Die Operation 2. Bundesliga kann für den SV Sandhausen beginnen
Die Operation 2. Bundesliga kann für den SV Sandhausen beginnen
Archiv 2. Bundesliga (Fußball) | erstellt am Mi. 25.07.2012
Endlich kann man Zweitligafußball am Hardtwald präsentieren, auch wenn die „Operation 2. Liga“ sicher kein einfacher Test für den Verein wird. Blickt man auf die Transferpolitik des Vereins, so merkt man, dass der SVS sicher nicht aufgestiegen ist, um sofort wieder abzusteigen. Mit Nicky Adler, Michael Langer, Fabio Morena, Tim Achenbach und Kim Falkenberg hat Sandhausen Spieler verpflichtet, die bereits in den beiden höheren Spielklassen Erfahrungen sammeln konnten.
Foto: Das Team des SV Sandhausen in der Saison 2012/2013 – 2. Fußball-Bundesliga

Aber nicht nur auf dem Platz muss Sandhausen nachrüsten, um in der 2. Bundesliga erfolgreich zu bestehen. Etwas über dreieinhalb Millionen Euro musste der SVS in die Hand nehmen, um das Hardtwaldstadion auszubauen, sowie einen Trainingsplatz für die 1. Mannschaft anzulegen. 15.000 Zuschauer soll ein Zweitligastadion nach den DFB-/DFL-Richtlinien fassen, jedoch sind es nach dem Umbau erst etwa 12.500 Zuschauer. Neue Logen, Businessplätze, Fernsehkamerapodeste und überdachte Medienplätze, sowie eine Rasenheizung sind weitere Anforderungen, die der Verein erfüllen musste.
Foto: Bei der Pokalübergabe durch BFV-Präsident Roger Zimmermann

Spielt man auch in der kommenden Saison zweitklassig, so wäre noch der Bau einer Stehplatztribüne für etwa 3000 Zuschauer hinter dem Tor notwendig, um die Anforderungen des Verbands zu erfüllen. Diese würde noch einmal etwa 2.2 Millionen Euro kosten, was die Gesamtkosten für den Ausbau auf etwa 5.8 Millionen Euro in die Höhe treiben würde. Langfristig allerdings wäre ein Stadionneubau angedacht in der Nähe der A5, so der Wunsch von Präsident Jürgen Machmeier.
Bevor allerdings ein solches Projekt für einen zweistelligen Millionenbetrag realisiert wird, sollte sich der SVS in der 2. Bundesliga etabliert haben, denn warnende Beispiele für eine solch zu euphorische Planung gibt es genug. Denn der finanzielle Sprung durch Ausschüttungen aus dem Topf für Fernsehgeldern ist zwischen 2. Bundesliga und 3. Liga enorm, so dass ein Abstieg gerade bei Investitionen in diesem Bereich schnell nach hinten losgehen kann. Der Club scheint also gut gerüstet für diese 2. Bundesliga. Da bleibt zu hoffen, dass das Zuschauerinteresse auch ein wesentlich größeres ist, als es in der Vergangenheit in der 3. Bundesliga so der Fall war.
Foto: Szene aus einem Vorbereitungsspiel gegen TSV Dürrenbüchig

Teams wie der 1. FC Köln, 1. FC Kaiserslautern oder Hertha BSC werden definitiv das Stadion füllen. Aber wie sieht es bei Clubs wie Ingolstadt, Paderborn, Aue, Aalen und Union Berlin aus? Ein Zugpferd wäre wohl der Stürmer Angelos Charisteas, der griechischen Europameister von 2004 und Ex-Bundesligaspieler vom 1. FC Nürnberg und FC Schalke 04 gewesen. Man war nahe dran, den Griechen zu verpflichten. Am Ende scheiterte ein Transfer wohl am „fehlenden Kleingeld“. Geschäftsführer Otmar Schork: „Bei Äbwägung aller sportlicher und wirtschaftlicher Aspekte, hat man sich gegen eine Verpflichtung ausgesprochen.“
Fotos: Rhein-Neckar Picture
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