Waldhof-Keeper Königsmann mit einer Faustabwehr. Bild: Alfio Marino

Waldhof-Keeper Königsmann mit einer Faustabwehr. Bild: Alfio Marino

Bittere Pleite gegen Wehen – Der SV Waldhof verliert durch einen Lastminute-Treffer mit 0:1 gegen Wehen-Wiesbaden

Waldhof Mannheim | erstellt am Sa. 13.02.2021

Der Drittligist kassierte am Samstagnachmittag bei eisigen Temperaturen im heimischen Carl-Benz-Stadion ein bitteres und unglückliches 0:1(0:0) gegen den SV Wehen Wiesbaden. Das Tor des Tages fiel in der 89. Minute und fällt unter die Kategorie vermeidbar: Ein langer Einwurf flatterte in den Strafraum der Waldhöfer, die bekamen den Ball nicht weg und so hatte Wehens Winter Neuzugang Gustaf Nilsson keine Mühe, den Ball auf Höhe des Fünfmeterraums unter die Latte zu nageln.

Völlig auf den Kopf gestellt war der Spielverlauf dadurch nicht, verdient war der Sieg des Absteigers aber auch nicht. Deren Trainer Rüdiger Rehm brachte es auch auf den Punkt. „Wir kamen nicht gut in die Partie und konnten keinen Druck erzeugen. Waldhof war in der ersten Halbzeit die gefährlichere Mannschaft. Als Trainer denkt man dann irgendwann, dass es ein 0:0 Spiel wird. Diesmal waren wir der glückliche Sieger.“

Als Tabellenfünfter mit 38 Punkten befindet sich Wehen damit weiter in Schlagdistanz zur Spitze und kann den anvisierten direkten Wiederaufstieg schaffen. Der SVW bleibt weiter im Mittelfeld der Tabelle, wird sich aber ärgern, dass man sich nicht ebenfalls weiter vorne reinschieben konnte. Die Chancen dazu waren da.

Die Offensivkräfte des SV Wehen-Wiesbaden versuchen sich im Strafraum der Waldhöfer durchzusetzen. Bild: Alfio Marino

Bereits nach 30 Sekunden tauchte Marcel Costly frei vor dem Tor auf, scheiterte aber aus spitzem Winkel. In der 15. Minute war es erneut Costly, der abzog. Eine Minute später setzte Kapitän Marcel Seegert ein Kopfball zu zentral. Und auch Neuzugang Dennis Jastrzembski knallte den Ball kurz vor der Pause noch aufs Tor, wurde aber im letzten Moment geblockt. Von Wehen war nichts zu sehen. Erst nach der Pause wachten die Gäste auf. In der 50. Minute war es Waldhofs Torhüter Timo Königsmann zu verdanken, dass es nicht 0:1 stand. Er bugsierte einen wuchtigen Kopfball auf der Linie noch mit einer Hand spektakulär über die Latte.

Ab der 65. Minute spielte dann eigentlich nur noch der Waldhof. Zwei Mal klärte Wiesbaden auf der Linie – es sollte offenbar einfach nicht sein. Und als sich dann alle bereits mit einer Punkteteilung abgefunden hatten, trafen die Gäste nach einem Einwurf. Eine Konstellation, die Waldhof-Trainer Patrick Glöckner ärgerte: „Aus einem Einwurf dürfen wir so ein Tor nicht kassieren.“ Wo er Recht hat, hat er Recht. Schon in der Jugend lernt man, dass so etwas nicht passieren darf.

Waldhofs Gerrit Gohlke köpft den Ball aus dem Gefahrenbereich. Bild: Alfio Marino

Insgesamt war Glöckner mit dem Auftritt seiner Mannschaft aber zufrieden. Kampf und Leidenschaft hätten gestimmt. Die Waldhof-Tugenden wären da gewesen. Kaufen kann man sich dafür letztlich aber nichts. Denn unter dem Strich zählen im Fußball die Punkte. Am nächsten Samstag würde man gerne mal wieder 3 einfahren. Bei Hansa Rostock ist aber kein Selbstläufer zu erwarten, ganz im Gegenteil. Rostock gehört als Tabellendritter zu den Topteams der Liga.

Die Rechnung für den SVW, der immer wieder von den „magischen“ 47 Punkten spricht, ist jedenfalls simpel. Momentan haben sie 33 gesammelt, für den sicheren Klassenerhalt fehlen also noch 14 Punkte. Hört sich wenig an, doch auch die müssen in dieser 3. Liga, in der jeder jeden schlagen kann, erstmals geholt werden.

SV Waldhof: Königsmann – Gottschling, Gohlke, Seegert, Hofrath (90.Verlaat) – Saghiri (80. Gouaida), Schuster, Costly, Christiansen, Jastrzembski – Martinovic (85. Jurcher).
SV Wehen-Wiesbaden: Boss – Ajani, Mockenhaupt, Gürleyen, Kempe (88. Korte) – Medic, Chato, Lankford (68. Hollerbach), Nilsson – Malone (46. Brumme), Tietz.

Tore: 0:1 Nilsson (89.).
Schiedsrichter: Tobias Schultes (Betzigau).

 

 

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