Waldhofs U 23 Coach Waldemar Steubing spielte viele Jahre als Profi in der 1. und 2. Bundesliga. Bild: Berno Nix
Ex-Fußballprofi Waldemar Steubing gibt seine Erfahrung an den Landesligisten SV Waldhof II weiter
Waldhof Mannheim | erstellt am Do. 21.01.2016
Denn was Erfahrung im Fußballgeschäft betrifft, ist der Coach seiner Truppe um Welten voraus.
Auch seine Karriere begann natürlich ganz klein. Der in Neulußheim geborene Steubing begann diese im Seniorenbereich beim damaligen Amateurligisten VfR Mannheim, wo er aufgrund seines Talentes als Stürmer die Blicke auf sich zog. Vom Bundesligisten Bayer 05 Uerdingen, heute heißt der Club KFC Uerdingen, kam dann auch das konkrete Angebot, welches er annahm. Uerdingen stellte seinerzeit die zweite Werkself in der ersten Bundesliga neben Leverkusen, die älteren unter den Lesern werden sich noch erinnern.

Spielszene SV Reihen – SV Waldhof U 23 (0:3). Bild: Siegfried Lörz.
Gleich in seinem ersten Jahr kam Steubing in der Eliteliga auf 27 Einsätze, konnte den Abstieg der Uerdinger aber nicht verhindern
Für die Krefelder spielte er noch zwei weitere Jahre in der 2. Liga und blieb mit seinen folgenden Clubs SG Wattenscheid 09, Union Solingen, Arminia Bielefeld und SSV Ulm auch weiter in dieser Spielklasse. Im Jahr 1988 kam er in St. Pauli noch einmal zu Erstligaehren. Beim Kiez-Club genoss der inzwischen 56-jährige Privilegien, wie sie wohl nur den Verein von der Reeperbahn auszeichnen.
So wurde seinerzeit überliefert, dass Steubing damals im Golf des Präsidentensohnes kutschieren durfte. Heutzutage undenkbar. Nach drei Jahren Hamburger Luft schnürte er noch für eine Saison in Hannover die Kickstiefel und kehrte danach in die hiesige Region zurück.
Beim SV 98 Schwetzingen und Amicitia Viernheim ließ er die Laufbahn im Amateurbereich allmählich ausklingen. Unter dem Strich stehen sieben Tore in 93 Erstliga- und 60 Tore in 225 Zweitligaspielen. Dies kann sich sehen lassen.
Nun hat Steubing nach einer „kleinen“ Auszeit in seiner Trainerlaufbahn seit dem 1.Juli die U23 des SV Waldhof übernommen
Von einem Bekannten bekam er den Tipp, dass sie beim SVW auf der Suche nach einem neuen Trainer für die U23 waren. „Und ich war interessiert, wieder in das Trainergeschäft einzusteigen“, blickt er zurück. Zuletzt betreute er vor drei Jahren Südwest Ludwigshafen und davor weitere Vereine aus der Region. Derzeit überwintert das Team als Tabellenzehnter im Mittelfeld der Landesliga Rhein-Neckar.
Der Rückstand nach ganz oben ist wohl schon zu groß und die notwendigen Punkte, um nicht nach unten abzurutschen, wird das Team in den verbleibenden 14 Spielen sicher noch einsammeln. Vor der Saison war Waldhof II die große Wundertüte.
Steubing musste nach dem Verbandsligaabstieg quasi bei null starten. Fast alle Spieler verließen den Verein und da ja lange Zeit wegen der Abstiegsrelegation, in der man am Ende an Gommersdorf scheiterte, nicht klar war, in welcher Klasse man in dieser Saison spielen würde, musste Steubing im Sommer viele ihm unbekannte Gesichter sichten.
Yanick Haag am Ball. Der Youngster will angeblich in der aktuellen Transferperiode wechseln. Bild: AS Sportfotos
Ohne die Hilfe von Spielern aus dem Regionalligakader wie Morris Nag, Benedikt Zahn und Steffen Straub stünde der SVW II aber vermutlich punktemäßig etwas schlechter da. So führt Straub die interne Torschützenliste mit sechs Treffern an. Weitere werden wegen seines Vereinswechsels nach Hauenstein nicht mehr hinzukommen. Auch ist nicht sicher, ob Steubing in der Rückrunde auf Julian Ratei und Yanick Haag, zwei feste Größen in seinem Team, wegen eines Vereinswechsels weiter bauen kann.
Deswegen testet Steubing in der Wintervorbereitung noch einige Akteure, um den Kader zu vergrößern und die Mannschaft insgesamt zu verstärken
Auch wenn laut Steubing einige Punkte zu wenig auf dem Konto stehen, hat er doch Verständnis für die Situation in einer Reservemannschaft.
„Unsere individuellen Fehler passieren einer erfahreneren Mannschaft nicht. Aber ich habe junge Spieler, die noch patzen dürfen. Spielerisch ist es dann schon so, wie ich mir das vorstelle“, bescheinigt er seiner Truppe eine zufriedenstellende Entwicklung.“ Bei Steubing, so ist aus dem Umfeld zu vernehmen, steht die Disziplin ganz weit oben. So mussten sich während der Vorrunde schon Spieler ganz verabschieden oder fanden sich auf der Ersatzbank wieder, wenn der Trainer Fehlverhalten ahndete.
Trotzdem hat der ruhige und besonnene Coach viel Spaß an seinem Job. Mittelfristig soll Waldhof II dann wieder eine Klasse höher spielen. An Steubing soll´s nicht scheitern.
Auch erschienen in unserer PRINT-Ausgabe Januar 2016
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