Spielszene vom Mai 2020. SVS-H96 - damals bezwangen die Sandhäuser die Hannoveraner souverän. AS Sportfoto

Spielszene vom Mai 2020. SVS-H96 - damals bezwangen die Sandhäuser die Hannoveraner souverän. AS Sportfoto

Abstiegsgefährdete Sandhäuser müssen bei Hannover 96 endlich abliefern

SV Sandhausen | erstellt am Do. 31.12.2020

sport-kurier. Früh wie nie in einem neuen Jahr wird aufgrund der Pandemie die Zweitligasaison mit Partien vom 2. bis 4. Januar mit dem 14. Spieltag fortgesetzt – es folgen fünf weitere Spieltage im Januar. Der SV Sandhausen überwinterte in der „Mini-Winterpause“ auf dem unbefriedigenden Relegationsplatz 16 und will sich am Sonntag um 13.30 Uhr im Spiel beim Tabellenzwölften Hannover 96 wieder näher an den schon fünf Punkte entfernten Rang 14 heranarbeiten.

Den Einstand als neuer SVS-Coach hatte sich Michael Schiele bei einem Sieg und vier Niederlagen sowie dem sicher weniger überraschenden Pokal-Aus in Wolfsburg sicher anders erhofft. Doch nach den Spielen gegen tabellarisch zuletzt fast ausschließlich spielerisch starker Top-Mannschaften der Liga folgen bis zur eigentlichen Saison-Halbzeit nun die vier Partien gegen die Kontrahenten aus Hannover, Heidenheim, Regensburg und Bochum, die bis auf Bochum momentan im Mittelfeld angesiedelt sind und in denen der Bock umgestoßen werden sollte.

Partien, die sicher nicht einfacher werden, doch man hat keine große Wahl in „einer Saison, die wir uns ganz anders vorgestellt haben“, gestand SVS-Präsident Jürgen Machmeier und wurde konkreter: „Manche Spieler sind noch nicht vollständig angekommen, das Mannschaftsgefüge passt noch nicht“.

Nachdem die Kurpfälzer zum Ende der letzten Saison hin überzeugten und sich mit gestandenen Profis wie Diego Contento, Daniel Keita-Ruel oder im späteren Saisonverlauf Alexander Esswein verstärkten, war man guter Dinge, eine sorgenfreiere Saison zu spielen. Doch die personellen Puzzleteile ergeben noch kein Ganzes. Schiele experimentierte viel, überwiegend im Defensivbereich mit dem Resultat von 19 Gegentoren in den letzten sechs Spielen.

Beim kommenden Gegner Hannover 96 rumorte es zuletzt intern, denn mit Patrick Twumasi wurde der mit 700.000 Euro teuerste Einkauf des Sommers zwar nicht suspendiert, aber vorübergehend aus dem Kader gestrichen. „Wenn Patrick versteht, dass er mehr für die Mannschaft machen muss, kann er für uns ein wertvoller Spieler werden – ansonsten nicht“, sagte Hannovers Trainer Kenan Kocak, der in den Jahren 2016 bis 2018 den SV Sandhausen trainierte.

 

Ex-Sandhausen-Coach Kenan Kocak muss mit seinen Hannoveranern gegen seinen ehemaligen Club „den Bock umstoßen“. Bislang läuft es auch für die Norddeutschen nicht wunschgemäß. AS Sportfoto

Kocak trat im November 2019 die Nachfolge von Mirko Slomka in Hannover an und führte die Niedersachsen nach einer starken vergangenen Rückrunde, in der sein Team das viertbeste der Liga stellte, vom 15. auf den 6. Tabellenplatz. Abgesegnet von 96-Boss Martin Kind machte der 39-jährige gebürtige Türke vor der Saison eine Zäsur und sortierte erfahrene Spieler wie Ron-Robert Zieler, Marvin Bakalorz oder Edgar Prib aus. Hannover gilt als heißes Pflaster, denn Kind äußert gern Aufstiegswünsche nach dem letzten Erstligaabstieg von 2019. Doch dabei sollen Kocak und Sportchef Gerhard Zuber aus einem Minimum an finanziellen Möglichkeiten und damit weniger Mitteln, als man meinen möchte, einen maximalen Erfolg herauskitzeln.

Twumasi war der Königstransfer, ansonsten wurden unter anderem Flügelstürmer Valmir Sulejmani von Kocaks ehemaligem Klub Waldhof Mannheim, Routinier Mike Frantz vom SC Freiburg oder die nach Hannover zurückgeholte neue Nummer 1 im Tor, Michael Esser von 1899 Hoffenheim, ablösefrei an Land gezogen.

Ein Wechsel des zuletzt angeschlagenen Aleksandr Zhirov scheiterte, da die Hannoveraner nicht den gewünschten Ablöseforderungen des SV Sandhausen nachkamen, und so verpflichteten die Niedersachsen stattdessen Simon Falette aus Frankfurt. Esser ist ein großer Rückhalt im Tor und war der überragende Mann beim 1:0-Überraschungssieg beim Hamburger SV, der die Wende nach zuvor vier Spielen mit nur einem Punkt herbeiführte. Dennoch liegt spielerisch beim Kocak-Team noch einiges im Argen.

Bei drei Siegen aus den ersten drei Heimspielen und bereits fünf Niederlagen auf fremden Plätzen wechselten sich Licht und Schatten ab. Sandhausen hat bei bisher einem Heimsieg und drei Unentschieden noch kein Spiel gegen Hannover 96 verloren, was als positives Omen zu werten gilt.

 

 

{loadmoduleid 374}

 

zurück
Das könnte Dich auch interessieren:

SV Sandhausen

erstellt am Fr. 23.08.2024

Mehr lesen