Alexander Petersson / RNL mit Filip Taleski / RNL . Bild: AS Sportfotos

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Eine Formkrise zur Unzeit – Die Rhein-Neckar Löwen müssen sich im Titelkampf steigern

Rhein-Neckar Löwen | erstellt am Sa. 20.05.2017

Denn es war nicht etwa so, dass sich die Rhein-Neckar Löwen darüber freuten, dass sie gegen den Bergischen HC nochmals mit einem blauen Auge davon gekommen sind, nein, sie legten nach dem 31:28-Sieg vielmehr den Finger in die Wunde. Wohlwissend, dass man sich keine weiteren Auftritte dieser Art leisten darf, wenn man den Titel holen will.

Kaum etwas lief zusammen. Trainer Nikolaj Jacobsen störte insbesondere die fehlende Konzentration, ohne die es in der stärksten Handball-Liga der Welt einfach nicht geht. „Ich bin schon etwas enttäuscht“, sagte er, „denn in dieser entscheidenden Saisonphase muss einfach mehr kommen, gerade unser Rückzugsverhalten war nicht gut.“

Wobei kein falscher Eindruck entstehen soll, es war nicht alles schlecht, was die Gelbhemden am Mittwoch auf das Parkett brachten. Immer wieder ließen sie ihre Ausnahme-Klasse aufblitzen, zogen auf vier, fünf Tore davon, um dann wieder eine schöpferische Pause einzulegen. Dabei war man eigentlich gewarnt, denn Teams wie der BHC liegen den Löwen einfach nicht. Gegen Formationen, die ganz bewusst das Tempo verschleppen, tun sich Kapitän Andy Schmid und Co. sehr schwer.

Schmid konnte dem knappen Sieg gegen den Abstiegskandidaten dann auch nichts Positives abgewinnen, wenn dann höchstens, dass es vielleicht „ein Schuss vor den Bug zu rechten Zeit war“. Also gewissermaßen eine Warnung, die alle wachrütteln soll. Ein weiteres Problem benannte Löwen-Teammanager Oliver Roggisch beim Namen: „Mittlerweile reden in den Medien alle nur noch vom Spiel in Flensburg, das am 28. Mai stattfindet.“ Was so viel heißen soll wie: Es gilt jeden Gegner ernst zu nehmen und eben immer nur von Spiel zu Spiel schauen. Der Plan ist ohnehin klar umrissen: Die Löwen wollen alle ihre restlichen sechs Partien gewinnen, dann ist ihnen der Titel nicht mehr zu nehmen. Auch Flensburg, das aktuell einen Minuspunkt mehr auf dem Konto hat, würde dann in die Röhre schauen.

Zu erwarten war solch eine Konstellation übrigens nicht. Der Großteil der Experten hat den Flensburgern schon vor Monaten mehr oder weniger zum Titel gratuliert. Sie seien nicht zu stoppen hieß es. Mittlerweile sieht die Sache anders aus. Das erhoffte Triple ist längst Geschichte.

Im DHB-Pokal erwischte es die Norddeutschen im Finale gegen Kiel, in der Champions League gegen Skopje im Viertelfinale. Bleibt noch die Titelchance in der Bundesliga. Und das kann man durchaus als echte Drucksituation bezeichnen. Was für Flensburg spricht, ist der Mega-Kader. Bei der SG ist man doppelt und dreifach besetzt, bei den Löwen ist genau das Gegenteil der Fall. Eigentlich hat man nur eine erste Sieben, wird gewechselt verliert man Qualität. Die Ausfälle von Torhüter Andreas Palicka und Linksaußen Dejan Manaskov wiegen zudem besonders schwer.

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