Denis Linsmayer:

Denis Linsmayer: "Wir haben in 2018 einige unnötige Niederlagen kassiert." Bild: AS Sportfotos

„Müssen jetzt nochmals alles raushauen“ ++ sport-kurier Interview mit Denis Linsmayer

SV Sandhausen | erstellt am Do. 15.03.2018

Insgesamt bestritt er 151 Einsätze für die Kurpfälzer. Vor dem Heimspiel gegen den VfL Bochum stand er dem sport-kurier Rede und Antwort über die aktuelle Situation beim Zweitligisten.

Fehlende Durchschlagskraft in der Offensive war ein wesentlicher Faktor bei der mageren Punkteausbeute der letzten Spiele.

Denis Linsmayer: Wenn man die Spiele 2018 betrachtet waren viele unnötige Niederlagen dabei, bei denen wir nicht die schlechtere Mannschaft waren. Wir haben aber zu wenig Tore geschossen und es fehlte die Durchschlagskraft im letzten Drittel. Instinktive Entscheidungen wurden falsch getroffen – sprich, wir müssen in den richtigen Momenten wieder schießen oder passen und nicht umgekehrt. Die Laufwege müssen auch wieder besser aufeinander abgestimmt werden.

Sie sagten vor Wochen, Sie wollen in der Rückrunde nicht wieder um die Goldene Ananas mitspielen.

Linsmayer: Wir tun gut daran, wenn wir die Tabelle zur Seite schieben und schnellstmöglich schauen wieder einen Dreier zu landen. Wenn man eine Phase von vier sieglosen Spielen hat, was in der ausgeglichenen Liga absolut vorkommen kann, wird man von Platz 6 schnell mal auf Platz 13 durchgereicht. Dessen muss man sich bewusst sein. Daher müssen wir vor der Länderspielpause gegen Bochum nochmal alles raushauen.

Denis Linsmayer am Ball. Spielszene aus SV Sandhsausen – 1. FC Kaiserslautern. Bei den Pfälzern spielte Linsmayer mehrere Jahre. Bild: AS Sportfotos

Der VfL Bochum spielt eine durchwachsene Saison und ist angeschlagen.

Linsmayer: Ich habe deren letzten beiden Spiele näher verfolgt: In Ingolstadt zu gewinnen ist nicht so einfach und zuhause gegen Kiel haben sie mit viel Pech 1:1 gespielt. Sie haben eine aufsteigende Form und müssten aufgrund der personellen Besetzung und Spielstärke sowieso woanders stehen. Das dachte jeder vor der Saison, und wir dürfen wir uns vom Tabellenstand nicht blenden lassen.

Ist die Verletzungsmisere beim SVS als reines Pech zu bezeichnen?

Linsmayer: Ich spiele jetzt schon länger Fußball, so extrem hat es eine Mannschaft noch nicht erwischt. Leider ist es nicht zu ändern und wir versuchen uns Woche für Woche dagegen zu stemmen, was relativ gut gelingt. Unser Trainer muss jede Woche eine andere Startelf aufs Feld schicken und jedes Mal die Mannschaft umbauen. Dass gewisse Automatismen dann nicht so greifen, ist verständlich.

Hört man wie bei Stefan Kulovits bald auch von einer Vertragsverlängerung bei Ihnen?

Linsmayer: Es hat mich gefreut für Kulo und den Verein, da ich weiß, was er für ein Typ ist. Nicht nur auf dem Platz, was die Leute sehen, sondern auch intern. Er ist ein richtiger Kapitän und menschlich top. Wir verstehen uns gut und ich kann mir natürlich vorstellen zu verlängern, aber da gibt es weder in die eine noch die andere Richtung bisher was zu vermelden. Dass ich mich wohlfühle habe ich mehrfach betont und alles andere wird sich in den kommenden Wochen zeigen.

Das Geschehen beim 1. FC Kaiserslautern, bei dem Sie fußballerisch groß wurden, werden Sie sicher mit Sorge verfolgen.

Linsmayer: Mit großer Sorge. Ich habe deren Spiel auf der Busfahrt am Samstag 90 Minuten verfolgt, und es tut einem weh, weil das Herz noch am Verein hängt. Wenn ich sehe, dass über 3.000 Zuschauer auswärts mitfahren, obwohl sie Tabellenletzter sind, merkt man schon, wie viel der Verein den Leuten aus der Region bedeutet. Sie sind noch auf einem guten Weg und können den Relegationsplatz noch erreichen. Sie müssten genau wie wir mal wieder zwei, drei Spiele hintereinander gewinnen.

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