Rurik Gislason im Trikot des SV Sandhausen. AS Sportfoto

Rurik Gislason im Trikot des SV Sandhausen. AS Sportfoto

Schön sein alleine reicht nicht – Der Ex-Sandhäuser und Frauen-Schwarm Rurik Gislason beendet seine Karriere

SV Sandhausen | erstellt am Mi. 11.11.2020

Dafür aber als einer der schönsten. Der Stern von Rurik Gislason, der von 2018 bis 2020 für den SV Sandhausen in der 2. Liga am Ball war, ging während der Weltmeisterschaft 2018 in Russland auf.

Der Isländer wurde in der Partie gegen Argentinien eingewechselt und löste einen regelrechten Hype aus. Der Mann mit den strahlend blauen Augen und dem charismatischen blonden Zopf eroberte vor allem die Frauenherzen im Sturm. Innerhalb kürzester Zeit wurden aus seinen 40000 Followern bei Instagram 1,3 Millionen.

Mittlerweile ist der Hype abgeflacht. Beim SV Sandhausen gab es keinen neuen Vertrag mehr. Auch woanders kam er nicht unter. Also zog Gislason nun selbst einen Schlussstrich. Der Stürmer beendet seine Karriere. Und das bereits mit 32 Jahren. Via isländischer Medien verkündete er, dass er schon länger mit dem Gedanken gespielt habe, die Fußballschuhe an den Nagel zu hängen. Ein Hintertürchen lässt sich der Blondschopf dennoch offen. Demnach schließt er es nämlich nicht aus, irgendwann doch noch einmal als Fußballer sein Geld zu verdienen.

Am Hardtwald wurde er nie so richtig glücklich. Nach anfänglich guten Leistungen, die ihm nach seinem Wechsel 2018 vom 1. FC Nürnberg so wohl nur die wenigsten zugetraut hatten und die ihn auch ins Aufgebot der isländischen Nationalmannschaft gespült haben, blieb er meist hinter den Erwartungen zurück. Ein Blick auf die Statistik belegt das: In 55 Spielen für den SVS brachte es Gislason nur auf 3 Tore. Für einen Offensivmann, der in der Regel eben an Toren gemessen wird, ist das deutlich zu wenig.

Danach kam es zu einer regelrechten Schlammschlacht, in der die Giftpfeile nur so hin und her geschossen wurden. Der SV Sandhausen bemängelte in der letzten Saison seinen schlechten körperlichen Zustand. Gislason selbst wollte das so nicht stehen lassen und behauptete SVS-Trainer Uwe Koschinat würde lügen und hätte einen „verdorbenen Charakter“. Spätestens nach diesem öffentlich ausgetragenen Streit war das Tischtuch zerschnitten.

Ob seine Äußerungen dazu beigetragen haben, dass er seitdem keinen neuen Verein gefunden hat, ist schwer zu sagen. Klar ist aber eben, dass es für einen Stürmer wichtigeres gibt als schön zu sein: Tore sind das, was am Ende zählt.

 

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