viel stärker spielte, als in der Hinrunde. Nach dem 1:2 Rückstand ging ein Ruck durch mein Team und wir haben die Partie noch souverän umgebogen. Überraschend ist das nicht, denn wir haben eine eingespielte Mannschaft, die man schon im vorderen Tabellendrittel einordnen kann.

Foto: Archivbild aus der Saison 2012/2013 – SSV Vogelstang vs. SC Käfertal.

Sportkurier: Wie verlief die Vorbereitung und kamen neue Akteure dazu?

THOMAS JÖHL: Wir hatten eine durchwachsene Vorbereitung mit Licht und Schatten. Zwei Heimniederlagen gegen ASV Feudenheim und Türkspor Mannheim folgte ein Heimsieg über den FSV Riedrode und ein respektables 1:1 bei der TSG Lützelsachsen. Wir hatten einige verletzte Akteure, so dass wir nicht immer auf den nominell stärksten Kader zurückgreifen konnten. Aber die Jungs ziehen alle toll mit und wir wollen eine starke Rückserie spielen. Neuzugänge haben wir keine verpflichtet.

Sportkurier: In der letzten Saison wurde ihre Mannschaft hinter den starken Teams der FV Fortuna Heddesheim, Türkspor Mannheim und TSV Sulzbach guter Vierter. Wie sieht die sportliche Zielsetzung aus?

THOMAS JÖHL: Wir wollen natürlich möglichst lange um den 2. Platz kämpfen. Der MFC Phönix Mannheim scheint durch, aber danach tummeln sich drei, vier Mannschaften mit denen wir in Konkurrenz stehen – und an denen orientieren wir uns. Jetzt wo klar ist, dass ich am Ende der Saison den Verein verlasse, wollen wir noch näher in der Mannschaft zusammenrücken – vielleicht die große Sensation schaffen.

Sportkurier: Wieso hören Sie bei der SSV Vogelstang auf? Gibt es einen anderen Club?

THOMAS JÖHL: Nein, das nicht. Der Abteilungsleiter Thorsten Hinz teilte mir letzte Woche per Telefonanruf mit, dass man meinen am 30.06. auslaufenden Vertrag nicht verlängere. Die Chemie zwischen ihm und mir wäre nicht gut und man wolle es mit einem anderen Trainer versuchen in der neuen Spielzeit. Darüber bin ich natürlich sehr enttäuscht, denn ich kann das so nicht bestätigen mit der Chemie. Thorsten Hinz ist sehr selten bei der Mannschaft und im Dialog mit mir, außer bei den Spieltagen. Ich glaube nicht, dass ich mir was vorzuwerfen hätte und habe immer wesentlich mehr gemacht hier im Verein, als es meine eigentliche Tätigkeit erfordern würde.

Sportkurier: Also führt Herr Hinz persönliche Gründe an, warum man den Vertrag nicht verlängere?

THOMAS JÖHL: Vor der Mannschaft sprach Herr Hinz von „Wir haben nicht verlängert“ – bezieht das also auch auf die Vorstandschaft. Aber die Leute in der Vorstandschaft kenne ich nicht persönlich. Es ist seine Entscheidung, so sehe ich das. Sportliche Gründe kann die Nichtverlängerung ja nicht haben. Aber ok, es ist legitim einen Vertrag nicht zu verlängern.  Ich akzeptiere das so und werde bis Saisonende alles für den Verein und die Mannschaft abrufen. Mit halber Kraft fahren ist nicht mein Ding. Nur ist es für Außenstehende schwer verständlich, wenn Trainer und Mannschaft sehr gut zusammen arbeiten und auch erfolgreich sind. Persönliche Probleme hätte man im Gespräch ausräumen bzw. ansprechen können. Dies ist nicht geschehen.

Sportkurier: Wie hat es die Mannschaft aufgenommen?

THOMAS JÖHL: Ich habe den Entschluss des Vereins der Mannschaft mitgeteilt. Alle Spieler sind enttäuscht darüber und können das auch nicht nachvollziehen. Wir haben uns eingeschworen und wollen jetzt einfach eine starke Rückrunde spielen – ungeachtet meines Abschiedes am Ende der Saison.

Sportkurier: Sind die Spannungen so groß, so dass es auch eine vorzeitige Trennung geben könnte?

THOMAS JÖHL: Das glaube ich jetzt nicht. Thorsten Hinz hat bekundet, man wolle bis Saisonende mit mir weiter arbeiten und von meiner Seite aus besteht da kein Problem. Ich blicke da auch nicht zurück und konzentriere mich auf meine Arbeit bis Rundenende.
    
Foto 1 + 2 Berno Nix

 

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