Bilder: Marc Schüler
Vor der Fußball-EM ++ Die DFB-Elf schottet sich in ihrem Vorbereitungsquartier in Seefeld ab
Fussball | erstellt am Mo. 31.05.2021
Gemäß dem alten Sprichwort „weniger ist mehr“ versucht er Ablenkungen zu reduzieren, um sich mit seiner Mannschaft in Ruhe vorbereiten zu können. Doch auch wenn beim DFB seit dem WM-2018-Desaster mehr Fan-nähe gepredigt wird, schließt „Ablenkung“ die Anhänger der DFB-Auswahl ein.
In der Regel 15 Minuten lang dürfen die Medienvertreter die meisten Trainingseinheiten verfolgen und versuchen so ihre Schlüsse zu ziehen. Fans sind sogar komplett ausgeschlossen und können sich glücklich schätzen bei der Ankunft am Trainingsplatz einen Blick auf ihre Lieblinge werfen zu dürfen.
Auch bei der momentanen EM-Vorbereitung in Seefeld gilt dies wieder, selbst wenn der Bundestrainer es den anwesenden Journalisten mal gestattet die komplette Einheit zu sehen. Strenger ist der DFB bei den Fans, die erst gar nicht an den Trainingsplatz herankommen, der zudem von einem blickdicht bespannten Bauzaun umgeben ist. Geht es nach den Verantwortlichen, sehen die Anhänger der DFB-Auswahl nicht mehr von der Mannschaft als die vom Blickschutz lächelnden Nationalspieler.
Doch die hartgesottenen Fans versuchen immer wieder Wege zu finden, einen Blick auf die Nationalspieler zu erhaschen. So fanden sie 2014 in St. Martin eine Bergstraße, an der von einer Anhöhe neben dem Trainingsplatz aus sogar die zum „Geheimspiel“ hochstilisierte Begegnung der Nationalmannschaft mit der ebenfalls anwesenden U21 gut verfolgt werden konnte. Daraus gelernt hatten die Organisatoren 2016 in Ascona und 2018 in Kaltern, wo das Trainingsgelände weiträumig abgesperrt wurde, inklusive der zum Trainingsgelände hinführenden Waldwege.
Auch in Seefeld wurde eine benachbarte Anhöhe mit einem blickdicht bezogenen Bauzaun abgesperrt, um den direkten Blick auf den Trainingsplatz zu unterbinden. Im Gegensatz zu den bisherigen Trainingslagern ließen sich die Fans am Samstagnachmittag davon nicht abhalten.

Die DFB-Elf-Anhänger kletterten vor den Bauzaun und wurden kurz vor dem Trainingsbeginn immer zahlreicher. Unter Missachtung sämtlicher Abstandsgebote blickten die Fans auf den noch leeren Trainingsplatz und jubelten einzelnen Profis zu, als diese mit dem Fahrrad die rund vier Kilometer lange Abfahrt vom Teamhotel in Mösern zum Trainingsplatz bewältigten.
Dass aufgrund der Anzahl der Schaulustigen schließlich von diesen stellenweise der Blickschutz entfernt wurde, war eine weitere Folge und machte das Einschreiten des beauftragten Sicherheitsunternehmens notwendig. Die Mitarbeiter standen dabei vor einem Dilemma: in deutlicher Unterzahl mussten sie den Anhängern vermitteln, warum diese den Platz auf öffentlichem Grund wieder verlassen sollten.
Nach Rücksprache mit den Verantwortlichen des DFB wurde ein Kompromiss aus Sicherheitsaspekten gefunden. Um die Fans vom unwegsamen Gelände am Abhang wieder hinter den Zaun zu bewegen, wurde der Sichtschutz am Zaun entfernt, weshalb sie nun in den Genuss kamen die komplette Trainingseinheit verfolgen zu können.
Für die anwesenden Medienvertreter hatte dies ebenfalls etwas Positives: sie durften nach Rücksprache mit dem Bundestrainer die komplette Einheit von der Tribüne am Trainingsplatz aus verfolgen. Bereits am Sonntag hatte der DFB aber schon wieder reagiert, den Bereich erneut mit einem Blickschutz versehen und so abgesperrt, dass der Hang nicht mehr betreten werden konnte.
So war es den Schaulustigen nur noch möglich, mit eingeschränkter Sicht einen Blick in Richtung Trainingsgelände zu werfen, wovon sich zahlreiche Hartgesottene aber nicht abhalten ließen.
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