Trainer Jacobsen hat den Löwen das nötige Siegergen eingepflanzt. AS Sportfotos

Trainer Jacobsen hat den Löwen das nötige Siegergen eingepflanzt. AS Sportfotos

Auch Experten können irren – Die Löwen sind wieder ganz dick drin im Meisterrennen

Rhein-Neckar Löwen | erstellt am Sa. 21.10.2017

Den dritten Titel in Serie traute ihnen jedenfalls so gut wie niemand zu. Was eng mit dem Abschied von Kim Ekdahl du Rietz zusammenhing, der neben Spielgestalter Andy Schmid eigentlich immer als unverzichtbar galt.

Die Experten sahen Flensburg und Kiel vorne. Mittlerweile wurden sie aber eines besseren belehrt. Denn die Löwen machen auch ohne den schwedischen Rückraum-Mann eine gute Figur im deutschen Oberhaus. Selbst Trainer Nikolaj Jacobsen schwärmt in den höchsten Tönen von seinem Personal. „Ich glaube, dass wir derzeit den besten Handball spielen, seit ich hier bin.“ Und das will was heißen.

Schließlich waren die Gelbhemden auch schon in den letzten beiden Jahren eine Macht. Es wird jedoch immer deutlicher, dass der Höhenflug insbesondere mit einem Namen zusammenhängt: Mit Jacobsen selbst. Seit er bei den Löwen ist, läuft es einfach. Er hat den Löwen auch noch das nötige Siegergen eingepflanzt. Auch sein Taktik-Sachverstand ist unbestritten. Und was die Wenigsten wissen: Er ist auch ein Meister in der Trainingssteuerung.

Andy Schmid / RNL gegen Patrick Wiencek und Christian Dissinger – Rhein-Neckar Loewen vs. THW Kiel. AS Sportfotos

Oliver Roggisch, der bei den Löwen als Sportlicher Leiter die Weichen stellt, schwärmte kürzlich vom dänischen Familienvater. Er wüsste immer genau, wann er die Zügel anziehen muss und wann er auch mal einen Tag frei gibt. Gerade für die Löwen, die bekanntermaßen nicht den breitetsten Kader haben und ständig von einem Spiel zum nächsten hetzen, ist solch ein Gespür Gold wert.

Anfang Oktober war es beispielweise mörderisch. Da standen zwischenzeitlich mal vier Begegnungen in sieben Tagen an. Darunter waren auch die Topspiele gegen Kiel und Hannover. Das Ergebnis war aber immer das selbe: Die Löwen gewannen. Aktuell befindet man sich nun in einer Phase mit neun Auswärtsspielen in Serie, die zurzeit durch die Länderspielpause durchbrochen wird.

Weiter geht es am 2. November in Magdeburg, ehe ein Wochenende kommt, das man so auch im traditionell eng gesteckten Handball-Kalender noch nicht erlebt hat. So müssen die Löwen am 11. November um 18.10 Uhr bei den starken Leipzigern ran, um dann nicht einmal 24 Stunden später auch noch in Barcelona zu spielen (12. November, 19 Uhr). Ein Unding, das jeden Sportler fassungslos zurücklässt. Momentan ist noch nicht einmal klar, ob die Löwen überhaupt rechtzeitig in Barcelona ankommen werden.

Doch bis dahin ist noch Zeit. Nun heißt es Daumen drücken, dass sich beim Meister keiner verletzt, wenn er für sein Land auf dem Feld steht. Beruhigend ist in diesem Zusammenhang, dass Löwen-Kapitän Andy Schmid zuhause bleiben wird. Der wichtigste Spieler der Löwen wird sich regenerieren, um dann wieder gestärkt in den Jahresendspurt starten zu können.

Klar ist eines sowieso; verletzt sich der Schweizer, sinken die Titelchancen der Löwen auf den Nullpunkt. Es würde wohl ein ähnliches „Chaos“ entstehen wie beim THW Kiel, wo Spielmacher Domagoj Duvnjak seit Wochen an allen Ecken und Enden fehlt. Doch daran mag man gar nicht denken, viel lieber sonnt man sich als Löwen-Fan an der Tabellenspitze.

zurück