Spiel vom April 21 - SV Sandhausen - Hamburger SV. Nr. 9 Daniel Keita-Ruel (HSV) mit Tim Kister (SVS). AS Sportfoto
Der SV Sandhausen würde beim Hamburger SV zu gerne die direkte Spielbilanz ausgleichen
SV Sandhausen | erstellt am Do. 09.09.2021
Mit der Favoritenrolle kamen die Hamburger in den letzten Jahren aber nicht wirklich zurecht – die Bilanz ist bei drei Siegen, einem Unentschieden und zwei Niederlagen zwar positiv, doch der SVS hat sich schon zu etwas wie einem Angstgegner entwickelt und den Norddeutschen in den letzten beiden Spielzeiten zwei schmerzhafte Niederlagen zugefügt.
Aufgrund der großen Personellen Veränderungen tun sich beide Vereine noch schwer in der neuen Saison. Während bei den Kurpfälzern 18 Abgänge durch 13 Neuzugängen ersetzt wurden, haben die Norddeutschen kurz vor Schließung des Transferfensters noch mit dem von Manchester City ausgeliehenen Mittelfeldspieler Tommy Doyle und dem ebenfalls ausgeliehenen Verteidiger Mario Vuskovic von Hajduk Split zwei Akteure zu den zehn Zugängen bei 13 Abgängen verpflichtet.
Sandhausens Sportlicher Leiter Mikayil Kabaca zur Kaderplanung: „Wir sind alle sehr zufrieden, sowohl was die Qualität der Neuen betrifft als auch mit der Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern“. Doch es läuft sportlich noch nicht rund: Während sich die Kurpfälzer beim letzten Auswärtsspiel in Aue effektiv zeigten, mangelte es bei der Heimniederlage gegen Ingolstadt wieder an der Chancenverwertung.
Trainer Gerhard Kleppinger: „Wir haben das Training in der Länderspielpause so gestaltet, dass Erfolgserlebnisse da sind und das nötige Selbstvertrauen zurückkehrt“. Zur Bekämpfung der Torflaute hofft man für die Offensive auf die zeitnahe Rückkehr der angeschlagenen Christian Conteh, Julius Biada und Pascal Testroet.
Für die rechte Abwehrseite hat Kleppinger ein Luxusproblem: Bashkim Adjini überzeugte zwar gegen Ingolstadt mit Tempoläufen und Offensivdrang, doch Kapitän Dennis Diekmeier stand nach seiner Verletzung bereits im letzten Spiel wieder im Kader und wird auf einen Einsatz in Hamburg und gegen den Verein, für den er acht Jahre spielte, hoffen.
In Testspielen in der Länderspielpause konnten beide Teams Selbstvertrauen tanken und Tore erzielen: Der SVS beim 3:0 gegen den SC Freiburg II, bei dem Diekmeier über eine Stunde Spielpraxis sammelte und auch Conteh zu einem Einsatz kam, der HSV beim 3:1 gegen den FC Groningen.
Nachdem der Hamburger SV im dritten Jahr in Folge in der Endabrechnung auf dem 4. Platz den Aufstieg in die Bundesliga verpasst hatte, soll es jetzt Coach Tim Walter, der bereits Holstein Kiel und den VfB Stuttgart trainierte, richten. Als sechster Trainer im vierten Zweitligajahr wurde er mit einem Zweijahresvertrag ausgestattet. Walter ist bekannt dafür, an der Mentalität einer Mannschaft zu feilen, und die Verpflichtungen gingen in dementsprechende Richtung: Mit Sebastian Schonlau vom SC Paderborn und Tim Meffert von Holstein Kiel wurden Spieler geholt, die bei ihren Vereinen wichtige Rollen einnahmen und weniger für exponierte Rollen als mehr für das Kollektiv standen.
Einige Eckpfeiler des HSV-Teams waren unter Walter nicht mehr gefragt, da der Coach auf Mut im Spielaufbau samt hoher Passqualität in engen Räumen setzt. Somit kam es dazu, dass die Routiniers Sven Ulreich, Aaron Hunt, Simon Terodde und zuletzt Toni Leistner dem Verein den Rücken kehrten.
24 Tore-Mann Terodde, der jetzt für Schalke am laufenden Band trifft, wurde durch den körperlich präsenteren Robert Glatzel ersetzt. Der Auftaktsieg beim FC Schalke 04 ist der bisher einzige Dreier der Hanseaten, es folgten die Niederlagen im Derby gegen St. Pauli sowie drei Unentschieden. Allein schon von daher sind die Hamburger gegen die Sandhäuser zum Siegen verdammt!
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