Wichtig für die Stimmung beim 1.FCK / Gegen FC Bayern 2:3 verloren
Wichtig für die Stimmung beim 1.FCK / Gegen FC Bayern 2:3 verloren
Archiv 2. Bundesliga (Fußball) | erstellt am Do. 02.08.2012
Ganz nutzlos war der Freundschaftskick für die Lauterer trotzdem nicht. 2:3 (1:1) verlor der FCK gegen müde Bayern, schlug sich dabei achtbar und sorgte für gute Stimmung im Umfeld des Vereins. 
Das Team des FCK nutzte den sportlich wenig aussagefähigen Test, um die gerade neu entstehende Euphorie rund um den Traditionsklub aus der Pfalz weiter zu stärken. „Wir bekommen die gute Stimmung auf den Rängen mit und das wollen wir in die Liga mitnehmen“, sagte Florian Dick nach der Begegnung, die immerhin 25.873 Besucher ins Fritz-Walter-Stadion lockte. Der Rechtsverteidiger war in der abgelaufenen Spielzeit dabei, als es auf dem Platz gar nicht mehr lief, die Fans rebellierten und am Ende der enttäuschende Abstieg stand. „Ich habe nicht damit gerechnet, dass die Atmosphäre so schnell umschlagen kann“, fügte er an und erinnerte sich noch einmal an die Endzeitstimmung, die nach dem Abstieg im Mai vorherrschte.
Das neue Wir-Gefühl zwischen dem Team, seinem neuen Trainer und der Anhängerschaft ist aber noch sehr fragil und gerade deshalb half das Spiel gegen die Bayern, weil niemand auf Seiten der Lauterer etwas zu verlieren hatte. Das wird am Montag ganz anders sein, wenn in der Zweiten Liga um Punkte geht. „Das Spiel gegen die Bayern und gegen Union kann man nicht miteinander vergleichen“, ordnete Neuzugang Enis Alushi die 90 Minuten richtig ein.

Ein wirklicher Härtetest konnte die Partie für Franco Foda und sein Team schon deshalb nicht sein, weil die Lauterer aus der angenehmen Situation des Außenseiters heraus defensiv agieren konnten, was ihnen im Ligaalltag nur ganz selten passieren wird. Schon gegen Union am kommenden Montag werden andere Qualitäten gefordert sein als gegen das müde Starensemble von der Isar.
Die Münchner hatten nicht einmal 24 Stunden vor dem Spiel auf dem Betzenberg einen Spaß-Kick gegen eine Fanauswahl bestritten, 15:0 gewonnen, und waren nur wenige Tage davor von einer beschwerlichen Asien-Reise heimgekehrt. Zudem bestreitet der deutsche Rekordmeister sein erstes Pflichtspiel erst zwei Wochen nach den Pfälzern und ist deshalb noch deutlich vom Wettkampf-Modus entfernt.
„Man kann trotzdem immer Dinge für die eigene Mannschaft ableiten“, sagte Foda, der gegen den FCB zu Beginn mit zwei Angreifern agierte und damit in Zeiten der Verherrlichung des 4-2-3-1-Systems gegen den Strom schwimmt. „Das ist die Art, wie wir Fußball spielen wollen“, plant der FCK-Coach auch im rauen Alltag im Unterhaus mit zwei Angreifern, die aktuell Albert Bunjaku und Mohamed Idrissou heißen.
Im Mittelfeld scheinen neben Alushi auch Ariel Borysiuk und Gil Vermouth gesetzt, nur auf dem linken Flügel hat sich Foda noch nicht entschieden. Hinten links hat derzeit Björn Jessen die Nase vor Alexander Bugera vorne und im Tor ist Tobias Sippel gesetzt. Jan Simunek im Abwehrzentrum soll für die Stabilität hinten sorgen. Ganz festlegen wollte sich der FCK-Coach aber noch nicht, wer gegen Union Berlin starten wird. Auch die Position des Kapitäns ließ er weiterhin offen.
Die erstligaerprobten Stürmer hatten in der ersten Hälfte gute Szenen, die Führung durch Thomas Müller (23.) glich jedoch Abwehrmann Dick aus, der einen Freistoß aus 19 Metern kompromisslos in Torwarteck drosch und Nationaltorwart Manuel Neuer nicht sonderlich gut aussehen ließ. In der zweiten Halbzeit, die zur Wechselarie wurde, schraubten Nachwuchsmann Emre Can (68.) und Neuzugang Xherdan Shaqiri (86.) das Resultat auf ein standesgemäßes 3:1 für den FCB, ehe Itay Shechter für die Lauterer auf 2:3 verkürzte (89.).
Foto rechts: Jubel vom Torschützen Kaiserslauterns Itay Shechter zum 3:2 Anschlusstreffer
Die Bayern hielten sich nach der Partie nicht länger als nötig mit den Geschehnissen auf dem Rasen auf. „Natürlich war das noch nicht perfekt, aber das muss es drei Wochen vor dem Start in der Liga auch noch nicht“, sagte Arien Robben. Sein Flügelpartner Franck Ribery war gar nicht mit nach Kaiserslautern gefahren, auch Bastian Schweinsteiger fehlte auf dem Betzenberg. Für die Münchner handelte es sich „nur“ um weiteren Test und um Hilfe unter alten Rivalen, denn die Einnahmen aus dem Freundschaftsspiel kommen dem FCK nicht ungelegen.
Kaiserslautern: Sippel (46. Hohs)– Dick (71. Orban), Simunek (46. Yahia), Heintz (85. Wooten), Jessen (75. Bugera) – Alushi (71. Hajri), Borysiuk (56. Linsmayer) – Vermouth (61. Fortounis), Bunjaku (46. Derstroff), Zuck (46. Micanski) – Idrissou (46. Shechter).
FC Bayern: Neuer – Lahm, Van Buyten (46. Boateng), Badstuber (73. Dante), Gustavo – Kroos, Tymoshchuk (59. Can) – Robben (81. Weiser), Müller, Shaqiri (87. Schöpf) – Gomez (59. Manzukic).
Schiedsrichter: Christian Dingert (Lebecksmühle).
Zuschauer: 25.873.
Tore: 0:1 Müller (23.), 1:1 Dick (35.), 1:2 Can (68.), 1:3 Shaqiri (86.), 2:3 Shechter (89.).
Fotos: Rhein-Neckar Picture
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