Archivbild Sandhausen-HSV 2019/2020. Foto: Siegfried Lörz
Nach der Quarantäne geht es für den SV Sandhausen gegen den Hamburger SV
SV Sandhausen | erstellt am Mi. 21.04.2021
…wurde noch erschwert durch die Corona-Pandemie, die von allen Profiligen in der 2. Bundesliga zuletzt am kräftigsten Spuren hinterlassen hat. Mit dem SVS, dem Karlsruher SC und Holstein Kiel mussten drei Vereine wegen infizierter Spieler in eine zweiwöchige Quarantäne, weswegen der Spielplan kräftig durcheinandergewirbelt wird.
Laut DFL-Spielplan müssen die Kurpfälzer innerhalb von 17 Tagen fünf Spiele absolvieren, was zu einer zusätzlich hohen Belastung im Abstiegskampf wird. Der Wahnsinn beginnt zunächst mit zwei Heimspielen innerhalb von vier Tagen, in denen Sandhausen am Donnerstag (20.30 Uhr) gegen Ligakrösus Hamburger SV und am Sonntag (13.30 Uhr) gegen Hannover 96 versucht, in der völlig durcheinandergeratenen Tabelle Boden gutzumachen.
Braunschweig auf dem ersten Nichtabstiegsplatz 15 ist dem SVS bei allerdings zwei mehr absolvierten Spielen auf fünf Punkte Vorsprung davongezogen, während Relegationsplatz 16 für die Kurpfälzer wieder mehr als nur in greifbarer Nähe ist. Osnabrück auf Rang 16 hat wie die Braunschweiger bereits 29 Spiele absolviert, konnte sich aber aufgrund der extremen Heimschwäche bei zwölf Heimniederlagen in Serie nur einen Punkt vom SVS absetzen.
Der nach seiner Verletzung wiedergenesene Mittelfeldantreiber Julius Biada meldet sich kämpferisch: „Wir sind heiß und können es kaum erwarten, wieder loszulegen“. Der Sportliche Leiter Mikayil Kabaca zur Lage des SVS, der zurück aus der Quarantäne seit Montag wieder im Training ist: „Wir hätten vor dem Wiedereinstieg gegen den HSV lieber eine Woche Zeit fürs Training gehabt, müssen es aber so annehmen, wie es ist“. Mit Denis Linsmayer, Ivan Paurevic und Torhüter Stefanos Kapino sind drei der vier positiv auf das Coronavirus getesteten Spieler bekannt. Alle vier Akteure sind deutlich auf dem Wege der Besserung, und Paurevic konnte sogar wieder ins Training einsteigen, doch Präsident Jürgen Machmeier sprach von „extremen Verläufen“, weswegen noch mit Ausfällen zu rechnen ist.
Nachdem der HSV, der letztmals am 9. April ein Pflichtspiel absolvierte, bis zum 23. Spieltag an der Tabellenspitze stand, folgte am letzten Wochenende ein Abrutschen von Rang 2 auf Relegationsplatz 3. Zuvor konnten die Norddeutschen nur zwei ihrer letzten neun Spiele gewinnen, und nach einem Zwischenhoch liefen die letzten beiden Partien wieder alles andere als wunschgemäß. Dem 3:3 in Hannover folgte eine 1:2-Heimniederlage gegen Darmstadt 98 und bereits bei der Niederlage in Heidenheim und dem Unentschieden in Aue verspielte die Mannschaft von Trainer Daniel Thioune jeweils einen Zwei-Tore-Vorsprung.
Der traditionsreiche Klub aus dem hohen Norden ist das beste Beispiel dafür, wie schwer es ist, eigenen Erwartungen gerecht zu werden und bei zweifelsohne vorhandener fußballerischer Qualität Konstanz auf den Platz zu bringen. Man will unter allen Umständen vermeiden, zum dritten Mal in Folge das angestrebte Ziel der Rückkehr in die Bundesliga knapp zu verpassen. In den letzten beiden Jahren beendeten die Hanseaten die Spielzeiten jeweils mit einem Punkt Rückstand zu Relegationsplatz 3, wobei die Kurpfälzer dem HSV am letzten Spieltag der letzten Saison mit dem 5:1 in Hamburg dem Favoriten einen gewaltigen Strich durch die Rechnung machten. Mit 57 Treffern stellen die Hamburger die stärkste Offensive der Liga. Torjäger ist Simon Terodde, der allein 20 der bisherigen 57 Treffer erzielt.
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