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Italien gewinnt 27. Albert-Schweitzer-Turnier im Finale gegen die USA
USC Heidelberg | erstellt am So. 27.04.2014
Foto oben: Türkeis Yigit Arslan beim Wurf beim Albert Schweitzer Turnier 2014 im Spiel Tuerkei – Schweden.
Serbien wurde durch ein 76:70 gegen die Türkei Dritter. „Wir mussten Ethan Happ stoppen und damit die Amerikaner zwingen, ihr Spiel zu ändern“, erklärte Andrea Capobianco. Der italienische Headcoach hatte sich einen Plan überlegt, wie er den überragenden Spieler der Amerikaner aus dem Spiel nehmen kann. Das klappte zwar erst in der zweiten Halbzeit, aber das reichte, um die favorisierten US-Boys zu stoppen.
Mit viel Kampfkraft nahm Luca Severini in der zweiten Halbzeit des Endspiels den Amerikaner Ethan Happ aus der Partie. Happ hatte die US-Boys im ersten Viertel mit zwölf Punkten zur zwischenzeitlichen 21:9-Führung getragen und war auch zur Pause mit 18 Punkten unbestrittener Dominator auf dem Feld. Doch als sich Severini in der zweiten Halbzeit in der Deckung in Happ verbiss, waren die USA ihrer größten Waffe beraubt.
Foto: Deutschlands Mahir Agva gegen Serbiens Stefan Lazarevic beim Albert Schweitzer Turnier 2014 im Spiel Deutschland – Serbien.
Die Taktik ging auf, denn während die Italiener in jeder Phase des Spiels an ihrem Plan festhielten, verloren sich die Amerikaner immer mehr in zum Teil wilden Einzelaktionen. Die 1800 Zuschauer in der GBG-Halle sahen exemplarisch zwei unterschiedliche Spielstile. Die Italiener zeigten perfekten Team-Basketball, während die USA auf ihre individuellen Fähigkeiten vertrauten – und scheiterten. Weil Happ in der zweiten Hälfte nur noch ein Korb gelang, fehlte dem Team von Mike Olson die herausragende Qualität. Je länger das Match dauerte, desto überlegener wurde Italien und ließ sich in der Offensive vom genialen Dreiergespann Federico Mussini (20 Punkte, sieben Rebounds, sechs Assists)- dem Publikumsliebling -, Diego Flaccadori (19/9/4) und Daniel Donzelli (17/6/2) zum 86:73-Erfolg tragen.
Foto: Deutschlands Mahir Agva gegen Schwedens Mattias Markusson beim Albert Schweitzer Turnier 2014 im Spiel Schweden – Deutschland.
Damit hatten die Italiener erfolgreich Revanche für die knappe Niederlage gegen die USA im am Ende bedeutungslosen letzten Zwischenrundenspiel genommen und vermutlich lag darin die Wurzel für den Sieg beim AST 2014. Die Erfahrungen aus dem ersten Duell mit den Amerikanern nutzte Capobianco, um das Spiel seiner Mannschaft leicht zu modifizieren. Mit der variablen Spielanlage drehten die Italiener den 35:41-Pausenrückstand binnen weniger Minuten in eine 49:41-Führung und ließen sich auch durch die anschließenden Versuche der USA, wieder ins Spiel zu kommen, nicht aus dem Konzept bringen. Die Amerikaner warten damit weiter auf den ersten Sieg seit 1996, während die Korbjäger aus Italien zum ersten Mal seit 1983 AST-Champions wurden.
Während sich die Ovationen der Zuschauer auf Mussini konzentrierten, der ins Allstarteam berufen wurde, legte Copabianco viel Wert darauf, die Teamleistung in den Fokus zu rücken. „Wir konnten nur so erfolgreich sein, weil jeder in der Mannschaft seine Rolle und seine Aufgabe zu 100 Prozent erfüllt hat“, sagte der Headcoach, ehe er von seinen Spielern die erbeutete Reuse um den Hals gelegt bekam – es war eine spezielle Art der Ehrung für den Trainer, der mit seiner Mannschaft jetzt ganz automatisch in den Kreis der Favoriten für die U18-Europameisterschaft im Sommer aufrückt. „Nein, nein, nein“, wiegelte Copabianco ab. „Da gibt es Mannschaften wie Serbien oder die Türkei, die an erster Stelle zu nennen sind“, übte sich der Italiener in Understatment.
Rechts im Bild: Das Maskottchen des Basketball Bundes „Sigi“ beim Albert Schweitzer Turnier 2014 im Spiel Schweden – Deutschland.
Deutschland ist im Konzert der großen nicht dabei. Bei der B-Europameisterschaft in Sofia geht es für die deutschen U18-Korbjäger darum, die Rückkehr in die A-Gruppe zu schaffen. Vor zwei Jahren waren die DBB-Vorgänger überraschend abgestiegen. „Das ist extrem wichtig für unseren Sport“, sagt Herren-Bundestrainer Menz und U18-Coach Alan Ibrahimagic weiß, dass er in Sofia „liefern“ muss. Das AST ist als Fingerzeig nicht geeignet, denn einerseits überzeugte das deutsche Team vor zwei Jahren mit Platz vier beim AST, um wenige Monate später bei der EM zu enttäuschen und andererseits fehlten den deutschen in Mannheim mindestens drei Topspieler.
Beim AST landeten die DBB-Korbjäger am Ende auf dem siebten Platz. Im Platzierungsspiel schlugen die Schützlinge von Ibrahimagic Spanien, den AST-Sieger 2012, verdient mit 68:53. Es war ein gelungener Abschluss aus deutscher Sicht.
Das Allstar-Team des AST 2014 setzt sich aus fünf Spielern aus fünf Nationen zusammen. Guard: Federico Mussini (Italien); Shooting Guard: Ludvig Hakanson (Schweden); Small Forward: Stefan Lazarevic (Serbien); Power Forward: Ethan Happ (USA); Center: Akif Güven (Türkei). Zum MVP des Turniers wählten die Trainer der teilnehmenden Mannschaften Ethan Happ (USA). Die Burkhard-Wildermuth-Trophy für den talentiertesten Spieler erhielt Nicolas Aguierre (Chile).
Fotos: Rhein-Neckar Picture