Bild: AS Sportfotos

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Interview mit SVS-Coach Kenan Kocak ++ „Ziehe den Hut, wie die Mannschaft Rückschläge weggesteckt hat.“

SV Sandhausen | erstellt am Do. 24.05.2018

Der 37-jährige Fußballlehrer hatte es erneut geschafft, mit den bescheidenen Mitteln des kleinsten Zweitligisten die Liga zu halten. Der Blick geht nun nach vorn. Zusammen mit Otmar Schork bastelt er am neuen Kader für die Saison 2018/19. Im Gespräch mit dem Sport-Kurier blickt er nochmals auf eine besondere Runde zurück.

Herr Kocak, der SV Sandhausen benötigte 42 Punkte, um am vorletzten Spieltag endgültig gerettet zu sein. Was war das für eine verrückte Saison 2017/18.

Kenan Kocak: Es war in der Tat eine sehr außergewöhnliche Saison. Nicht nur für uns, sondern für die gesamte Liga. Plötzlich steckten Teams unten drin, mit denen man nie gerechnet hätte und die andere Ziele hatten. Umso bemerkenswerter ist es, dass wir nie ganz hinten reingerutscht sind. Das ist für den SV Sandhausen alles andere als selbstverständlich.

Was waren für Sie Saisonhighlights, auf was hätten Sie liebend gerne verzichtet?

Kocak: Auf die acht Knochenbrüche hätten wir alle verzichten können. Mein Saisonhighlight war, wie die Mannschaft alle Rückschläge weggesteckt hat. Davor kann ich nur den Hut ziehen.

In der zweiten Saisonhälfte fehlte es vor allem an der nötigen Killermentalität, um die ein oder andere Partie für sich zu entscheiden.

Kocak: Das ist mir zu negativ formuliert. Natürlich war unsere Chancenverwertung zum Teil ausbaufähig. Aber es war absolut positiv, dass sich die Mannschaft so viele Möglichkeiten herausgearbeitet hat. Wenn ich da beispielsweise an unsere Leistung beim 0:1 in Düsseldorf denke – das war richtig gut. Und man sollte auch nicht vergessen, dass wir unglaubliches Verletzungspech und im Winter den Verkauf von Lucas Höler nach Freiburg zu verkraften hatten.

Acht Knochenbrüche und weitere Verletzungen – im Nachhinein war es von großem Vorteil, auf einen großen Spielerkader zurückgreifen zu können.

Kocak: Absolut. Noch entscheidender aber war, dass die Mannschaft eine richtig gute Mentalität an den Tag gelegt hat.

Die Weltmeisterschaft in Russland steht unmittelbar bevor. Wer ist Ihr Favorit und was trauen Sie der deutschen Mannschaft bei der Endabrechnung zu?

Kocak: Das sind die üblichen Verdächtigen: Frankreich, Spanien, Argentinien, Brasilien und natürlich Deutschland. Die DFB-Elf hat auf jeden Fall die Qualität, den Titel zu verteidigen. Aber da gehört bei so einem Turnier auch immer das Quäntchen Glück dazu.

Wie stehen Sie zum Videobeweis, der erstmals auch bei einer WM zum Einsatz kommt?

Kocak: Bei aller Diskussion glaube ich schon, dass der Videobeweis den Fußball gerechter macht. Aber die Kommunikation muss noch besser werden.

Wie schalten Sie von dieser anstrengenden Saison am besten ab und tanken Kraft und Energie für die neue Saisonvorbereitung beim SVS?

Kocak: Ich genieße die Zeit mit meiner Familie, die während der Saison oft auf mich verzichten muss.

Sind in Ihrem Trainer- und Betreuerstab zur neuen Saison Änderungen geplant?

Kocak: Wir wollen uns stetig verbessern und stellen immer alles auf den Prüfstand. Aber intern, nicht in der Öffentlichkeit.

 

 

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