Zustand von Boris Vukcevic hat sich ein klein wenig verbessert
Zustand von Boris Vukcevic hat sich ein klein wenig verbessert
Fussball | erstellt am Mi. 10.10.2012
Verein und Spieler haben nun Gelegenheit nach den ereignisreichen und schwierigen Tagen seit dem tragischen Verkehrsunfall von Boris Vukcevic am Freitag, dem 28. September durchzuatmen und mit etwas Abstand vom aktuellen Bundesligageschehen die Situation zu verarbeiten.

Boris schwebt weiter in Lebensgefahr, sein Zustand hat sich jedoch ein klein wenig verbessert
Vukcevic schwebt weiter in Lebensgefahr, sein Zustand in der Heidelberger Universitätsklinik hat sich jedoch ein klein wenig verbessert. Der 22-Jährige U21-Nationalspieler war mit seinem Mercedes-Sportwagen frontal mit einem 40-Tonnen-LKW zusammengestoßen und hat schwerste Kopfverletzungen davongetragen. Seit dem Unglückstag hat die TSG in der Fußball-Bundesliga zwei Spiele bestritten. Einem 0:0 zu hause gegen den FC Augsburg folgte eine 0:2 Niederlage beim FC Bayern München.
Der Unfall und die Ungewissheit wie es mit Hoffenheimer Fußballprofi gesundheitlich weitergehen wird ist allgegenwärtig. Die Anteilnahmen und Zusprüche aus der gesamten Bundesliga sind außergewöhnlich und sehr positiv. Die Aktionen der Augsburger Spieler beim letzten Heimspiel in Sinsheim mit der T-Shirt-Aufschrift „Gute Besserung Boris“ und auch die gut gemeinten Genesungswünsche des FC Bayern vor dem Spiel am vergangenen Samstag per Durchsage und Anzeigetafel sind Zeichen des Zusammenhalts. Die deutschen U21-Nationalspieler werden am Freitag vor dem EM-Play-off-Spiel gegen die Schweiz sich mit Vukcevic-Trikots und der Nummer 7 aufwärmen und ihre Solidarität deutlich zum Ausdruck bringen.
Es ist eine extrem physische Belastung für die Mannschaft
Für Außenstehende dürfte die momentane, schwierige Situation der Hoffenheimer Spielern und Funktionären nur sehr schwer nachvollziehbar sein. Die extrem physischen Belastungen sind sehr groß. Aus den Gesprächen mit den Beteiligten ist festzustellen, dass man sehr würdevoll und respektvoll mit der ungewohnten Situation umgeht. Die Mannschaft ist spürbar enger zusammengerückt und versucht mit der Kraft der positiven Energie ihrem Mitspieler zu helfen.
Foto: Boris Vukcevic besuchte mit Mitspielern zu Weihnachten 2011 eine Heidelberger Kinderklinik.

Es werden noch einige Wochen vergehen bis der Schockzustand gelöst wird. Viele der Spieler, die im benachbarten Heidelberg wohnen, fahren alltäglich auf dem Weg zum Trainingszentrum in Zuzenhausen an der Unglücksstelle „Krähenbuckel“ vorbei. Die Unglücksspuren sind immer noch allgegenwärtig. Die 1899-Verantwortlichen tun gut daran, offen und ehrlich die Spieler über Vukcevics aktuellen Gesundheitszustand zu informieren und gemeinsam darüber zu sprechen.
Markus Babbel: „Wir versuchen in die Normalität zurück zu kehren.“
Trainer Markus Babbel: „Mit unserem Psychologen Jan Mayer haben wir immer einen wichtigen Ansprechpartner, der uns hilfreich zur Seite steht. Auch für mich persönlich haben diese Gespräche sehr geholfen. Wir versuchen nun wieder in die Normalität zurück zu kehren – auch wenn es schwer fällt.“
Foto: Die Fans der TSG leiden dieser Tage mit ihrem Boris Vukcevic.

Die Mannschaft ist in den zurückliegenden zwei Wochen sehr eng zusammengerückt, hat versucht mit Glauben, Mut und Kraft der positiven Energie ihrem um sein Leben kämpfenden Kameraden zu helfen. Auch viele Fans versuchen mit den unterschiedlichsten Aktionen „ihrem Boris“ zu helfen.
1899-Verteidiger Andreas Beck ließ in diesen Tagen etwas in sein Inneres blicken: „Es ist ein Extremfall. Wir sind immer noch die ganze Zeit mit unseren Gedanken bei Boris. Der Wunsch ist natürlich da, Boris zu besuchen. Aber die Möglichkeit gab es bisher noch nicht. Das lässt sein Gesundheitszustand noch nicht zu. Wir natürlich versuchen, so gut es geht, mit der Situation umzugehen. Denn irgendwie muss es ja nun einmal auch weitergehen.“ 
Andreas Beck: „In der Kabine ist alles so, als wenn Boris morgen wieder dabei wäre.“
In einem Bild-Interview berichtet der Ex-Nationalspieler, dass sich in der Hoffenheimer Kabine seither nichts verändert: „Alles ist so, als wenn er morgen wiederkommt und spielen wird.“ Boris Platz neben Stephan Schröck sieht so aus, wie er ihn verlassen hat. Seine Sachen sind im Spind, nur ein paar persönliche Dinge haben vielleicht die Eltern mitgenommen.“ Beck blickt dabei positiv in die Zukunft: „Aber wir müssen ja auch mal festhalten: Er lebt! Die Hoffnung überwiegt, dass er wieder gesund wird, dass er vielleicht sogar in unseren Kreis zurückkommt. Das Gefühl der Hoffnung gibt uns auch allen Mut und Kraft.“ Mut und Kraft die auch Boris momentan sehr gut brauchen kann.
„Positive Signale lassen hoffen“
Über den aktuellen Gesundheitszustand ist derzeit nichts neues in Erfahrung zu bringen. Aktuell ist immer noch die Aussage von Markus Babbel, „dass es positive Signale bei Boris gibt“. Auch wenn die „positiven Signale“ noch nicht bedeuten, dass der im künstlichen Koma liegende über den Berg ist, freuen sich seine Familie, Teamkollegen und Freunde derzeit wohl über jeden Funken Hoffnung.
Alle Fotos: Rhein-Neckar Picture
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