Hier ist Philipp Türpitz noch gegen den FC Heidenheim (2.2020) in Aktion. Nun ist er erneut freigestellt. Bild: Siegfried Lörz Kraichgaufoto

Hier ist Philipp Türpitz noch gegen den FC Heidenheim (2.2020) in Aktion. Nun ist er erneut freigestellt. Bild: Siegfried Lörz Kraichgaufoto

Es könnte im „Zweitligadorf“ Sandhausen ungemütlich werden ++ Gegen Heidenheim zählt nur ein Sieg

SV Sandhausen | erstellt am Mi. 06.01.2021

Es sind zwar noch drei Spieltage bis zum offiziellen Rückrundenbeginn zu absolvieren, doch bereits nach 14 Spieltagen lautet die ernüchternde Erkenntnis in einer Zweitligasaison, die man sich am Hardtwald anders vorgestellt hatte, dass es nur um den Klassenerhalt gehen kann.

Bei einem Punkt Rückstand auf Platz 15, aber sechs Punkten auf den Tabellenvierzehnten aus Regensburg schrillen bereits die Alarmglocken bei den Kurpfälzern. Coach Michael Schiele und sein neuer Co-Trainer Matthias Lust haben nun die schwere Aufgabe, für ein funktionierendes Team an den richtigen Stellschrauben zu drehen, nachdem der Einstand von Schiele bei fünf teils deutlichen Niederlagen in der Liga, der Pokalniederlage und einem Sieg beim abgeschlagenen Schlusslicht aus Würzburg misslang.

Einige Änderungen sorgten bisher eher für zusätzliche Turbulenzen: Angefangen mit der Suspendierung von Torhüter Martin Fraisl über die erneute Freistellung der Spieler Philipp Türpitz, Marlon Frey und Sören Dieckmann, die unter Uwe Koschinat zunächst noch eine zweite Chance erhalten hatten. Zudem wurde nicht mehr auf den bisherigen Stammverteidiger Gerrit Nauber zurückgegriffen.

 

Keeper Martin Fraisl brachte Unruhe in den Kader der Sandhäuser. Mittlerweile hat sich der Zweitligist von dem Torhüter getrennt. Bild: Siegfried Lörz.

Trainer Schiele, gebürtiger Heidenheimer, stellte bei der 0:4-Schlappe in Hannover erstmals auf ein offensiveres 4-2-3-1 System um, doch seine Mannschaft war hauptsächlich in der Defensive gefordert. Sechs Umstellungen der Abwehrreihe in den letzten sieben Spielen sorgten eher für zusätzliche Verunsicherung, wie das Torverhältnis von 3:24 Toren aus diesen Spielen aufzeigt.

Am Freitag empfangen die Kurpfälzer mit Heidenheim ein gewohnt kompaktes Team, das mit 1.677 absolvierten Kilometern abermals die besten Laufwerte aufweisen kann. SVS-Kapitän Dennis Diekmeier verbreitet trotz der verzwickten Situation Zuversicht: „Wir müssen gewisse Dinge ansprechen, müssen die Gegentore analysieren, aber dennoch positiv bleiben und weiterarbeiten.“

Frank Schmidt, bereits seit 13 Jahren erfolgreicher Trainer der Ostälbler, musste vor der letzten Saison die Abgänge der Stammspieler Andrich, Dovedan und Glatzel wegstecken. Vor der laufenden Saison wurden die Leistungsträger Beermann, Griesbeck sowie Mittelfeldmotor Dorsch und Torjäger Kleindienst, die sich beide für eine Ablöse von insgesamt 7 Millionen Euro dem belgischen Europa League-Teilnehmer KAA Gent anschlossen, abgegeben.

 

Dennis Diekmeier macht auf Zweckoptimismus. Letzte Saison der Leistungsträger schlechthin, diese Spielzeit läuft es für ihn nicht gut. Bild: Siegfried Lörz.

„Etwa 80 Prozent der Stammspieler“ – beklagte Schmidt indirekt, doch zum wiederholten Male konnte man sich jedoch gezielt und sinnvoll verstärken: Der junge technisch begabte Dzenis Burnic konnte sich im Mittelfeld ebenso einen Stammplatz erkämpfen wie Kleindienst-Ersatz Christian Kühlwetter, der in 14 Spielen bereits neun Mal traf. Kühlwetter kam wie Florian Pick für Ablösesummen im höheren sechsstelligen Bereich vom finanziell gebeutelten Drittligisten Kaiserslautern.

Der 1. FC Heidenheim ist saisonübergreifend seit 20 Heimspielen ungeschlagen und stellt in dieser Saison das heimstärkste Team, doch auswärts wurden bereits vier von sechs Spielen verloren. Die Ostälbler fanden bei nur einem Sieg aus den ersten sechs Spielen schwer in die Saison, konnten aber, seit Oliver Hüsing der Abwehr wieder zusätzliche Stabilität verleiht und Kühlwetter wie am laufenden Band trifft, 14 Punkte aus den letzten sieben Spielen verbuchen.

Sandhausen gewann zwei der letzten drei Duelle gegen die Heidenheimer, nachdem man zuvor 16-mal in Folge in Pflichtspielen erfolglos blieb. Sollte es am Freitagabend erneut nicht zum dritten Heimsieg reichen, dürfte es immer ungemütlicher im Zweitligadorf werden.

 

 

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