Am Ball Nikolas Nartey vom SV Sandhausen hier gegen Greuther Fürth Bild: AS Sportfoto
SV Sandhausen-Präsident Jürgen Machmeier fordert Gier und Leidenschaft ++ SVS gastiert beim Hamburger SV
SV Sandhausen | erstellt am Mo. 14.12.2020
Schnell gibt es die Gelegenheit für die Kurpfälzer, sich wieder besser zu präsentieren, denn nur vier Tage später steht am Dienstag in der Englischen Woche um 18.30 Uhr das Auswärtsspiel beim Aufstiegsfavoriten und Tabellenvierten Hamburger SV an.
Im Volksparkstadion gelang dem SVS Ende Juni ein historischer 5:1-Sieg am letzten Spieltag, der dem HSV die Teilnahme an den Aufstiegs-Relegationsspielen nahm. Um jedoch im aufgrund der Corona-Pandemie wieder gähnend leeren Fußballtempel abermals beim Favoriten im hohen Norden überraschen zu können, ist die Basis eine stabilere Defensive bei der zweitstärksten Offensive der Liga.
Gegen Fürth war der Verbund um die Dreier-Abwehrkette besonders in der ersten Halbzeit des Öfteren einen Schritt zu spät und lud zweimal zum Toreschießen ein. Zweifellos herrscht bei neun Gegentreffern in den drei Spielen unter Trainer Michael Schiele noch großer Verbesserungsbedarf.
Ob in der Kürze der Zeit Aleksandr Zhirov, der sich in Würzburg am Knie verletzte, oder der ebenfalls noch angeschlagene Tim Kister wieder Optionen für die Abwehr sind, wird sich kurzfristig zeigen. Die Systemumstellung in der zweiten Hälfte hin zu mehr Offensive und ein SVS, der den Fürthern ebenbürtiger war, machte etwas Hoffnung.
SVS-Boss Jürgen Machmeier sprach grundlegendere und schwerwiegendere Dinge wie den Mannschaftsgeist oder den Fitnesszustand und damit vermeintliche Versäumnisse in der Ära Koschinat an: „Was mich sehr nachdenklich macht, ist, dass unsere Grundtugenden – Gier, Leidenschaft und mannschaftliche Geschlossenheit – völlig abhandengekommen sind.
Das ist unser Problem, wie auch, dass unsere Mannschaft nicht fit ist. Fürth ist gegen uns sechs Kilometer mehr gelaufen und hat 50 Sprints mehr gemacht. Das kann der neue Trainer Michael Schiele so schnell nicht aufholen. Wir müssen jetzt schauen, dass wir das Beste daraus machen. Fakt ist, dass wir nun wieder gegen den Abstieg spielen. Das muss allen im Verein ab sofort klar sein.“
Der Hamburger SV ist noch davon entfernt, wie in den ersten fünf Partien der Saison zu überzeugen, die allesamt gewonnen wurden. Doch nach dem 2:1-Erfolg bei Darmstadt 98 im letzten Spiel fiel allen beim sechsfachen Deutschen Meister und Europapokalsieger der Landesmeister von 1983 ein Stein vom Herzen. Der Negativlauf der Hanseaten nach zuvor fünf sieglosen Partien, in denen nur zwei Punkte geholt wurden, konnte gestoppt werden.
Die Hoffnungen auf die Rückkehr in die Bundesliga sind beim HSV eng verknüpft mit Stürmer-Neuzugang Simon Terodde, der im elften Spiel bereits seinen fünften Doppelpack und damit die Saisontreffer 10 und 11 erzielte. Terodde ist ein wahres Tor-Phänomen und als bisher dreimaliger Torschützenkönig der 2. Liga beim VfL Bochum, VfB Stuttgart und 1. FC Köln der drittbeste Zweitliga-Torschütze aller Zeiten.
Doch unter dem neuen Trainer Daniel Thioune gibt es bei 16 Gegentreffern auch Defizite im Defensivbereich, obwohl der Coach gerade für die Hintermannschaft mit dem erstligaerfahrenen Toni Leistner sowie nach Saisonbeginn mit Torhüter Sven Ulreich von Bayern München und Moritz Heyer Wunschspieler an Land ziehen konnte.
Nachdem zum zweiten Mal in Folge die Rückkehr in die 1. Liga knapp verpasst wurde, konnten die Hanseaten aufgrund des Abflugs von Trikotsponsor „Fly Emirates“ und Klaus-Michael Kühnes Rückzug als Stadionnamensgeber keine Transferoffensive wie im vorigen Sommer starten.
Der Rautenklub zählt dennoch zu den Aufstiegs-Topaspiranten, da fast alle Stammspieler an Bord blieben. Der erfahrene Trainer Dieter Hecking musste jedoch für Thioune weichen, der den VfL Osnabrück in die 2. Liga geführt hatte und der auf Grundtugenden setzt, die er in der Liga für unabkömmlich hält: Stabilität und Robustheit gepaart mit spielerischen Lösungen.
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